Landkreis FreisingDas Gesicht wahren

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Johannes Becher kritisiert bauliche Entwicklung in der Region

Seit 15 Jahren sei er mittlerweile in der Politik - und es "ist enorm, wie sich unsere Region in dieser Zeit verändert hat". Sie verliere scheibchenweise ihr Gesicht, sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Becher bei einem Pressegespräch. Die Entwicklung gehe in die falsche Richtung, Ortschaften dürften sich nicht über ihre Gewerbegebiete definieren. Becher stellte die Frage, wie der Landkreis wohl in 15 Jahren aussehen werde und beantwortete sie gleich für sich: So könne es nicht weitergehen.

Innen- müsse vor Außenentwicklung gehen, forderte er. Dafür bräuchten die Kommunen bessere Instrumente, etwa ein erweitertes Vorkaufsrecht. Der Grünen-Politiker bedauerte, dass sich der Landtag mehrheitlich gegen die Einführung einer Grundsteuer C ausgesprochen hatte. Diese hätte es den Kommunen ermöglicht, einen gesonderten Hebesatz für baureife, unbebaute Grundstücke festzulegen.

Auch beim Klimaschutz dürften Kommunen und Landkreise nicht allein gelassen werden. Für diese Aufgabe bräuchten sie finanzielle Unterstützung. Erforderlich seien zudem ein Katastrophenschutz-Bedarfsplan und eine entsprechende Ausstattung der Hilfsorganisationen. Der Landkreis Freising will für diese zwei Logistikfahrzeuge anschaffen. Finanziert werden müsse dies über die Kreisumlage, bemängelte Becher. Die Gemeinden bräuchten ein Starkregen-Monitoring, weil auch Gräben und Gewässer dritte Ordnung plötzlich erheblich anschwellen können. Auch ein weiterer Aspekt sei für die Kommunen wichtig: die Verbesserung der IT-Sicherheit. Becher verwies auf den Landkreis Bitterfeld, der nach einem Cyber-Angriff sein IT-System komplett neu aufbauen musste. Zu diesem Thema plane er eine Informationsveranstaltung, kündigte der Landtagsabgeordnete an.

Außerdem forderte Becher, der in seiner Fraktion für die frühkindliche Bildung zuständig ist, mehr Investitionen in die Qualität von Kindertagesstätten. Auch die Arbeits- und die Rahmenbedingungen müssten sich verbessern, die Gruppen verkleinert werden, um die Personalprobleme nicht weiter zu verschärfen. Auch hier dürften Kommunen wie Freising oder Moosburg nicht allein gelassen werden.

© SZ vom 01.02.2022 / psc - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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