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Kranzberger Gemeinderat:Kurz vor der Vollendung

Ortstermin in Berg: Die Kranzberger Gemeinderäte machten sich ein Bild davon, welche Flächen als Bauland geeignet sein könnten und welche zu steil sind.

(Foto: Marco Einfeldt)

Gemeinderäte klären letzte Details zum neuen Kranzberger Flächennutzungsplan

Von Petra Schnirch, Kranzberg

Die Gemeinde Kranzberg ist einen großen Schritt weitergekommen: Der neue Flächennutzungsplan, der die Grundzüge der künftigen Entwicklung aufzeigt, wird aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr fertig. Die Gemeinderäte klärten in ihrer Sitzung am Dienstag letzte Details, bevor der Entwurf noch einmal ausgelegt wird. Deutlich wurde bei der Diskussion aber erneut: Im Ortsteil Berg hätte das Gremium gerne weitere potenzielle Bauflächen aufgenommen. Letztendlich beugten sich die Gemeinderäte aber dem Einspruch der Unteren Naturschutzbehörde, um die Genehmigung des Plans nicht zu gefährden.

Vor der Sitzung traf sich das Gremium zu einem Ortstermin in Berg. Die strittigen Grundstücke liegen im Westen, rechts und links eines abschüssigen Hohlwegs. Dass im Hangbereich nicht gebaut werden sollte, darüber herrschte Einigkeit. Auf zwei Drittel der Fläche wäre das aber ohne Weiteres möglich, fand Zweiter Bürgermeister Anton Hierhager (SPD). Weitere Gespräche mit dem Landratsamt, um zumindest einen Teilbereich als potenzielles Bauland aufweisen zu können, hielt Bürgermeister Hermann Hammerl (FWG) für wenig erfolgversprechend. Einen konkreten Bauantrag für eines der Grundstücke habe die Behörde schon einmal abgelehnt.

Monika Mühl (FWG) plädierte dafür, den Flächennutzungsplan nicht weiter zu verzögern. Dies von einem Bauwerber abhängig zu machen, wäre eine "Themaverfehlung". An dem "Riesenwerk" sei jahrelang gearbeitet worden. Einzelne Bauwünsche könnten über eine Einbeziehungssatzung geregelt werden. Bei drei Gegenstimmen akzeptierte das Gremium schließlich, dass die fraglichen Flächen nicht aufgenommen werden. "Das ist schade", kommentierte dies Franz Braun (CSU), in Berg gebe es dadurch keine Entwicklungsmöglichkeiten. Florian Vierthaler (KGL) schimpfte: "Vielleicht sparen wir uns beim nächsten Mal den Planer und lassen gleich das Landratsamt zeichnen."

Als Kompromiss waren zwei Flächen etwas weiter südlich im Gespräch. Eine davon lehnte allerdings die Mehrheit im Gemeinderat ab, weil sie direkt an der Hangkante liegt. In anderen Teilen der Gemeinde habe man darauf geachtet, landschaftlich schöne und exponiert gelegene Grundstücke freizuhalten, sagte Andreas Adldinger (CSU). Daran sollte man sich auch hier halten. Eine weitere Fläche im Süden wird jedoch aufgenommen.

Der Entwurf des Kranzberger Flächennutzungsplans wird nun ein drittes Mal ausgelegt, allerdings nur für zwei Wochen. Bürger und Verbänden haben dann noch einmal Gelegenheit, Einwände vorzubringen.

© SZ vom 30.07.2020

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