Die Stadt Freising wird in den kommenden sechs Jahren zum ersten Mal in ihrer Geschichte von einer Frau an der Spitze der Rathausverwaltung geführt. Die OB-Kandidatin der Freisinger Mitte (FSM), Monika Schwind, 51, setzte sich in der Stichwahl am Sonntag am Ende doch einigermaßen deutlich gegen ihren Konkurrenten von den Grünen, Nico Heitz, durch. Am Ende konnte sie 60,8 Prozent der Wählerstimmen für sich verbuchen. Die Wahlbeteiligung lag bei 47 Prozent.
Sie sei im Vorfeld oft gefragt worden, ob Freising überhaupt bereit sei für eine Oberbürgermeisterin, sagte Schwind in einer kurzen Dankesrede. Der deutliche Sieg habe gezeigt, dass Freising natürlich bereit sei und dafür sei sie „sehr, sehr dankbar“. Nun freue sie sich auf den Amtsantritt am 1. Mai, „wenn ich dann für Freising meine Kraft einsetzen und die Geschicke der Stadt die nächsten Jahre zu ihrem besten Wohle lenken kann“.
„Bis morgen früh“ sei er natürlich erst einmal nicht zufrieden, kommentierte der unterlegene Kandidat Nico Heitz das immerhin respektable Wahlergebnis von fast 40 Prozent, „weil ich wäre sehr gerne Oberbürgermeister geworden“. Man habe aber gesehen, dass sich die Freisinger in den kommenden Jahren von den Grünen einen maßgeblichen Einfluss auf die Politik wünschen: „Das Ergebnis ist ein ganz klarer Auftrag.“
Mader ist neuer Moosburger Bürgermeister
Moosburg bekommt einen neuen Bürgermeister. Maximilian Mader (CSU) siegte in der Stichwahl mit 57 Prozent klar vor Amtsinhaber Josef Dollinger (Moosburg pur), der 43 Prozent erhielt. Im Sitzungssaal des Feyerabendhauses wurde Mader mit lautem Applaus begrüßt. Er erschien erst, als klar war, dass sich nichts mehr ändern würde. Die Auszählung hatte er zunächst in aller Ruhe zu Hause verfolgt. Er habe nicht erwartet, dass das Ergebnis so deutlich ausfallen werde, sagte der 42-Jährige und wirkte sichtlich gelöst. Er führte das, ebenso wie Fraktionschef Rudi Heinz, auf die gute „Mannschaftsleistung“ zurück. Dollinger befindet sich derzeit nach einem Knöchelbruch im Freisinger Klinikum.
Die Stichwahl war in Moosburg mit besonderer Spannung erwartet worden. Schon im ersten Wahlgang vor zwei Wochen lag Mader vor Dollinger, allerdings trennten die beiden nur 3,2 Prozentpunkte. Bei der Auszählung war Mader dieses Mal von Anfang an vorn.
Dollinger, seit sechs Jahren Bürgermeister, war als unabhängiger Kandidat ohne eigene Liste angetreten. Ende 2024 hatte er die Freien Wähler in Moosburg verlassen. Den Sprung in den Kreistag schaffte der 66-Jährige aber auf der FW-Liste. Trotz dieser Nähe hatten die Freien Wähler in Moosburg eine Wahlempfehlung für Mader abgegeben. Die Wähler wollten einen konservativeren Stadtrat und einen jüngeren Kandidaten, sagte Heinz.
Der Wahlausgang sei eine große Enttäuschung, sagte Dollinger, aber es gehe ihm gut. Er hätte nicht damit gerechnet, dass der Abstand so groß sein werde, sagte er der SZ. „Ich bin ein alter Wahlkämpfer, es ist so wie es ist“, meinte er. „Ich habe mein Bestes gegeben.“ Er habe gegen eine „übermächtige CSU“ verloren.

Ozan Iyibas gewinnt die Stichwahl in Neufahrn
Es war knapp – und ein durchaus nervenzerreißendes Kopf-an-Kopf-Rennen – aber am Ende hat es doch gereicht. Ozan Iyibas (CSU) hat die Stichwahl in Neufahrn bei Freising mit 53,5 Prozent der Stimmen gewonnen. Der Kandidat der Grünen, Christian Meidinger, der für den ersten Teil des Abends bis zur Auszählung der Briefwahlen knapp vorn lag, konnte den Bürgermeister-Sessel, der seit zwölf Jahren in den Händen seiner Partei liegt, nicht verteidigen.
Iyibas, 43 Jahre alt, Vater zweier kleiner Töchter, ist Geschäftsführer einer Fahrschule und freiberuflicher Unternehmensberater, davor hat er die Sparkasse-Hauptstelle in Freising geleitet. Seit 2014 sitzt er für die Christsozialen im Gemeinderat und ist zudem als dritter Bürgermeister tätig. Schon vor sechs Jahren hatte Iyibas als Rathauschef kandidiert, damals ohne Erfolg. Nun werden seine Ambitionen wahr.
Das Wahlergebnis in Neufahrn gilt als kleine Sensation. Erstens, weil der Rathaussessel nach 37 Jahren zurück an die Christsozialen geht. Und zweitens, weil Iyibas als erster CSU-Bürgermeister mit türkischen Wurzeln gilt – in der Parteigeschichte der konservativen CSU ist er somit ein Novum. Der 43-Jährige ist in Freising geboren und in Neufahrn aufgewachsen. Er ist Alevit und fühlt sich gleichzeitig dem christlichen Menschenbild sehr verbunden. Mehrmals hat Iyibas betont, ein „Bürgermeister für alle“ sein zu wollen. Nun sei er „überglücklich“ und könnte „nicht in Worten fassen“, was er im Laufe des durchaus spannenden Wahlabends gefühlt hat.

Steigerwald siegt in Eching
Michael Steigerwald ist als Erster der schlussendlich fünf Kandidaten in den Wahlkampf ums Echinger Bürgermeisteramt gestartet – und er hat den längsten Atem bewiesen. Mit 55,1 Prozent der Stimmen wurde der kommunalpolitisch bislang völlig unbeleckte CSU-Bewerber in der Stichwahl zum Nachfolger von Sebastian Thaler gewählt. Mit 2822 Stimmen setzte sich Steigerwald gegen Christoph Gürtner (FW) durch, der 2301 Stimmen erhielt. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,3 Prozent.
Fünf Kandidaten, so viele wie noch nie in Eching, hatten sich um das Amt des Bürgermeisters beworben. Das erklärte gemeinsame Wahlziel der vier Herausforderer war etwas überraschend bereits im ersten Durchgang erreicht worden: Amtsinhaber Sebastian Thaler (von der parteifreien Gruppierung „Mega“) abzuwählen. Steigerwald wie auch Gürtner profitierten wohl stark von der Ablehnung des amtierenden Bürgermeisters durch die Wähler, die auch dessen einstige Unterstützer SPD und Grüne nach unten zog.
Für die Stichwahl hatte Steigerwald Unterstützung der FDP und den Ansatz einer Empfehlung durch die Grünen erhalten. Mit sieben Sitzen und dem Zugewinn eines Sitzes war die CSU schon der Gewinner der Gemeinderatswahl. Eching war über 25 Jahre eine SPD-Hochburg im Landkreis; nach 18 Jahren mit CSU-Bürgermeister Josef Riemensberger amtierte zuletzt Thaler zehn Jahre.

Gammelsdorf bekommt einen neuen Bürgermeister
Einen sehr spannenden Wahlabend erlebten die Gammelsdorfer. Dort lagen nach drei ausgezählten Wahllokalen (von vier) Bürgermeisterin Raimunda Menzel (ÜWG) und Bernhard Lochinger (MfG) mit 50 zu 50 Prozent exakt gleichauf. Am Ende setzte sich Lochinger mit 50,3 Prozent durch, Gammelsdorf bekommt also einen neuen Bürgermeister.

Walter Schmidt siegt in Langenbach
Der neue Langenbacher Bürgermeister heißt Walter Schmidt (FW). Er setzte sich in der Stichwahl mit 55,7 Prozent der Stimmen gegen Susanne Wildgruber von der Freien Wähler Gemeinschaft Oberhummel durch.

In Nandlstadt behauptet sich der Amtsinhaber knapp
In Nandlstadt hat sich Bürgermeister Gerhard Betz (UWN) mit 50,7 Prozent der Wählerstimmen ebenfalls nur denkbar knapp gegen seine Herausforderin Sibylle Thiermann-Mayrhofer (CSU) durchgesetzt. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,4 Prozent.


