Es gibt Dinge, die sich wiederholen, immer wieder. Über diese Dinge wird umfassend diskutiert, trotzdem passiert gefühlt irgendwie nichts. Hinter den Kulissen vielleicht schon, manchmal geht auch etwas vorwärts, aber dann kommt irgendein Sachzwang, der alle Hoffnungen zerstört.
In Freising ist der Wochenmarkt so ein Thema, der traditionsgemäß mittwochs und samstags auf dem Marienplatz stattfindet, besser gesagt stattfinden soll. Aber vor Jahren wurde er wegen des Umbaus der Innenstadt in die Obere Hauptstraße verlegt, und als sich die Baumaschinen auch dort breit machten, wanderten die Marktbeschicker in die Luitpoldanlage. Was insofern praktisch ist, weil dort die Corona-Abstandsregeln eingehalten werden können. So richtig Stimmung kommt auf dem weitläufigen Gelände aber nicht auf, anders als in der Innenstadt trifft man nur noch selten Bekannte und wenn doch, sind die oft so gut maskiert, dass man sie nicht erkennt. Zudem fehlt bei Regenwetter so etwas wie ein Gummistiefel-Verleih. Marktbeschicker, Marktbesucher und Stadträte träumen daher seit langem von einer Rückkehr ins Stadtzentrum. Mitte Dezember schien dann alles klar. Die Standlbesitzer kündigten bereits an, wo sie künftig Gemüse, Obst, Fleisch und Käse verkaufen, da kam der Stopp. Die Inzidenzzahlen waren stark gestiegen, die Abstandsflächen, äh -regeln, die Corona vorschrieb, könnten in der Innenstadt nicht eingehalten werden, hieß es.
Inzwischen sind die Inzidenzwerte gesunken, Hoffnung auf ein normales Leben macht sich breit und jetzt soll der Wochenmarkt einmal mehr rückverlegt werden. Am Mittwoch, 9. Juni, soll es so weit sein, sagen Stadt und Standlbesitzer. Man wird sehen.
In Neufahrn ist das Mesnerhaus, das älteste Gebäude der Gemeinde, so ein Dauerbrenner. Erst sollte es abgerissen werden, dann saniert. Dann aber brannte es, wobei Feuer und Löschwasser gehörigen Schaden anrichteten. Die geplante Sanierung kam etwas ins Stocken, sie war zu teuer, ein neuer Architekt musste her und als es endlich losgehen sollte, sorgte Corona für ein Loch in der Gemeindekasse. Die Sanierung, so ist zu vermuten, wird wohl wieder einmal ein wenig verschoben.
In Eching schlägt man sich seit Jahren mit dem Günzenhauser Feuerwehrhaus herum. Ein Neubau wurde geplant, ein Architektenwettbewerb durchgeführt. Die Freude über das Ergebnis währte allerdings nur kurz, weil die Kosten höher waren, als die Gemeinderäte ausgeben wollten. Erst wurde das Raumprogramm zusammengestrichen, dann der Architekt gewechselt. Dann wiederum sollte in das Feuerwehrhaus ein Bürgersaal integriert werden, den die Bevölkerung dort aber nicht haben wollte. Was jetzt genau Stand der Dinge ist, weiß man nicht so genau. Tatsache ist aber, dass die Feuerwehr immer noch mit ihrem kleinen Gerätehaus auskommen muss. Was traurig ist, weil der Wirt dichtgemacht hat und die Feuerwehrler über keinen Schulungsraum verfügen.
In Moosburg diskutiert man seit Jahren über die Stalag-Baracken. Allgemein sieht man in denen ein Dokument der Zeitgeschichte. Aber wie so eine Gedenkstätte aussehen soll, darüber scheiden sich die Geister. Wenn die ersten Mauern einfallen, hat sich das Problem aber eh erledigt.
Ja so ist das. Aber was lange dauert, wird manchmal auch gut. Bleiben wir zuversichtlich.