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Kranzberg:Abwassergebühr wird neu berechnet

Nun ist es beschlossene Sache: Die Gemeinde Kranzberg führt die sogenannte gesplittete Abwassergebühr ein. Bisher wird zur Berechnung ausschließlich der Frischwasserverbrauch herangezogen, künftig wird auch die Niederschlagsmenge berücksichtigt, die von versiegelten Flächen in die Kanalisation gelangt. Der erste Schritt auf dem Weg zur Umstellung des Systems ist für die Verwaltung im Rathaus sehr aufwendig, weil deren Umfang nun für alle Anwesen über Karten und Satellitenaufnahmen ermittelt werden muss. Auch mit zahlreichen Widersprüchen muss die Gemeinde rechnen.

Bereits bei der Sitzung im März war deutlich geworden, dass die Gemeinderäte eine Umstellung am liebsten vermeiden würden. Bürgermeister Hermann Hammerl (FWG) wies in der jüngsten Zusammenkunft aber noch einmal darauf hin, dass die Gemeinde dazu verpflichtet sei, weil die Kosten für die Regenwasser-Beseitigung die Grenze von zwölf Prozent überschritten. Die Marke liege in Kranzberg derzeit bei 13,84 Prozent. Würde sich die Gemeinde dem verweigern, wären alle etwa 1200 Bescheide nicht mehr rechtssicher und somit anfechtbar. "Wir können das nicht ignorieren", sagte Geschäftsleiterin Hannelore Neumann.

Mit einer Gegenstimme votierte der Gemeinderat deshalb für die Neuerung. Sonja Kieslinger (FWG) regte eine Bürgersprechstunde zu dem Thema an, auch eine Broschüre ist geplant. Es sei nicht geplant, ständig nachzuprüfen, ob sich auf den Grundstücken etwas verändert habe, versicherte Hammerl. Teurer werden könnte das neue System vor allem für Betriebe mit großen, versiegelten Flächen. Hausbesitzer könnten davon sogar profitieren.

© SZ vom 07.05.2021 / psc
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