Hinter niedrigen Zäunen und zwischen Weintraubenreben liegt die Werkstatt von Walter Thumann im beschaulichen Örtchen Giggenhausen im Landkreis Freising. Wer eintritt, riecht sofort das Fichtenholz und sieht die Klaviere, die dicht an dicht stehen. Schwarze Gehäuse, poliert bis zum Spiegelglanz. Sie heißen Seiler, Sauter, Förster. Allesamt hochwertige Instrumente aus Deutschland, deren Klang man bis tief in den Bauch hinein spürt. Mal polternd, mal romantisch, aber immer stimmungsvoll. „Was gibt es Schöneres, als die Gefühle so auszudrücken?“, fragt Walter Thumann, während er eine Klangprobe gibt. Und doch befindet sich die Branche der Klavierbauer in einer veritablen Krise: Der Absatz von hiesigen Markenprodukten ist gesunken, der von günstigeren E-Pianos aus Asien nimmt dagegen zu.
KulturDie leise Krise des Klavierbaus
Lesezeit: 4 Min.

Während die Branche der Klavierbauer einbricht und E-Pianos den Markt erobern, hält Walter Thumann an Tradition, Resonanzboden und Fichtenholz fest. Seit 25 Jahren stimmt und pflegt er Klaviere. Ein Besuch in einer Werkstatt, in der der Klang noch zählt.
Von Lena Meyer, Neufahrn

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