Einbruchserie in den Kreisen Freising und Dachau:Hohe Haftstrafen und ein Freispruch

Einbruchserie in den Kreisen Freising und Dachau: Teils hohe Haftstrafen hat die erste Strafkammer des Landshuter Landgerichts gegen eine Einbrecher-Bande ausgesprochen, die unter anderem in den Landkreisen Freising und Dachau auf Beutezug gegangen war. Einer der vier Angeklagten wurde freigesprochen.

Teils hohe Haftstrafen hat die erste Strafkammer des Landshuter Landgerichts gegen eine Einbrecher-Bande ausgesprochen, die unter anderem in den Landkreisen Freising und Dachau auf Beutezug gegangen war. Einer der vier Angeklagten wurde freigesprochen.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Das Landgericht Landshut verurteilt drei Angeklagte wegen schweren Bandendiebstahls, sie müssen für mehrere Jahre ins Gefängnis. Dem vierten Angeklagten kann eine Beteiligung an den Taten nicht nachgewiesen werden.

Von Alexander Kappen, Freising

Im Prozess gegen vier Männer im Alter von 35, 40, 43 und 50 Jahren, die wegen einer Vielzahl von Einbrüchen und Einbruchsversuchen - unter anderem in den Landkreisen Freising und Dachau - seit Juli am Landgericht Landshut auf der Anklagebank saßen, sind die Urteile verkündet worden. Die erste Strafkammer unter Vorsitz von Richter Markus Kring sprach gegen die beiden geständigen Hauptangeklagten, einen 43-Jährigen aus Freising sowie einen 50-Jährigen aus dem nordrhein-westfälischen Heinsberg, Freiheitsstrafen von siebeneinhalb Jahren sowie und fünf Jahren und zehn Monaten aus.

Der 40-jährige Beschuldigte aus Hückelhoven in Nordrhein-Westfalen, ebenfalls geständig, aber nur an einer Tat beteiligt, muss für zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Der jüngste Beschuldigte hatte seine Tatbeteiligung von Anfang an bestritten. Der 35-jährige Pfaffenhofener wurde schließlich auch freigesprochen, weil ihm nichts nachgewiesen werden konnte.

Das Quartett hatte sich wegen schweren Bandendiebstahls am Landgericht verantworten müssen. Laut Anklage brachen die Angeklagten in wechselnder Besetzung zwischen Oktober 2019 und Juli 2021 bei 17 Gelegenheiten in Banken und gewerbliche Gebäude ein, um dort Tresore zu knacken. Auch Feuerwehrhäuser zählten zu den Zielen der Bande - dort entwendete sie Aufbruchswerkzeuge, die sie bei weiteren Taten einsetzte. In einigen Fällen blieb es bei Einbruchsversuchen. Zu den Tatorten zählten eine Brauerei in Freising, ein Gewerbebetrieb und ein Kino in Neufahrn, Banken in Langenbach und Rudelzhausen sowie zwei Autohäuser in Dachau. Die Beute belief sich insgesamt auf rund 420.000 Euro, der angerichtete Sachschaden betrug zirka eine Million Euro.

Neben den Geständnissen belasten auch Videoaufnahmen die Angeklagten

Ein Sachverständiger hatte im Verlauf des Prozesses ein Gutachten über die von ihm ausgewerteten Bilder aus fünf Überwachungsvideos vorgelegt. Es deute - abgesehen von den Geständnissen - sehr viel darauf hin, dass es sich bei den Tätern auf den Bildern um den 43-jährigen und den 50-jährigen Angeklagten handele, so sein Fazit.

Der 43-Jährige aus Freising hatte als Einziger der Bande bereits am ersten Verhandlungstag ein Geständnis abgelegt. Er ließ damals über seinen Verteidiger erklären, er räume die in der Anklage erhobenen Vorwürfe vollumfänglich ein - zumindest was seine Person betrifft, zur Beteiligung der Mitangeklagten äußerte er sich nicht. Am zweiten Verhandlungstag legten dann auch der 50-Jährige, der an zehn Taten beteiligt gewesen sein soll, sowie der 40-Jährige mit ihren Geständnissen nach. Während Ersterer angab, aus einer finanziellen Notlage heraus gehandelt zu haben, war der 40-Jährige nur an einer Tat beteiligt - an dem Einbruch in ein Neufahrner Kino, nach dem er schließlich von der Polizei geschnappt wurde.

In den betroffenen Gebäuden hinterlassen die Täter eine Spur der Verwüstung

Auf die Fährte der Bande war die Polizei gekommen, da sie an den Tatorten und auf zurückgelassenen Werkzeugen DNS-Spuren des einschlägig vorbestraften Freisingers gefunden hatte. Die Staatsanwaltschaft genehmigte schließlich eine Überwachung des 43-Jährigen. So bekam die Polizei von dem Einbruch in das Neufahrner Kino Wind. Im Anschluss daran wurden die beiden Täter aus Nordrhein-Westfalen nach einer wilden Verfolgungsjagd festgenommen, später dann auch der Freisinger.

Bei ihrer Einbruchserie gingen die Bandenmitglieder insgesamt nicht sehr zimperlich mit den Gebäuden um, in die sie einstiegen. Sie hinterließen dort oft eine Spur der Verwüstung, was auch zu dem hohen Sachschaden führte. Der Vorsitzende Richter sprach von unsinniger und brachialer Gewalt, mit der die Gruppe vorgegangen sei. Entsprechend fielen dann auch die verhängten Strafen aus.

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