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Kommunalwahl in Moosburg:Grüne über Kandidat Michael Stanglmaier: "Das richtige Zugpferd"

Der Kandidat der Moosburger Grünen für die Kommunalwahl: Michael Stanglmaier

(Foto: Marco Einfeldt)

Grüne nominieren Michael Stanglmaier zu ihrem Bürgermeisterkandidaten.

Vor ein paar Wochen hat so mancher Beobachter nicht schlecht gestaunt, als der designierte Bürgermeisterkandidat Michael Stanglmaier bei der Wahl des Grünen-Ortsvorstands daran scheiterte, einen von drei Beisitzerposten zu ergattern. Dabei hatte er doch explizit darum gebeten, um im bevorstehenden Wahlkampf möglichst gut mit dem Ortsverband vernetzt zu sein. Am Dienstagabend haben die 25 anwesenden Mitglieder das Bild wieder geradegerückt: Bei der Nominierungsversammlung im Gasthof "Drei Tannen" stärkte die Basis Stanglmaier demonstrativ den Rücken und wählte ihn mit 100 Prozent der abgegeben Stimmen zum Bürgermeisterkandidaten. Einen anderen Bewerber gab es nicht.

Co-Ortssprecherin Verena Kuch, die von einem rapiden Zuwachs der Moosburger Grünen auf jetzt 36 Mitglieder berichtete, bezeichnete Stanglmaier als "richtiges Zugpferd". Mit ihm werde man im Falle eines Wahlsiegs "einen ökologischen und sozialen Bürgermeister" haben. Bei der Landtagswahl vergangenes Jahr habe man Johannes Becher mit Unterstützung des Moosburger Ortsverbands "in den Landtag geschickt, und im März werden wir beweisen, dass wir so was auch mit Michael Stanglmaier schaffen".

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Johannes Becher, der seit elfeinhalb Jahren zusammen mit Stanglmaier im Stadtrat sitzt und im Frühjahr wieder für einen Sitz in dem Gremium kandidieren will, war ebenfalls voll des Lobes. Er habe Stanglmaier in dieser Zeit als Politiker und Mensch gut kennengelernt. Er benannte vier Eigenschaften, die Stanglmaier seiner Meinung nach besonders auszeichnen: Kompetenz, Mut, Hartnäckigkeit und Vertrauen in die Fähigkeiten anderer Menschen. So habe er an ihn fest geglaubt, "als ich damals mit 19 Jahren in den Stadtrat gekommen bin".

Die Stadt Moosburg "machen die Menschen aus"

Der Biochemiker Stanglmaier - 56 Jahre alt, in Freising geboren, seit mehr als 50 Jahren in Moosburg zu Hause, derzeit Dritter Bürgermeister und seit vielen Jahren Stadt- und Kreisrat - ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne im Alter von 18 und 20 Jahren. Er arbeitet derzeit für eine Nicht-Regierungsorganisation (NGO) und war zuvor unter anderem in der Krebsforschung tätig. Verantwortung trägt er zudem als Stellvertretender Vorsitzender des ADFC Bayern mit 30 000 Mitgliedern.

Die Stadt Moosburg, so sagte er, "machen die Menschen aus, diesen Schatz müssen wir heben". Man müsse eine Mitmachkultur entwickeln. Er wolle ein Bürgermeister sein, "der zuhört, die Menschen sollen ernst genommen werden - auch vom Stadtrat". In Letzterem, meint Stanglmaier, "muss sicher auch mal in der Sache hart diskutiert werden", aber diese Diskussionen müssten immer sachlich und fair ablaufen. Er möchte nicht nur im Stadtrat, sondern generell zwischen allen Menschen in der Stadt "ein Klima der Wertschätzung und des Respekts" schaffen.

Viele Pläne, damit Moosburg keine "Schlafstadt" wird

Thematisch liegt Stanglmaier daran, "dass Moosburg keine Schlafstadt wird, die Stadt muss weiter leben". Dazu gehöre eine lebendige, barrierefreie Innenstadt mit weniger Verkehr und mehr Bäumen. Mittelfristig wolle er auf dem Areal Alte Polizei/Jugendhaus eine Art "City-Center" mit Geschäften, Arztpraxen und einer Tiefgarage bauen. Wachstum und Nachverdichtung der Stadt müsse man verträglich gestalten, etwa durch Bebauungspläne. Man brauche einen dritten Schulstandort und müsse das Angebot an Kindertageseinrichtungen ausbauen - inklusive günstiger Mitarbeiterwohnungen fürs Personal. Zudem will der Grünen-Kandidat seniorengerechtes Bauen fördern, in Regie der Stadt weitere Sozialwohnungen bauen und nach Vorbild Echings ein Mehr-Generationen-Haus errichten. Er forderte zudem, "dass wir in die soziale Bodenpolitik einsteigen". Dass heißt, dass nur dann Baurecht geschaffen werden soll, wenn Teile der betreffenden Fläche der Stadt zur Nutzung überlassen werden.

Stanglmaier will den Stadtbus und die Busanbindung ins Umland ausbauen, das Geh- und Radwegekonzept umsetzen und weiter vehement gegen den Bau der dritten Startbahn kämpfen. In Sachen Energiewende habe man in Moosburg "in den letzten Jahren schon viel erreicht, aber wir müssen die Geschwindigkeit erhöhen". Man müsse die Photovoltaik weiter ausbauen, etwa durch Förderprogramme für kleine Balkonanlagen. Mit Blick auf das Klima gelte immer noch der berühmte Satz aus den 1980er-Jahren: "Wie haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt."

Nach seiner Rede erhielt der Kandidat lange anhaltenden Applaus. Nachdem er nach seiner Wahl die Glückwünsche des Co-Ortsvorsitzenden Alfred Wagner entgegengenommen hatte, meinte Stanglmaier: "Wir können einiges zerreißen. Moosburg hätte es verdient."

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