Kranzberger Pferdehof:Frau belastet Ex-Verlobten

23-Jähriger soll Reitstallbesitzer auf den Kopf geschlagen haben

Der Prozess gegen ein Brüderpaar, dem ein versuchter Mord auf einem Kranzberger Reiterhof vorgeworfen wird, hat diese Woche eine plötzliche Wendung genommen. Der ältere Angeklagte, 23, bestreitet bislang, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Nun ist er in der seit März dauernden Verhandlung am Landshuter Landgericht aber von seiner ehemaligen Verlobten schwer belastet worden.

Der jüngere Bruder, 18, hat von Anfang an gestanden, bei dem Einbruch im Februar 2020 dabei gewesen zu sein, bei dem der 51-jährige Hofbesitzer durch einen Schlag auf den Kopf lebensgefährlich verletzt wurde. Der ältere Angeklagte, so der 18-Jährige, sei aber nicht am Tatort gewesen. Stattdessen habe er den Einbruch mit einem Bekannten verübt, der den Schlag ausgeführt haben soll und sich derzeit in Rumänien aufhält. Die 24-jährige Ex-Verlobte des 23-Jährigen gab bei ihrer Vernehmung jetzt an, ihr früherer Lebensgefährte habe ihr gegenüber zugegeben, den Reitstallbesitzer niedergeschlagen zu haben. Die Frau war unmittelbar nach der Tat mit den beiden Angeklagten in deren rumänische Heimat gereist. Wie die beiden Brüder sagte auch sie, die Reise sei schon länger geplant gewesen. Nach einem zwischenzeitlichen Aufhalt in Deutschland, bei dem sie von den Tatvorwürfen in Kenntnis gesetzt worden sei, habe sie ihren früheren Verlobten in Rumänien darauf angesprochen. Der habe dann erwidert, dass er es gewesen sei, der zugeschlagen habe.

Das Tatopfer selbst kann zwar nicht sagen, wer zugeschlagen hat, allerdings war sich der 51-Jährige bei seiner Aussage vor Gericht zu 100 Prozent sicher, vor dem Schlag beide Angeklagten in seinem Schlafzimmer erkannt zu haben. Laut eines medizinischen Sachverständigen, der Mitte Juli sein Gutachten vorgestellt hat, kann man davon ausgehen, "dass die Erinnerung bis zum Schlag auf den Kopf zuverlässig ist".

Der Prozess wird fortgesetzt.

© SZ vom 31.07.2021 / axka
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