bedeckt München 13°
vgwortpixel

Klimaschutz:Energiekosten des Landkreises sinken

Auch die Teilnahme am Stadtradeln ist den Bemühungen in Sachen Energiewende geschuldet.

(Foto: Marco Einfeldt)

Grund für die positive Entwicklung sind aber nicht etwa Einsparungen beim Verbrauch, sondern der Preisverfall

2,6 Millionen Euro hat der Landkreis Freising im Jahr 2016 für Heizen, Strom- und Kraftstoffverbrauch gezahlt. Das geht aus dem Energiebericht von Moritz Strey hervor, den er als Energiewendebeauftragter beim Landkreis Freising im Planungsausschuss des Kreistags vorstellte. Das Erfreuliche daran ist, dass seit dem Jahr 2013, als knapp 3,2 Millionen Euro gezahlt wurden, die Ausgaben kontinuierlich gesunken sind. Das liegt Strey zufolge allerdings nicht an konsequenten Einsparungsmaßnahmen beim Verbrauch, sondern das ist allein dem Preisverfall für Energieträger zu verdanken.

Etwa 645 000 Kilowattstunden Strom hat der Landkreis Freising mit seinen Fotovoltaikanlagen auf den Dächern seiner Gebäude selbst erzeugt. Das entspricht 26,4 Prozent des Gesamtstromverbrauchs seiner Liegenschaften. Die produzierte Menge ist seit 2013 in etwa auf dem gleichen Niveau. Für 2018 ist eine Steigerung zu erwarten, wenn die Anlage auf der neuen Realschule in Freising dazu geschaltet wird.

Strey gab ebenso einen Überblick über die Aktivitäten des Landkreises bei der Umsetzung der Energiewende im vergangenen Jahr. In Attenkirchen, Haag, Paunzhausen und Wolfersdorf fanden Thermografiespaziergänge statt. Mittels einer speziellen Kamera konnten Eigentümer überprüfen, wie es um die Wärmedämmung ihrer Häuser bestellt ist. Auch einen Workshop zum Thema "Energiewende und Klimaschutz in Kindertageseinrichtungen" gab es. Laut Strey wünschten sich die Erzieherinnen spezielle Fortbildungen. "Doch da ist noch nichts umgesetzt", sagte der Energiebeauftragte.

Alle Jahre wieder findet im Frühjahr die Solarkreisligafeier statt. In diesem Jahr ist sie für den 21. März angesetzt. Im Vergleich zum Jahr 2016 ist der Anteil des durch erneuerbare Energien erzeugten Stroms 2017 von 66 auf 71 Prozent gestiegen. Immerhin elf Gemeinden im Landkreis könnten sich zu hundert Prozent selbst aus regenerativen Quellen versorgen. 2018 wird es eine neue Strombroschüre geben. Die Ausgabe von 2017, dem Jahr, in dem sich der Energiewendebeschluss des Landkreises zum zehnten Mal jährte, enthielt Passagen zum Klimaabkommen in Paris, zu Elektromobilität und Energieeinsparung. Zum dritten Mal beteiligte sich der Landkreis Freising am Stadtradeln. 1084 Fahrradfahrer legten laut Strey in 62 Teams 229 118 Kilometer zurück.

In Sitzungen des Klimaschutzbündnisses, dem 18 Gemeinden aus dem Landkreis angehören, gibt es regelmäßig Informationen zur Umsetzung der Energiewende. Strey beklagte bei einem Treffen, dass es zu wenig Ausbau an Technik zur Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien gebe. Das Klimaschutzbündnis hat das Solarpotenzialkataster im Landkreis auf den Weg gebracht. Start ist 2018. Dabei werden die Dächer von Häusern per Luftaufnahmen erfasst und es wird beurteilt, inwieweit sie sich zur Installation von Solaranlagen eignen. Die Informationen dazu sind dann aus dem Internet abrufbar.

17 von 24 Gemeinden haben einen Fragebogen beantwortet, den die Energiebeauftragten Moritz Strey und Albrecht Gradmann versendet haben. Demnach kam es aufgrund des Wachstums der Kommunen kaum zu Einsparungen im Energieverbrauch. Als Herausforderung empfinden die Befragten den Bau von Windrädern sowie die Bemühungen, Einsparungen beim Wärmeverbrauch zu erzielen. Die Energiewende selbst solle durch Einsparungen und Fotovoltaik realisiert werden.

© SZ vom 13.02.2018
Zur SZ-Startseite