An die regelmäßigen Nachrichten, dass die Sanierung des Asamgebäudes inmitten der Altstadt noch einmal teurer wird, hatte man sich in Freising über die Jahre fast gewöhnt. Schließlich war das Unterfangen, das 2017 gestartet worden war, wirklich ein großes: Die erstmalige Generalüberholung des 1695 bis 1758 als Lyzeum erbauten Gebäudekomplexes stand an, nicht weniger als der Umbau zu einem zeitgemäßen Kultur- und Bürgerhaus sollte da gelingen. So etwas schüttelt sich nicht aus dem Handgelenk.
Also schluckte man, wenn auch brummelnd, die dicht getakteten Botschaften von Verzögerungen und steigenden Kosten. Hatte die erste Schätzung 2012 noch 36 Millionen Euro ausgewiesen, sprach man 2016 bereits von 46, ein Jahr später von 51,9 Millionen Euro. Die Summe stieg dann sukzessive auf über 60 Millionen Euro an. Bei 64,6 Millionen war im Juni 2023 endlich Schluss - dachte man.
Dass nun, ein Jahr nach Fertigstellung und Eröffnung, noch einmal ein ordentlicher Batzen draufgelegt werden muss, kam für manch einen etwas überraschend. Weitere 6,4 Millionen Euro soll der Stadtrat an diesem Donnerstag bewilligen, die Gesamtkosten für das Asam-Projekt werden dann bei 70,9 Millionen Euro liegen.
Kein Wunder, dass Projektsteuerer Helmut Grepmair am Dienstag im Kulturausschuss erst einmal Bilder vom wunderbaren Gelingen des Projekts zeigte, bevor er erläuterte, warum die Stadt ihr Geldsäckel noch einmal öffnen muss. Dabei gab es durchaus selbstkritische Anmerkungen, vom Gremium wohlwollend zur Kenntnis genommen.
Die Prognoseansätze seien teilweise zu optimistisch gewesen, räumte Grepmair etwa ein. Durch die Verlängerung der Bauzeit sei es zu „multiplen Störungen“ gekommen, vor allem im Bereich der Bühnentechnik. Man habe bei den Innen- und Außentüren neu ausschreiben müssen, und auch eine frühzeitige Sonderveranstaltung habe zusätzliche Kosten verursacht.
„Wirklich ein Schmuckstück für Freising.“
Bürgermeisterin Eva Bönig (Grüne) zeigte sich angesichts der desolaten Haushaltssituation der Stadt Freising wenig erbaut, äußerte aber Verständnis für die Situation und tröstete die Runde damit, dass mit der Sanierung „wirklich ein Schmuckstück für Freising“ geschaffen worden sei.
Kulturreferent Nico Heitz ging noch weiter und erklärte, dass andere Kommunen von Freising lernen könnten. Ein so altes Kulturzentrum mit modernster Haustechnik gebe es wirklich sehr selten. Für den Umbau habe es daher „keine extensiven Erfahrungswerte“ gegeben, sagte Heitz – und erinnerte an den Baukulturpreis, den man mit dem Projekt bereits gewonnen habe. „Wir können sehr stolz darauf sein.“

