Zwei Männer auf einer Bühne, permanent dabei, sich gegenseitig zu übertrumpfen. Jeder will den anderen reinlegen. Ein Spiel, bei dem am Ende ein Mord im Raum steht. Ein Kommissar, der versucht, alles aufzuklären. All das passiert in "Revanche", dem neuen Kriminalstück des "Kreativen Schauspiel Ensembles" (KSE) Freising. Nach langer Zeit der Pause können die Schauspieler nun wieder auf die Bühne und vor ein Publikum.
"Das letzte Theaterstück von uns war im vergangenen Herbst. Da haben wir das Stück ,Der Gefangene' als Lesung veranstaltet. Ich war alleine auf der Bühne, dadurch war es mit dem Hygienekonzept gut umsetzbar", erzählt Wolfgang Steger, Vereinsmitglied des Kreativen Schauspiel Ensembles. Seit 2019 ist er beim KSE dabei, seit 20 Jahren ist er im Theater zu Hause und führt nun zusammen mit Andrea Henze die Regie in dem neuen Stück.
Den pandemiebedingten Stillstand von Kunst und Kultur bedauert er sehr. "Es ist schade, dass das kulturelle Leben brach gelegen ist, dass Schauspieler nicht auf die Bühne konnten und die Freisinger nicht ins Theater. Andere hat es natürlich schwerer getroffen, weil unsere Schauspieler nicht davon leben, aber wer diese Leidenschaft fürs Theater hat, der möchte die auch ausleben", sagt Steger.
Dennoch war der Verein nie völlig inaktiv: Schon im Herbst begannen die Mitglieder mit der Arbeit an dem neuen Stück "Revanche", um vorbereitet zu sein, wenn wieder auf die Bühne gegangen werden kann. "Wir haben lange hin und her überlegt, wie und ob wir etwas machen. Trotz der Schwierigkeiten mit Corona sind wir jetzt sehr froh über unsere Entscheidung", erzählt Steger. So kann am Mittwoch, 14. Juli, um 19.30 Uhr die Premiere von "Revanche" im Montessori-Zentrum beginnen.
"Zwischen uns und dem Montessori-Verein ist eine tolle Zusammenarbeit entstanden. Uns wurden für die Proben und die Aufführungen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, dafür sind wir wirklich sehr dankbar", so Steger. Doch bevor der Verein "Revanche" im Montessori-Zentrum proben konnte, hatte alles online stattfinden müssen. Digitales Proben stand auf der Tagesordnung. "Die zwei Männer, die auf der Bühne sind, konnten sich treffen, aber die Regie und alles drum herum, das haben wir dann vom Laptop aus gemacht, das war gar nicht so einfach", erinnert sich Steger.
Etwas Gutes hatte die Corona-Zeit aber dennoch: "Die Schauspieler hatten sehr viel Zeit, sich in ihre Rollen hineinzuversetzen, die Ergebnisse davon merkt man wirklich enorm." Seit Mitte Mai waren dann auch die normalen Proben wieder möglich. "Da war das Aufatmen für alle wirklich groß, es ist einfach etwas völlig anderes, sich zu sehen, sich zu begegnen, man kann sich besser positionieren und die Räumlichkeiten besser vorstellen", sagt Steger. Nun werde sich bis zur Premiere mit den Feinheiten, der Inszenierung und der Choreografie beschäftigt.
"Ich bin wirklich sehr beeindruckt von den Mitgliedern des Vereins. Es sind alles junge Leute, mit denen auch Generationen-übergreifend eine tolle Zusammenarbeit gelingt. Ich fühle mich dort sehr wohl. Und trotz der Corona-Pandemie hat niemand die Leidenschaft und das Engagement für das Theater verloren", betont Wolfgang Steger begeistert: "Ich wünsche dem Kreativen Schauspiel Ensemble, dass das so bleibt."
