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Jugendkulturpreis:Die ganze Vielfalt präsentiert

Stefanie Piesker, Johannes Lesser, Marie Huber, Philipp Potthast und der Freisinger Landrat Josef Hauner (von links) bei der Verleihung des Jugendkulturpreises im Uferlos- Kaffeehauszelt.

(Foto: lukasbarth.com)

Bei der Verleihung des Jugendkulturpreises im Kaffeehauszelt beim Uferlos-Festival wird klar, wie groß die schöpferische Bandbreite des kreativen Nachwuchses im Landkreis Freising ist

Von Henrike Schulz-Wietis, Freising

Zum siebten Mal ist in diesem Jahr der Jugendkulturpreis des Landkreises vergeben worden. Die offizielle Preisverleihung hat am Dienstag beim Uferlos-Festival stattgefunden. In seiner Eröffnungsrede erwähnte Landrat Josef Hauner die große Vielfalt der Kultur, die durch die Preisträger repräsentiert werde: Insgesamt vier Kategorien wurden durch die jungen Künstler vertreten, Literatur, Fotografie, Poesie und Malerei.

Den ersten Platz belegte Poetry-Slammer Phillipp Potthast. Der 24-Jährige tritt bereits seit sechs Jahren auf und präsentiert sowohl solo und als auch als Teil des Duos "Natürlich blond" seine Texte. Am Dienstag stellte er vier Texte vor. Darin thematisierte er unter anderem seine immer noch anhaltende Liebe zur Freisinger Heimat. "Es ist wie eine Liebesbeziehung auf Distanz", erklärt Potthast, der für sein Jura-Studium nach München gezogen ist. In einem weiteren Text nahm er das Klischee eines Jura-Studenten aufs Korn und schlüpft mit viel Selbstironie in die Rolle des überkorrekten, strukturliebenden Strebers. Dafür erhielt er viel Beifall. Potthast hat bereits andere Preise und Nominierungen für seine Kunst erhalten, doch der Jugendkulturpreis seiner Heimatstadt freue ihn besonders, sagte er: "Ich wusste gar nichts von der Nominierung, da ich mich nicht selber angemeldet habe, sondern eine Lehrerin aus Moosburg, an dessen Schule ich mal einen Workshop gegeben habe. Umso mehr habe ich mich dann über die Erstplatzierung gefreut", so der Poetry-Slammer. Außerdem verdeutlichte er, dass es wichtig sei, dass es Kultur auch "im kleinen Freising" gebe und nahm mit Freunden den Pokal entgegen.

Der zweite Platz ging an Marie Huber, die mit ihrer Malerei eine Kombination aus Manga, Comic und Realität präsentiert. Ihre Laudatorin Lea Hayduk würdigte den eigenen Stil, den Marie Huber trotz ihrer erst 15 Jahre bereits entwickelt habe. "Ich bin nicht so gut in Worten, deshalb drücke ich mich über die Bilder aus", so Huber.

Ebenfalls auf Platz zwei war Johannes Lesser. Der Student wurde in der Kategorie Fotografie ausgezeichnet. "Es ist einfach kompletter Wahnsinn, was in den letzten Jahren entstanden ist", sagte Lesser stolz.

Seine Werke zeigen unter anderem Landschaften aus Freising. "Angefangen hat alles vor ein paar Jahren mit Fotos an der Stoibermühle, der ich bis heute treu geblieben bin. Ein wunderschönes Fleckchen Erde zwischen Autobahn und Flughafen", schwärmt Lesser. Neben Landschaftsfotografien aus den Allgäuer Alpen widmete er sich auch Portraits und urbanen Motiven, die er in seiner Studienstadt München schoss. Besonders am Herzen liege ihm ein Projekt, das die Dynamik der Proteste gegen die dritte Startbahn des Münchner Flughafens zeigt.

Den Förderpreis erhielt in diesem Jahr die junge Autorin Stefanie Piesker. Ihr Liebes-Fantasy-Roman "Ocean Blue" habe die Jury durch die "stilechte Sprache" überzeugt, erklärte Laudator Mahfoudt Egehan. Zwei Jahre hat Stefanie Piesker an ihrem ersten Buch geschrieben, erklärt die Schülerin, als sie den Preis entgegennahm. Gemeinsam mit einer Lektorin und einer Coverdesignerin arbeitete sie an dem 400-Seiten-Roman. Wie auch die anderen Preisträger erhielt Piesker neben der Urkunde und dem Pokal auch ein Preisgeld. Für den Förderpreis gab es 150 Euro, für die Zweitplatzierungen jeweils 360 Euro und der erste Preis erhielt 650 Euro.

© SZ vom 31.05.2019

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