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Kommunalwahl in Wang:Mit Schwung ins Rathaus

Der 37-jährige Josef Schwaiger kam im ersten Wahlgang vor eineinhalb Wochen auf 31,4 Prozent.

(Foto: oh)

Josef Schwaiger von der Freien Wähler­gemeinschaft gibt sich vor der Stichwahl am Sonntag um das Bürgermeisteramt selbstbewusst

Von Petra Schnirch, Wang

Vor der Stichwahl am Sonntag um das Bürgermeisteramt in Wang gibt sich Josef Schwaiger selbstbewusst. Der Unterschied im ersten Wahlgang sei nicht so groß, sagt er. Nein, er habe keine Bedenken, dass dies für ihn ein Nachteil sein könnte. Der 37-Jährige kam vor eineinhalb Wochen auf 31,4 Prozent, Markus Stöber auf 38,4. Ein Kriterium werde sein, wie es sich auswirke, dass diesmal alle Wähler Briefwahlunterlagen zugeschickt bekommen.

Schwaiger lebt mit seiner Familie in Burgschlag. Er arbeitet als Maschinenbautechniker bei Jungheinrich im Werk Degernpoint, außerdem führt er im Nebenerwerb eine Landwirtschaft. Im Falle seiner Wahl werde er seine berufliche Tätigkeit zurückfahren - wie stark, das werde sich zeigen.

Josef Schwaiger ist Kandidat der Freien Wählergemeinschaft Inzkofen, der zweitgrößten Gruppierung im Gemeinderat, dem er seit zwölf Jahren angehört. Was ihn und seinen Mitbewerber verbindet, ist, dass beide im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde fest verankert sind. Schwaiger gehört mehreren Bergener Vereinen an, ist aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Sixthaselbach. In der Gemeindepolitik fehlt ihm bisher etwas "Schwung", sagt er, "den bringe ich mit". Damit habe er auch in den Vorstellungsrunden im Wahlkampf geworben. Trotz der angespannten finanziellen Lage könne man einiges bewegen. Keine Rolle spielt für ihn, dass er aus keinem der größeren Orte in der Gemeinde kommt.

Auch Schwaigers Schwerpunkte liegen bei den Verkehrsproblemen im Gemeindegebiet. Was die Straßensanierung angeht, gebe es einen Sanierungsstau, kritisiert er - Fahrbahnen wiesen Risse auf, Feldwege müssten hergerichtet werden. Dafür müsse Geld eingeplant werden. Außerdem müsse man prüfen, ob langfristig ein neuer Kindergarten benötigt werde und dies "auf vernünftige Beine stellen". Zudem müssten Radwege weitergeführt werden. Er habe vor sechs Jahren schon vorschlagen, eine Verbindung Richtung Bruckberg zu schaffen. Natürlich ist auch bei Josef Schwaiger der "Dauerbrenner Ligeder Berg" ein Thema. Er plädiert für eine "vernünftige Umfahrung", um die Ortschaften zu entlasten. Es sei höchste Zeit, dass man hier vorankomme. Weiter verbessern möchte Schwaiger auch das schnelle Internet. Die beiden ersten Abschnitte des Breitbandausbaus seien fast abgeschlossen, bilanziert er. Nächste Ausbaustufe müsse der Glasfaserausbau sein. Home-Office sei ja gerade ein großes Thema.

Er habe lange überlegt, ob er für das Bürgermeisteramt kandidieren soll, gesteht Schwaiger, weil er im Nebenerwerb noch Landwirt sei. Es reize ihn aber, das Gespräch mit den Leuten zu suchen, "Tatsachen auf den Tisch zu legen" und pragmatisch nach Lösungen zu suchen, sagt er zu seiner Motivation. Entscheidend sei, die Probleme aus allen Gemeindeteilen auf der Agenda zu haben.

Lob gibt es auch von ihm für die Kollegen im Wanger Gemeinderat. Es sei eine "gute Mischung", sagt Josef Schwaiger. "Das passt." Es sei wichtig, die eigene Meinung zu vertreten, "für ein positives Gesamtergebnis dann aber an einem Strang" zu ziehen.

© SZ vom 26.03.2020
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