Kommentar:Die Quittung für Selbstherrlichkeit

Beim Bürgerentscheid hat nicht nur das Wohnbaumodell eine Rolle gespielt

von Klaus Bachhuber

Erstaunlich, dass die Freien Wähler beim Echinger Bürgerentscheid zum Wohnbaumodell über 2500 Stimmen mobilisieren konnten zu einem Thema, das konkret vielleicht 20 Leute betrifft. Erstaunlich auch, dass der Echinger Bürgermeister und die ihn unterstützenden Gruppierungen nach ihrem triumphalen Erfolg bei den Kommunalwahlen vor Jahresfrist bei der ersten großen Auseinandersetzung seither kaum noch 1000 Leute auf ihre Seite brachten.

Ausschlaggebend scheint freilich weniger die Sachfrage des Bürgerentscheids gewesen zu sein - vergünstigter Gemeindegrund nur noch im Erbbaurecht oder in Erbbau plus Verkauf gesplittet - sondern das Vorgehen der "Bunten Koalition" um Bürgermeister Sebastian Thaler.

Einen Gemeinderatsbeschluss, der für die nächsten zwei Neubaugebiete schon rund 30 Grundstücke zum Verkauf angekündigt hatte, rückwirkend zu kassieren, allen Familien, die nicht wenig Herzblut auf diese Chance gesetzt hatten, damit eine lange Nase zu drehen und das Ganze auch noch schlampig zu begründen - da kam der visionäre Gedanke dahinter nicht mehr durch, das wirkte nur noch selbstherrlich.

Eching hat den "Bunten" im Jahr 2020 das eindeutige Mandat gegeben, neue Wege zu gehen. Allerdings sind noch immer nicht viele solche erkennbar. Und mitgenommen werden möchte das Wahlvolk schon auch noch.

© SZ vom 27.07.2021
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