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Klimaschutz:Beim Heizen Energie sparen

EPS, XPS oder PUR: Welcher Dämmstoff ist wofür besser geeignet?

Mit einer energetischen Haussanierung lassen sich CO₂-Emissionen deutlich reduzieren, weil weniger geheizt werden muss.

(Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa)

Moosburgs Dritter Bürgermeister Michael Stanglmaier legt den Bürgern die Förderprogramme zum Umstieg auf erneuerbare Energien nahe, um die CO₂-Emissionen deutlich senken zu können

Von Alexander Kappen, Moosburg

In Deutschland entfallen etwa 40 Prozent des Endenergieverbrauchs auf den Gebäudebereich. Der größte Posten ist dabei das Heizen. Darauf weist Moosburgs Dritter Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne), der im Stadtrat für Umwelt, Energie und Mobilität zuständig ist, in einer Pressemitteilung hin. Die Gebäudesanierung spiele auch eine wichtige Rolle im Klimaschutzkonzept der Stadt, weshalb Stanglmaier den Bürgerinnen und Bürgern die bundesweiten und lokalen Förderprogramme ans Herz legt.

"2020 wurde ein Quartierssanierungskonzept für die Neustadt erstellt, das auch richtungsweisend für die anderen Stadtteile sein soll", schreibt der Dritte Bürgermeister. Zudem unterstütze die Stadt verschiedene Maßnahmen mit ihren Förderprogrammen. Diese betreffen "zum Beispiel die Verwendung von Solarthermie, Thermografieaufnahmen oder das Erreichen bestimmter Gebäudestandards".

In privaten Haushalten werden laut Stanglmaier mehr als zwei Drittel der Energie für die Erwärmung der Räume verbraucht. "Das Heizen unserer Gebäude trägt damit zu einem großen Teil der Treibhausgasemissionen und zum Klimawandel bei", schreibt er. "Gemäß Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung müssen bis 2030 die CO₂-Emissionen im Gebäudesektor um zirka 40 Prozent, von 119 auf 72 Millionen Tonnen, sinken, viele Fachleute fordern sogar eine wesentlich schnellere Reduzierung", heißt es in der Mitteilung. Die Zeit dränge und jeder könne einen Beitrag leisten, denn viele Häuser verbrauchten durch einen alten Heizkessel, eine schlechte Wärmedämmung oder zugige Fenster unnötig Energie für Heizung und Warmwasser. "Das kostet auch unnötig Geld", betont der Dritte Bürgermeister. "Um den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen zu senken, kommt der energetischen Sanierung daher besondere Bedeutung zu."

Stanglmaier gibt sanierungswilligen Bürgern Tipps mit an die Hand. "Bei der energetischen Sanierung eines Hauses sollte man mit System und nach Stand der Technik vorgehen", rät er, "so kann die Sanierung zum Beispiel von oben nach unten erfolgen. Das heißt: Zuerst sollten Eigentümer die Gebäudehülle wie Dach, Fassade oder Fenster dämmen und anschließend eine neue Heizung auswählen, denn eine gute Dämmung verringert den Energiebedarf, sodass die Heizung am Ende viel kleiner ausfallen kann".

Auch die Heiztechnik selbst habe oft großes Verbesserungspotenzial. "Eine Energieversorgung jenseits fossiler Energieträger ist heute sehr gut möglich", betont Stanglmaier, "Häuser, die hinter den technischen Möglichkeiten zurückbleiben, entwickeln sich hingegen zu den Altlasten der nächsten Jahrzehnte". Wer eine neue Heizung benötige, solle deswegen von Öl und Gas auf erneuerbare Energien umstellen, "denn die ab 2021 geltende CO₂-Abgabe wird Heizöl und Erdgas teurer machen". Kaminöfen, die zwischen 1985 und 1994 eingebaut wurden, müssten zudem ab 2021 mit Feinstaubfiltern nachgerüstet, komplett ausgetauscht oder außer Betrieb genommen werden", erläutert der Energie-Experte des Stadtrats.

Wer seine Heizung ersetzt, kann laut Stanglmaier dafür seit vergangenem Jahr höhere Zuschüsse erhalten. Fast die Hälfte der Kosten für das neue Heizsystem übernehme im günstigsten Fall der Staat. "Der Umstieg von Gasheizungen auf Anlagen, die ausschließlich erneuerbare Energien nutzen, wird mit 35 Prozent bezuschusst", rechnet der Dritte Bürgermeister vor. "Dies gilt zum Beispiel für Wärmepumpen, Holzpelletkessel oder Solarthermie. Für Hybridheizungen, also neue Gasheizungen, die mit erneuerbaren Energien kombiniert werden, gibt es immerhin noch einen Zuschuss von 30 Prozent." Wenn das alte System keine Gas-, sondern eine Ölheizung war, erhöhen sich die genannten Fördersätze zudem um zehn Prozent.

Der Förderkompass der Bayerischen Energieagenturen ist im Internet unter https://www.energieagentur-ebe-m.de/data/dokumente/pdf-extern/Foerderkompass_2020.pdf zu finden. Der Förderwegweiser Energieeffizienz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ist unter www.machts-effizient.de/foerderwegweiser abrufbar. Die Förderprogramme der Stadt Moosburg findet man unter www.moosburg.de/foerderprogramme. Für Rückfragen steht Klimaschutzmanagerin Melanie Falkenstein zur Verfügung (Telefon: 0 87 61/684 54, Mail: Melanie.Falkenstein@moosburg.de).

© SZ vom 14.01.2021
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