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Jubiläum in Freising:Spiegelbild der Seele

Die Teilnehmer der Jahresausstellung des Kunstvereins Freisinger Mohr bei der Vernissage im Landratsamt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Mitglieder des "Freisinger Mohr" geben im Marstall des Landratsamtes Einblick in ihr facettenreiches Schaffen. Die 25. Jahresausstellung des Kunstvereins dauert noch bis 17. November.

Von Katharina Aurich, Freising

Acryl und Aquarellbilder. Dazu Gefäße, Steinobjekte, Collagen und Installationen. All das ist im Marstall des Landratsamtes noch bis zum 17. November zu sehen. Zum 25. Mal zeigen dort die Mitglieder des Kunstvereins Freisinger Mohr in ihrer Jahresausstellung das facettenreiche künstlerische Schaffen in der Region.

71 Arbeiten von 37 Künstlern seien zu bewundern - eine eindrucksvolle Ausstellung, lobte Freisings Bürgermeisterin Eva Bönig während der Vernissage am Freitag. Die Werke regten zur Wahrnehmung an, man könne eigene Ideen in sie hinein interpretieren, denn jeder Künstler spreche seine eigene Sprache, sein Schaffen spiegle auch seine Seele, beschrieb sie die Vielfalt der Bilder und Objekte, die alle auch verkauft werden. Ungefähr zehn Vernissage-Gäste, waren auch schon vor 25 Jahre dabei, ergab eine Abfrage der Bürgermeisterin. Doch nicht nur treue Gäste, die dem Verein lange Zeit verbunden seien, träfen sich alljährlich zu dieser Ausstellung, man könne dabei auch über die Zeit mit verfolgen, wie sich die einzelnen Künstler entwickelten, sagte sie.

Immer wieder eine Überraschung sind die Keramikskulpturen von Jürgen Weichmann und die Gefäßobjekte von Jutta Weichmann, die das Paar aus Osterwaal mitgebracht hatte. Die schmalen, in die Länge gezogenen Gestalten von Jürgen Weichmann wirken im Gegensatz zu den bauchigen, fast wuchtige Objekten seiner Frau noch filigraner. Unübersehbar breitet die "Naturgöttin", eine 170 Zentimeter große Figur, die Katalin Bereczki-Kossack in Raku-Brenntechnik und mit echten Vogelfedern geschaffen hat, ihre weiten Flügel aus. Maren Haase dagegen hat das Unspektakuläre in ihren Fotos festgehalten, "Nicht verlassen, aber vergessen" heißen die beiden Fotografien menschenleerer, heruntergekommener Straßen vielleicht irgendwo in Mexiko. Ein 1,20 Meter mal einen Meter großes Portrait des Dichters Votraire hat Ingrid Künne in kräftigen Acrylfarben gemalt. Nachdenklich blickt der große Philosoph auf einen Punkt in der Ferne.

Ein ungewöhnliches Material hat Stephanie Zwerschke gewählt, ihr Bild "Tom wartet" hat sie aus ganz feinem Rost gemalt. Drei Glasarbeiten zeigt Rita Wörmann, "aufgetischt" nannte sie die drei unterschiedlich hell und dunkel gestalteten Teller. Zum Träumen und sich versenken laden die drei Fotografien von Brigitte Geus-Neumann ein, die sich mit "Herbstfarben im Wasserspiegel", "Wolkenglühen über dem Weiher" und "Am kleinen Arbersee" ganz auf die Strukturen der Wellen und das Farbenspiel des Wasser konzentrieren, so dass die Bilder kaum noch als Fotografien zu erkennen sind, sondern abstrakt wirken. Mit in die Ferne nimmt Sigrid Bundschuh-Hemmer den Betrachter mit ihren farbenfrohen Aquarellen, die im hellen Licht in Dubrovnik entstanden sind.

Der Wert dieser vielfältigen Ausstellung des Freisinger Mohrs sei nicht nur, dem Betrachter unterschiedliche Impulse, Stimmungen und Ideen zu vermitteln, sondern sie sei auch eine Gelegenheit für die Künstler, sich über ihre Werke auszutauschen, sagte Eva Bönig.

Am kommenden Donnerstag, 14. November, beschreibt der Fotokünstler und Zeichner Lars Herrmann um 19 Uhr im Marstall die Entstehung eines Bildes.

© SZ vom 12.11.2019
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