Integration Hortplätze auch für Kinder mit Handicap

Zwei Kinder mit Behinderungen können schon im Herbst im Hort aufgenommen werden, langfristig soll es sogar eine eigene Gruppe geben. Allerdings geht das auf Kosten der Regelplätze.

(Foto: Marco Einfeldt)

Neufahrn schließt eine Lücke und will das Angebot nach und nach ausbauen. Im Gegenzug soll die Mittagsbetreuung zwei im Herbst aufgelöst werden - doch daran wird bereits Kritik laut

Von Birgit Grundner

Eine Lücke im Betreuungsangebot soll in diesem Jahr geschlossen werden: Im Hort der Gemeinde Neufahrn werden im Herbst zwei Integrativplätze eingerichtet. Das ist relativ problemlos und ohne größere Veränderungen möglich, was Räume, Personal oder Betriebsgenehmigung angeht. Nach und nach soll dann aber - je nach Bedarf - eine ganze integrative Gruppe entstehen.

Durch das schrittweise Vorgehen bleibt genug Zeit, um sich räumlich und personell darauf einzustellen. So sollen mittelfristig zum Beispiel auch heilpädagogisch ausgebildete Fachkräfte beschäftigt werden. Dieses Prozedere hat der Gemeinderat beschlossen. Dass so ein Angebot grundsätzlich gebraucht wird, war schon länger klar. Schließlich besuchen regelmäßig auch 15 behinderte Kinder den integrativen Kindergarten "Zauberwald". Nach dem Wechsel in die Grundschule gibt es für sie bisher keine adäquate Betreuung im Hort. Sie müssen auf auswärtige Einrichtungen ausweichen, was sich nun ändern soll.

Für "Regelkinder" fallen dadurch Plätze weg - im Herbst werden es im Hort voraussichtlich fünf weniger sein. Eben deshalb hatte die Gemeinde bisher auch gezögert. Mittlerweile ist man aber etwas mutiger. Denn da es inzwischen Ganztagsklassen in den Grundschulen gebe, so die Annahme im Rathaus, werde die Nachfrage nach einer Nachmittagsbetreuung außerhalb der Schule nachlassen. Vor diesem Hintergrund ist auch geplant, die als Provisorium gebildete Mittagsbetreuung zwei nach dem laufenden Schuljahr aufzulösen und nur die schon lange bestehende Mittagsbetreuung eins beizubehalten, um den Bedarf so zu decken. Die Container auf dem Parkplatz an der Jahnschule könnten dann abgebaut werden. Ob das tatsächlich möglich sein wird, kann man laut Schulreferent Josef Eschlwech (Freie Wähler) allerdings noch nicht sagen, er warnte vor allzu großer Euphorie. Sollte sich herausstellen, dass der Bedarf trotz Ganztagsschule nach wie vor groß sei, "werden wir die Container behalten müssen". Der Abbau wurde dann auch noch nicht definitiv beschlossen.

Genauere Erkenntnisse über die künftige Entwicklung erhofft man sich durch die Elternbefragung, die jedes Jahr im Frühling stattfindet. "Dann wissen wir mehr", glaubt Wilfried Gast von der Gemeindeverwaltung. Allerdings seien die Ergebnisse nicht wirklich belastbar, mahnte eine Mutter unter den Zuhörern. Denn erfahrungsgemäß liege der Rücklauf nur bei etwa 20 Prozent, viele Eltern füllten die Formulare einfach nicht aus.

Auch seien in den beiden Mittagsbetreuungen die Betreuungszeiten unterschiedlich, ebenso die Zahl der Schließtage. Kinder aus der Mittagsbetreuung zwei könnten deshalb womöglich nicht problemlos in die andere Einrichtung wechseln, gab die Neufahrnerin außerdem noch zu bedenken: "Da werden Äpfel und Birnen verglichen."