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Jugendkulturpreis Freising:Autorin zwischen Rhönrad und Schule

Viele positive Kritiken hat Stefanie Peisker für ihren Roman erhalten.

(Foto: Marco Einfeldt)

Stefanie Peisker (17) erhält für ihren ersten Roman den Förderpreis des Jugendkreistags.

Von Alexander Huber, Freising

Mit 16 Jahren hat man in Deutschland ganz unterschiedliche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Man darf ohne die Eltern in Kneipen gehen, in Supermärkten Bier kaufen oder einen Führerschein für kleine Motorräder machen. Oder man macht es wie Stefanie Peisker: Die 16-jährige Freisingerin veröffentlichte im vergangenen Jahr mit Oceanblue: Tochter der Sirenen ihr erstes Buch.

Der Fantasy-Schmöker erzählt die Geschichte von Teenagerin Kaisy, die im Alter von 16 Jahren ihre Sirenenstimme entdeckt. In einem Internat weit weg von zu Hause muss sie lernen, mit ihrer übernatürlichen Kraft umzugehen. Dazu kommen normale Teenagerprobleme - Jungs, Freunde, böse Feinde und natürlich die erste große Liebe. Im Mai bekam Peisker, mittlerweile 17 Jahre alt, für ihr Buch den Förderpreis des Jugendkulturpreises vom Jugendkreistag verliehen. Die Auszeichnung kam für die junge Autorin unerwartet: Sie sei von einer Freundin ihrer Eltern angemeldet worden, rekapituliert sie. Dementsprechend überrascht sei sie dann über die E-Mail mit der Nachricht gewesen, habe sich aber sehr gefreut: "Das war natürlich eine sehr große Ehre für mich."

Stefanie Peisker geht heute in die elfte Klasse des Camerloher-Gymnasiums, mit der Arbeit an ihrem ersten Buch begann sie bereits im Alter von zwölf. "Die Idee war einfach in meinem Kopf", erinnert sich die Lerchenfelderin. Anfangs habe sie nicht den Vorsatz gehabt, ein ganzes Buch zu schreiben. "Das hat sich dann einfach so entwickelt". Mit 14 Jahren war sie so unzufrieden mit ihrem Werk, dass sie noch einmal komplett von vorne begann. 2018 erschien dann Oceanblue: Tochter der Sirenen über den Self-Publishing-Dienst Books on Demand. Anfangs habe sie etwas Angst vor negativen Kritiken gehabt, aber die Reaktionen seien durchwegs positiv ausgefallen. "Ich bin stolz und mir sehr sicher in meinem Werk", meint sie heute.

Der zweite Teil soll noch im Sommer erscheinen

Oceanblue: Tochter der Sirenen ist dabei nur der Beginn einer Trilogie. Der zweite Teil ist schon fertig geschrieben und lektoriert und soll noch im Sommer erscheinen, der dritte Teil ist in Arbeit. Auch danach soll noch lange nicht Schluss sein. Peisker ist schon voller Ideen für zwei weitere Reihen. Gemeinsam mit ihrer Autorin entwickeln sich dabei auch die Bücher weiter. Ihre Art zu Schreiben sei über die Zeit merklich erwachsener geworden, meint die Freisingerin heute. Einerseits habe sich ihr Schreibstil verbessert, andererseits würden sich auch die Themen verändern, reifer werden. Die ehrgeizige Jungautorin wird so quasi mit ihren Figuren erwachsen. Peisker kann sich vorstellen, ihre Bücher in Zukunft auch bei klassischen Verlagen zu veröffentlichen. Beim ersten Buch wollte sie diesen Schritt noch nicht gehen. Sie habe die Rechte für ihr Herzensprojekt nicht abgeben und über ihr Werk komplett selbst bestimmen wollen, stellt sie klar.

Neben dem Schreiben ist Stefanie Peisker begeisterte Sportlerin: Sie zählt zu den besten deutschen Rhönrad-Turnerinnen ihrer Altersklasse. Im Moment trainiere sie viermal in der Woche in Unterschleißheim, Weilheim und Landshut, in der Saison sogar meist fünfmal, dazu kommen viele Wettkämpfe. Ihre Bücher schreibt Peisker entsprechend eher zwischendurch, wenn Zeit bleibt: auf der Autofahrt zum Training, früh am Morgen oder spätabends. Professionelle Schriftstellerin möchte die 17-Jährige nicht werden, etwas Soziales mit Kindern, Lehrerin etwa, wäre ihr lieber. Vorher steht allerdings das Abitur an. Danach soll es ins Ausland gehen, am liebsten nach Südamerika, um dort Spanisch zu lernen und mit einer Organisation Kindern zu helfen - und dort weiterzuschreiben. Angehenden Schriftstellerinnen rät die junge Autorin, sich nicht zu viele Gedanken zu machen: "Am besten einfach mal anfangen zu schreiben", meint sie. Und nicht zu vielen Leuten sagen, dass man ein Buch schreibe, "sonst fragen die immer wieder nach und man stresst sich". Schnellen finanziellen Gewinn sollte man indes nicht erwarten. Die Verkaufszahlen ihres Erstlingswerkes lägen mittlerweile im niedrigen dreistelligen Bereich, verrät Peisker. Die Ausgaben für Lektorat und Herausgabe seien damit noch nicht wieder hereingekommen. Aber das könne ja noch werden.

© SZ vom 03.07.2019/lada
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