Zwischen München, Freising und Landshut liegt ein wahrer Schatz: die Naturwälder der Isarauen. Dort leben unzählige Tiere und Pflanzen. Dazu regulieren intakte Auwälder den Wasserhaushalt. Ein neues Forschungsprojekt, das vom Bundesforschungsministerium seit 2024 für insgesamt fünf Jahre gefördert wird, untersucht jetzt die Auwälder um die Isar.
Die renaturiert sich nämlich gerade und verspricht eine „explodierende“ Artenvielfalt, die dokumentiert werden soll. „Hier können wir lernen, wie sich Auwälder ohne forstliche Beeinflussung entwickeln“, erklärt Christine Margraf, Naturschutzreferentin des Bund Naturschutz (BN) in Bayern. Es gehe auch darum, Auwälder besser zu verstehen und die Leistungsfähigkeit dieser Ökosysteme zu verbessern. Besonders beim Projekt A-Dur ist, dass sich Bürgerinnen und Bürger an der Datenerfassung beteiligen können.
Um selbst zum Auwald-Forscher zu werden, braucht man nur ein Konto beim Portal observation.org und die App Obsidentify. Wer ohnehin viel in den Isarauen unterwegs ist oder sich vornimmt, mehr Zeit in der Natur zu verbringen, kann auf Spaziergängen zukünftig die App nutzen und dabei viel über die Artenvielfalt direkt vor der Haustür erfahren. Die Beobachtungen helfen, den Wandel im Auwald wissenschaftlich zu dokumentieren.
Und so geht‘s: Eine Pflanze oder ein gesichtetes Tier kann über die App fotografiert und gescannt werden. Die künstliche Intelligenz hinter der App erkennt die Art und zeigt sie sofort auf dem Handy an. Julie Mathes, BN-Projektmanagerin, macht es unterhalb der Korbinianbrücke in Freising vor. „Seht ihr, das ist eine Knoblauchkresse“, sie zeigt auf ihr Handy. Die Daten werden anschließend direkt in den Datensatz weitergeleitet, wo Forscherinnen und Forscher prüfen, ob die KI richtig lag.
Durch die Beteiligung von Bürgern erhalte man ergänzend zu wissenschaftlichen Daten ein gutes Bild über die Dynamik und die Resilienz von Auenwäldern, so Margraf. Die Aktion bietet auch Möglichkeiten, neue Bekanntschaften zu machen und an Ausflügen oder Verträgen teilzunehmen, so Mathes.
Die Isarauen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas, sie sind aber gefährdet
Noch gehören die Isarauen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Doch sie sind gefährdet. Auch deshalb spielen sie eine wichtige Rolle für den Klimaschutz. Mit dem Projekt möchte Manfred Drobny, Geschäftsführer des BN Freising, die „öffentliche Wertschätzung“ für die Isarauen erhöhen.
Die Forschungen zu A-Dur werden von einem Verbund aus Forschungseinrichtungen, Naturschutzorganisationen, Behörden und Gesellschaft getragen. Dazu gehören die Technische Universität München, die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die Bayerisches Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, der Bund Naturschutz in Bayern, Scientes Mondium, Green Solution und die Forstverwaltung. Beteiligt sind die BN-Landesgruppen.
Wer am Projekt teilnehmen möchte, meldet sich für weitere Informationen per Mail unter der Adresse julie.mathes@bund-naturschutz.de oder unter der Telefonnummer 0151/23610974. Regelmäßige Informationen zu A-Dur finden sich auf der Homepage unter https://freising.bund-naturschutz.de/natur-vor-der-tuer/isar-1/citizen-science-projekt-a-dur oder auf Instagram unter bundnaturschutz.freising

