Knifflige Verkehrssituation in Moosburg:Probleme mit der neuen, provisorischen Vorfahrtsregelung

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Knifflige Verkehrssituation in Moosburg: Die Lage an der Ecke Münchener Straße/Westerbergstraße ist durch die geänderte Vorfahrt unübersichtlich. Eine Querungshilfe gibt es aber vorerst nicht.

Die Lage an der Ecke Münchener Straße/Westerbergstraße ist durch die geänderte Vorfahrt unübersichtlich. Eine Querungshilfe gibt es aber vorerst nicht.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Frauenunion wünscht eine Querungshilfe an der Westerbergstraße, "die jetzige Lösung ist Murks", kritisiert CSU-Stadträtin Karin Linz

Von Alexander Kappen, Moosburg

Mit den provisorisch geänderten Vorfahrtsregelungen an den beiden Einfahrten zur Moosburger Innenstadt läuft es im Alltagsverkehr noch nicht so ganz rund. Deshalb will sich der Stadtrat die Sache in Kürze bei einer Ortsbegehung an den Einmündungen Münchener Straße/Westerbergstraße und Thalbacher Straße/Bahnhofstraße noch einmal ansehen und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Die Frauenunion des Moosburger CSU-Ortsverbands wollte jedoch zumindest für die Fußgänger schon früher Abhilfe schaffen und hat deshalb den Antrag auf Errichtung einer Querungshilfe an der Westerbergstraße gestellt.

Der Bauausschuss des Stadtrats nahm den Antrag in seiner jüngsten Sitzung lediglich zur Kenntnis, ohne eine Entscheidung zu treffen. Das Gremium beauftragte stattdessen die Verwaltung, "im Rahmen des endgültigen Kreuzungsumbaus eine optimale Lösung für den Querungsverkehr einzuplanen".

Bürgermeister Josef Dollinger (FW) bekräftigte in der Sitzung die Einschätzung der Rathausverwaltung, wonach die beantragte Querungshilfe, in Form eines Zebrastreifens oder einer Ampel, an dieser Stelle derzeit "rechtlich nicht möglich" sei. Karin Linz (CSU) verlieh der Angelegenheit allerdings noch einmal Nachdruck. Sie halte hier auf jeden Fall "eine Querungshilfe für nötig", sagte die CSU-Stadträtin und fand deutliche Worte: "Die jetzige Lösung ist Murks."

Dritter Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) will den Weg der Verwaltung mitgehen und Querungshilfen erst beim endgültigen Ausbau der Kreuzungsbereiche berücksichtigen. Und zwar nicht nur an der Westerbergstraße, "sondern auch unten an der Bahnhofstraße". Um am Ende aber nicht wieder unbefriedigende Lösungen zu erhalten, bat er darum, "bei der Planung ein erfahrenes Büro zu wählen, das sich mit Kreuzungsbereichen auskennt".

Verena Kuch (Grüne) wiederum beklagte, dass sich beim momentanen, provisorischen Fußgängerüberweg an der Westerbergstraße nur an einer Seite eine Rampe für Kinderwagen, Rollatoren und dergleichen befinde. Auf der anderen Straßenseite komme man dagegen nur mit Mühe wieder auf den Gehsteig hinauf. Renate Klossek von der städtischen Straßenverkehrsbehörde wies darauf hin, dass sich fünf Meter entfernt eine Absenkung befinde, die man nutzen könne. "Fünf Meter kann man den Leuten schon zumuten", meinte auch der Bürgermeister. Kuch monierte, dass man da aber "schon fast in der Kreuzung drin" sei. Man solle sich das auf jeden Fall noch einmal ansehen, bat sie.

Mit einem weiteren Antrag zur Verkehrsregelung an der Westerbergstraße hatte die Frauenunion zumindest teilweise Erfolg. Die beantragten beidseitigen Fahrradschutzstreifen entlang der Westerbergstraße sind nach Auskunft der Verwaltung ebenfalls rechtlich nicht möglich. Aber zumindest für eine Seite entschied der Bauausschuss, einen Schutzstreifen einzurichten. Dieser soll 70 Meter nach dem Kreuzungsbereich mit der Münchener Straße beginnen und auf der rechten Straßenseite stadtauswärts bis zur Einbiegung in die Stadionstraße führen. Im unmittelbaren Kreuzungsbereich mit der Münchener Straße sei ein Schutzstreifen aufgrund der erforderlichen Schleppkurven nicht möglich, so die Verwaltung.

Die Straßenbreite zwischen zwei Fahrradschutzstreifen sollte laut Beschlussvorlage viereinhalb bis fünf Meter betragen, daher müsste die Straße eine Breite von sieben Metern aufweisen. Die Westerbergstraße sei aber nur sechs Meter breit, weshalb lediglich ein Streifen möglich sei.

Auf der rechten Seite stadteinwärts "befinden sich Wohnbebauung und andere Nutzungen, wo tagsüber öfter Autos anhalten", erläuterte Bauamtsleiter Herbert Held. Daher sei ein Schutzstreifen auf dieser Seite nicht ratsam. Während die Straßenverkehrsbehörde einen Schutzstreifen generell nicht für nötig hielt, plädierte Karin Linz mit Erfolg dafür, im Sinne der Sicherheit von Kindern und anderer Verkehrsteilnehmer "wenigstens den einen einzurichten".

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