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In der Freisinger Innenstadt unterwegs:Ruhig, sicher, hilfsbereit

BusfahrerIn des Jahres, Bussilo, Panorama-Lounge

Die Freisinger Fahrgäste sind begeistert von ihrer Busfahrerin Paula Budas. Zum Titel gratulieren stellvertretender Landrat Robert Scholz, MVV-Landkreissprecher Robert Niedergesäß und MVV-Chef Bernd Rosenbusch (von links). Paul März (rechts) aus Eching hat den Fahrgastpreis gewonnen.

(Foto: Florian Peljak)

Fahrgäste küren die 32-jährige Paula Budas zur Busfahrerin des Jahres

Von Francesca Polistina, Freising

Man kann wirklich nicht sagen, dass sie es erwartet hätte. Doch dann kam ein Anruf, und damit die Nachricht, dass die Freisinger Fahrgäste ausgerechnet Paula Budas als Busfahrerin des Jahres nominiert hatten - wegen der "ruhigen und sicheren Fahrweise" und der "Hilfsbereitschaft mit Auskünften". Die gebürtige Rumänin, die seit nicht mal einem Jahr in Deutschland lebt, ist Busfahrerin bei der Firma Dippert Reisen mit Sitz in Lerchenfeld, die zur Muttergesellschaft Hadersdorfer gehört. In Freising fährt sie mit dem Kleinbus auf den Innenstadtlinien 650 und 651, aber auch am Steuer des größeren Schulbusses ist sie zu finden, und das zur Freude der Passagiere. "Wir haben viel Positives über sie gehört", sagt Sonja Ziesak von den Freisinger Stadtwerken, die das Busnetz in der Stadt betreiben.

Dienstagabend wurde Paula Budas im Rahmen der Preisverleihung, die zum dritten Mal von der Süddeutschen Zeitung und der MVG organisiert wird, als Busfahrerin des Jahres für den Landkreis Freising ausgezeichnet. Über den Preis sei sie "sehr glücklich", aber gleichzeitig "nervös", sagte sie am Rande der Veranstaltung. Und das ist verständlich, denn bei ihr ging alles ziemlich schnell: Im Mai vergangenen Jahres zog die 32-Jährige aus Sibiu, das auf Deutsch "Hermannstadt" heißt und in Transsilvanien liegt, nach Obersüßbach im Landkreis Landshut. Dann ging es los: In Rumänien war Paula Budas Fahrlehrerin für Busse und Lkw, in Deutschland setzte sie sich dann selber ans Steuer - und nahm eine Tätigkeit an, die "keine Männerdomäne mehr ist", wie der stellvertretende Landrat Robert Scholz, welcher der Busfahrerin persönlich gratulierte, feststellte. Die Arbeit bei der Firma Dippert Reisen "läuft gut", es gebe überhaupt "kein Problem", der Chef sei "der Beste", so die Frau. Auch das Leben in Deutschland gefalle ihr sehr: "Alles gut", meint sie. Nur noch eine Sache fehlt, und das ist ein häufig geteiltes Schicksal: eine Wohnung in Freising für sie und ihren Mann.

Paula Budas ist nun gerade dabei, Deutsch zu lernen. Um eine gute Busfahrerin zu sein, braucht man aber vor allem gute Manieren, und die gehen weit über die Sprache hinaus. "Sie haben schon öfter auf mich gewartet, wenn ich mit meinem Rollator nicht schnell genug an der Haltestelle war", schrieb jemand in einem Kommentar. Auf Deutsch nennt man das einfach: Höflichkeit.

© SZ vom 30.01.2020

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