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Klimastreik in Freising:"Du stehst nicht im Stau, du bist der Stau"

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An die 1000 Schüler sind Ende Mai für mehr Klimaschutz in Freising auf die Straße gegangen (Archivfoto). Auch am Freitag haben sich wieder mehrere hundert Menschen am zweiten Klimastreik beteiligt.

(Foto: Birgit Gleixner)

In Freising demonstrieren erneut hunderte Schüler und Studenten für mehr Klimaschutz - und finden Solidarität

Mehrere hundert Schüler und Studierende haben am Freitagnachmittag in Freising wieder für mehr Klimaschutz demonstriert. Es war die zweite große Protestveranstaltung der Freisinger "Fridays for Future"-Gruppe nach der Auftaktdemonstration am 24. Mai, an der knapp 1000 Menschen teilgenommen hatten. Für diese Demo habe man eine längere Route konzipiert, verkünden die Veranstalter zu Beginn: "Länger, besser und lauter" wolle man sich Gehör verschaffen. Vom Kriegerdenkmal verläuft die Route über Bahnhofstraße, Gartenstraße und Johannisstraße zurück auf die Obere Hauptstraße und endet am Marienplatz.

Dort legt man eine "Schweigeminute für den Oberbürgermeister höchstpersönlich" ein, als Kontrast zu den Forderungen, dem Lärm und der Livemusik. Letztere kommt von der Band Jah Chalice-Soundsystem, die mittels handgefertigter Lautsprecher und mit Live-Musikmix-Equipment auftritt - und den Redebeiträgen "den verdienten Rumms" verleihen soll. Als der Demonstrationszug sich in Bewegung setzt, tönt aus den Boxen gerade "Killing in the Name" von Rage Against the Machine.

Im Gedenken an den Klimaschutz: Schweigeminute für Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher

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Anton Hutter, 14, ist Sprecher der Freisinger Ortsgruppe von Fridays for Future. Er sorgt sich, dass seine Kinder einmal eine Welt vorfinden könnten, auf der kaum mehr Leben möglich ist.   Interview von Laura Dahmer

Die Demonstranten werfen Politik und Wirtschaft Versäumnisse vor, namentlich dem Energieversorger RWE. "Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle" skandieren sie deshalb und gehen beim zweiten Teil in die Knie. "Du stehst nicht im Stau, du bist der Stau", appellieren sie an Autofahrer; am Straßenrand haben diverse Teilnehmer ihre Fahrräder abgestellt. "Like the ocean we rise" (Wie der Ozean erheben wir uns) steht auf einem Plakat; die Veranstalter animieren derweil die Demonstranten zu einer La-Ola-Welle. Zwar sind die meisten dem Alter nach Schüler, Studierende oder in Ausbildung, doch auch ältere Generationen solidarisieren sich und halten ihrerseits Plakate hoch: "Oma und Opa stehen hinter euch, Kids!"

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Etwa tausend Teilnehmer, darunter sehr viele Schüler, sind bei Freisings erster "Fridays for future"-Demo durch die Innenstadt zum Bahnhof gezogen und wieder zurück.

(Foto: Birgit Gleixner)