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Konzept gewünscht:Einheitliche Hygiene-Standards

Norbert Manhart (Freie Wähler) fühlt sich nun bestätigt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Neufahrn stellt nun doch die Reinigungsarbeiten in ihren Liegenschaften auf den Prüfstand, vor drei Jahren hatte der Finanzausschuss das noch abgelehnt. Auch Einsparungen erhofft sich die Gemeinde dadurch

Von Birgit Grundner, Neufahrn

Dass gut geputzt mehr als optisch sauber ist, dürfte spätestens in Zeiten von Corona und Hygieneplänen den meisten klar geworden sein. Das Pandemiegeschehen hatten wohl auch die Mitglieder des Finanzausschusses vor Augen, als sie einen Beschluss aus dem Jahr 2018 aufhoben und nun einstimmig dafür votierten, ein Projekt "Reinigungsmanagement" in Angriff zu nehmen. Dabei geht es allerdings nicht nur um Qualitätsstandards, sondern auch um Wirtschaftlichkeit und damit letztlich um Einsparungen.

Kitas, Schulen, das Rathaus und sonstige Einrichtungen - alles in allem hat die Gemeinde 33 000 Quadratmeter Liegenschaften. Regelmäßig wird überall sauber gemacht, zum Teil durch Personal der Gemeinde und zum Teil durch Fremdfirmen. Aber jetzt sollen die "Reinigungsprozesse", wie es im Amtsdeutsch heißt, optimiert werden. Laut Christian Salzbrunn von der Verwaltung sollen "die aktuelle Situation beurteilt, ein einheitliches Reinigungskonzept mit hohen Hygiene- und Qualitätsstandards erstellt und die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der durchgeführten Reinigungsleistungen verbessert werden".

Das heißt zum Beispiel, dass Reinigungspläne für alle Gebäude und Leistungsverzeichnisse erstellt werden, die "Eigenreinigung" auf den Prüfstand kommt und die "Fremdreinigung" sowie der Einkauf von Reinigungsmitteln regelmäßig neu ausgeschrieben werden. Christian Salzbrunn hofft auf ein Ergebnis bis Mitte 2022 und eine solide Grundlage für die nächsten Jahre.

Damit reagiert man zum einen auf die Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes, aber auch auf bereits drei Jahre alte Empfehlungen des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands, der ein Auge auf das wirtschaftliche Vorgehen von Städten und Gemeinden hat. Wodurch mit einem Reinigungsmanagement denn konkret gespart würde, wollte Melanie Fischer (Grüne) wissen. Salzbrunn verwies etwa auf bessere Preise durch die Neuausschreibungen. Auch würden zum Beispiel die Böden weniger strapaziert, wenn sie optimal gereinigt würden, und das reduziere wiederum die Ausgaben für Instandsetzungen.

Wenn man die bisherigen Zahlen beim Reinigungsmittelverbrauch sehe, könne man tatsächlich manchmal den Eindruck bekommen, dass die Mittel "intravenös vernichtet" würden, bestätigte Manuela Auinger (SPD), die dem Rechnungsprüfungsausschuss angehört. Frank Langwieser (CSU) machte sich dafür stark, bei den Fremdfirmen nach Möglichkeit Neufahrner Unternehmen zum Zug kommen zu lassen, sofern die Ausschreibungen das zulassen.

Vor drei Jahren hatte sich der Finanzausschuss noch nicht zum Reinigungsmanagement durchringen können und das Vorhaben mit fünf zu fünf Stimmen abgelehnt. Zu den Befürwortern hatte damals Norbert Manhart (Freie Wähler) gehört, der sich nun bestätigt fühlte. Zwar sei so ein Reinigungsmanagement zunächst "teuer, aber nach einer überschaubaren Zeit kann man Geld sparen".

© SZ vom 11.05.2021
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