Landkreis FreisingManchen Kitas fehlen Mitarbeiter

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Während wie hier in Neufahrn alle Kinder über drei Jahre einen Kindergartenplatz angeboten bekommen, ist das in Freising und Moosburg nicht der Fall.
Während wie hier in Neufahrn alle Kinder über drei Jahre einen Kindergartenplatz angeboten bekommen, ist das in Freising und Moosburg nicht der Fall. www.Jo-Simon.com

Während Eching und Neufahrn allen Kindern über drei Jahre einen Kindergartenplatz anbieten können, ist das in Freising und Moosburg nicht der Fall - es mangelt am Personal. Langenbach dagegen ist so gut aufgestellt, dass dort auch Kinder aus anderen Gemeinden unterkommen.

Von Pia Schiffer, Freising

Ob Krippe, Kita oder Hort: der Bedarf an Betreuungsangeboten für Kinder steigt in den vergangenen Jahren kontinuierlich an. In Bayern ist laut Pressemeldung des Bayerischen Landesamtes für Statistik ein Anstieg von 1,7 Prozent an betreuten Kindern in Kindertageseinrichtungen am 1. März 2021 im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Nach Monaten ohne oder mit eingeschränktem Kindergartenbetrieb erhofften sich Land, Gemeinden und Eltern, dass möglichst viele Kinder einen Kindergartenplatz erhalten. Viele Betreuungseinrichtungen sind kürzlich ins neue Kita-Jahr gestartet, in den einzelnen Gemeinden des Landkreises Freising fällt die erste Bilanz recht unterschiedlich aus.

Während die Gemeinden Eching und Neufahrn bestätigen, dass bei ihnen allen Kindern, die mindestens drei Jahre alt sind, ein Kindergartenplatz angeboten werden könne, ist dies in Moosburg laut Aicke Morgenstern, dem zuständigen Sachgebietsleiter im Rathaus, leider nicht der Fall. "Momentan bauen wir eine neue Einrichtung mit sechs Gruppen auf, die im kommenden Kindergartenjahr eröffnet werden soll", sagt er. Außerdem sei ein Übergangskindergarten geschaffen worden und man bemühe sich zudem, eine weitere Gruppe in einem der Kindergärten zu eröffnen, erklärt er. Dies hänge jedoch von mehreren Faktoren ab: "Möbel müssen geliefert und Personal muss eingestellt werden. Leider bewerben sich viel zu wenig Leute."

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"Leider bewerben sich viel zu wenig Leute"

Auch die Stadt Freising ist von dem Fachkräftemangel in den Kitas betroffen. Christl Steinhart, Pressesprecherin der Stadt, teilt mit, dass aufgrund des Personalmangels in den städtischen Kitas zahlreiche Gruppen nicht voll belegt werden können und dementsprechend noch eine Warteliste mit circa 100 Kindern existiere.

Die Gemeinde Langenbach hingegen ist laut Bernhard Götz, aus der Geschäftsleitung der Gemeinde, derzeit personaltechnisch ausreichend gut aufgestellt. "Wir haben es geschafft, dass wir in der Gemeinde allen Kindern einen Kita-Platz anbieten konnten", erzählt Götz stolz. "Wir konnten in diesem Jahr sogar in anderen Gemeinden aushelfen, indem wir ein paar Kinder befristet für ein Jahr in unseren Einrichtungen unterbringen konnten." Selbstverständlich sei zunächst geschaut worden, dass alle Kinder aus Langenbach einen Platz bekommen, danach habe man aber bereitwillig den anderen Gemeinden seine Unterstützung angeboten, die auch dankbar in Anspruch genommen worden sei, so Götz.

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Familienministerin: Eltern und Kita-Personal sollen sich impfen lassen

Für die Kinder, die nun ihre ersten Tage in der Kindertagesstätte verbringen, gelten pandemiebedingt besondere Regelungen. "Unser oberstes Ziel ist eine sichere Kinderbetreuung. Wir haben ein ganzes Bündel an Schutzmaßnahmen für unsere Kleinsten, die wirksamste Maßnahme ist jedoch eine hohe Impfquote. Um unsere Kinder zu schützen, ist es sehr wichtig, dass sich Eltern, Familienangehörige und das Kita-Personal, das nicht nur in diesen Zeiten Herausragendes leistet, impfen lassen", betont Bayerns Familienministerin Carolina Trautner. Zusätzlich zu den Impfungen und kostenlosen Selbsttests für das pädagogische Personal werde das System der Berechtigungsscheine für kostenlose Corona-Tests in Kooperation mit den Apotheken bis Ende des Jahres fortgesetzt.

Diese für die Kinder freiwlligen Tests, die in der Apotheke gegen Vorlage des Berechtigungsscheins abgeholt werden können und zuhause durchgeführt werden sollen, müssen in der Kindertageseinrichtung zwar nicht vorgezeigt werden, allerdings können sie die Gefahr einer Ansteckung verringern, heißt es in der Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Dementsprechend appelliert Trautner diesbezüglich an die Eltern: "Nutzen Sie diese kostenfreie Möglichkeit und testen Sie ihre Kinder regelmäßig und unkompliziert zuhause. Gerade zum Ende der Urlaubszeit ist dies sehr wichtig, um Infektionen frühzeitig zu erkennen und coronabedingte Schließungen von Kita-Gruppen, wovon viele weitere Kinder und Beschäftigte betroffen wären, zu vermeiden."

Was die neue Infektionsschutzverordnung für Kitas konkret bedeutet, ist noch unklar

Trotz der Pandemie, so heißt es in der Mitteilung des Ministeriums weiter, solle es Eltern möglich sein, ihre Kinder in den ersten Tagen zu begleiten. Dementsprechend dürfen auch Erziehungsberechtigte unter Einhaltung der bestehenden Hygieneregeln die Kinderbetreuungseinrichtung betreten.

Die Gemeinden im Landkreis Freising teilen einvernehmlich mit, dass sie diese Regelungen und Hygienekonzepte gut einhalten und umsetzen können. "Die Kinder in der Gemeinde haben die Möglichkeit, über die Einrichtung einen Bezugsschein für Tests zu erhalten, damit man sich dann zuhause testen kann. Es besteht Maskenpflicht fürs Personal und man versucht natürlich auch, die Gruppen bestmöglich zu separieren", berichtet Wiencke-Bimesmeier über die Kindertagesstätten in Neufahrn. Auch Aicke Morgenstern erklärt, dass in den Einrichtungen in Moosburg inzwischen wieder der normale Regelbetrieb unter Einhaltung des Hygienekonzeptes herrsche.

Was allerdings die neue Infektionsschutzmaßnahmenverordnung der Bayerischen Staatsregierung nun konkret für die Kindertagesstätten bedeute, sei noch unklar. "Bezüglich der neuen Entwicklungen wird uns demnächst wohl noch eine neue Handlungsanweisung gegeben werden, da wissen wir momentan aber noch nichts Genaueres", sagt Morgenstern. Und auch Michaela Wiencke-Bimesmeier betont, dass ihre Einrichtungen noch nichts von den übergeordneten Behörden gehört hätten. "Welche Auswirkungen die jetzt neu geltende Regelung hat, weiß ich noch nicht", sagt sie.

© SZ vom 03.09.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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