In Moosburg stehen bei der Bürgermeisterwahl mehrere bekannte Personen auf dem Stimmzettel, drei der sieben Kandidaten sind bereits 2020 angetreten. Zu ihnen gehört Josef Dollinger, der gern eine weitere Amtszeit anhängen möchte. Er hat dieses Mal als unabhängiger Bewerber einen schwierigeren Weg gewählt und musste erst 180 Unterstützerunterschriften sammeln, was für ihn kein großes Problem darstellte. Die Freien Wähler, bei denen er bisher verankert war, haben deshalb einen eigenen Kandidaten nominiert. Die Gruppierung Fresh hat eine Liste für den Stadtrat zusammengestellt, aber keinen Bürgermeisterkandidaten bestimmt. ÖDP und FDP ziehen sich in den kommenden sechs Jahren ganz aus der Stadtratsarbeit zurück.
Der unabhängige Kandidat: Josef Dollinger

Josef Dollinger hat sich bewusst dafür entschieden, bei der Kommunalwahl am 8. März nicht für eine Partei anzutreten. Anfang 2025 hat er die Freien Wähler verlassen. Nominiert hat ihn ein Wählerverein mit dem Namen „Moosburg pur“. Das sei auch sein Programm, sagt der amtierende Bürgermeister. Er wolle mit allen Fraktionen im Stadtrat weiterhin gut zusammenarbeiten. Möglich ist eine Kandidatur, weil die Altersgrenze gefallen ist. Im März wird Dollinger 67, früher war das ein Ausschlusskriterium. Für den Freisinger Kreistag bewirbt er sich dagegen auf der Liste der Freien Wähler. Eines der zentralen Themen ist für Dollinger die Innenstadtbelebung mit Geschäften im Erdgeschoss des Rathauses und im Feyerabendhaus. Neue Gewerbegebiete hält er ebenfalls für notwendig.
Der Kandidat der CSU: Maximilian Mader

Nach sechs Jahren möchte die Moosburger CSU zurück auf den Chefsessel im Rathaus. Seinen Hut hat Maximilian Mader in den Ring geworfen, er ist seit 2021 Ortsvorsitzender der CSU. Entsprechend hoch seien die Erwartungen gewesen, dass er als Bürgermeister kandidieren werde, sagt der 42-jährige Jurist. Mader will sich dafür einsetzen, dass die Innenstadt wieder attraktiver wird. Er sieht hier großen Handlungsbedarf. Zudem hält er es für notwendig, die Marketing-Genossenschaft zu reformieren und die Kommunikation mit Geschäftsleuten sowie den Bürgerinnen und Bürgern zu verbessern.
Der Kandidat der Grünen: Michael Stanglmaier

Einen weiteren Anlauf, das Bürgermeisteramt zu erobern, unternimmt Michael Stanglmaier. Es ist bereits seine vierte Kandidatur. 2020 lag der Kandidat der Grünen nach dem ersten Wahlgang knapp vorn, musste sich in der Stichwahl aber Josef Dollinger geschlagen geben. Seit knapp zwölf Jahren ist Stanglmaier Dritter Bürgermeister, seit mehr als zwei Jahrzehnten Energie- und Umweltreferent. Der 61-Jährige Biochemiker will die Bürgerbeteiligung ausbauen und neue Unternehmen nach Moosburg holen. Höhere Gewerbesteuereinnahmen könnten nach seinen Worten dabei helfen, die Stadtfinanzen zu konsolidieren.
Der Kandidat der Freien Wähler: Reinhard Lauterbach

Die Freien Wähler hatten ihren Kandidaten für das Bürgermeisteramt bereits im Frühjahr 2025 vorgestellt, nur wenige Wochen nachdem Josef Dollinger seinen Austritt erklärt hatte. Mitte Oktober wurde der 51-Jährige einstimmig nominiert. Lauterbach, der seit 2020 dem Stadtrat angehört, sieht sich als Teamplayer. Eine Kandidatur für das Bürgermeisteramt stand schon länger auf seinem Wunschzettel. Der selbständige Vermögens- und Finanzberater blickt mit Sorge auf den angespannten Haushalt und hält einen Plan für notwendig, um die Schulden zu reduzieren und neue Einnahmen zu generieren. Er will hier neue Wege suchen.
Der Kandidat der SPD: Gunnar Marcus

Für Gunnar Marcus ist es die zweite Kandidatur für das Bürgermeisteramt, diesmal unter anderen Vorzeichen. Vor sechs Jahren war er relativ neu im SPD-Ortsverein, ohne Erfahrung in der Kommunalpolitik. Inzwischen ist er Vorsitzender der Moosburger Sozialdemokraten und sitzt seit zehn Monaten als Nachrücker im Stadtrat. Beruflich ist der 51-Jährige als IT-Leiter in einer Patentanwaltskanzlei tätig. Marcus möchte die Innenstadt für Kunden und Bewohner attraktiver gestalten, die Rolle der Stadt als Mittelzentrum stärken und die Tourismuswerbung intensivieren. Weiterer Punkt ist ein besseres Angebot im öffentlichen Nahverkehr.
Der Kandidat der Linken: Alexander Strobl

Die Linke schickt Alexander Strobl ins Rennen, der seit 2023 dem Stadtrat angehört. Der 45-jährige Elektromeister ist Mitbegründer des Repair-Cafés. Für Moosburg haben die Linken einige konkrete Vorschläge, sie wünschen sich für Jung und Alt eine Stadtteil-Mensa in der Neustadt, außerdem konsumfreie Räume in der Innenstadt. Weitere zentrale Anliegen Strobls sind mehr günstiger Wohnraum sowie eine klimaneutrale und soziale Verkehrspolitik. Angesichts des Rechtsrucks in der Gesellschaft wollen Strobl und die Linke eine klare antifaschistische Haltung zeigen.
Der Kandidat der AfD: Moutasem-Daoud Ghadieh

Die AfD hat ihren Bürgermeisterkandidaten erst im zweiten Anlauf nominiert – verbunden mit internen Auseinandersetzungen. Zunächst war Stefan Jahnel zum Kandidaten gekürt worden, doch die Wahl wurde wegen eines Formfehlers kassiert. Im zweiten Anlauf hob die AfD überraschend den Allgemeinmediziner Moutasem-Daoud Ghadieh auf den Schild, der in München praktiziert und seit knapp zehn Jahren in Moosburg lebt. Auch ihm ist die Belebung der Innenstadt ein Anliegen, überdies spricht er sich dafür aus, Planungen für eine zweite Isarbrücke aufzunehmen. Zudem möchte er neue Gewerbebetriebe ansiedeln.

