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Mitten in Freising:Marathon zur Doppelspritze

Der mühsame Weg von der Anmeldung bis zur Corona-Impfung.

Glosse von Thilo Schröder

Die Anmeldung zur Anti-Corona-Impfung wirkt schon etwas kompliziert. Onlineportal, E-Mail, SMS, gegebenenfalls schriftliche Unterlagen: Den Medien-Marathon vom Erstkontakt - also dem Anmelde-Erstkontakt - bis zur doppelten Spritze hat das Landratsamt Freising darum zuletzt noch einmal ausführlich dargelegt. Offenbar kann man nicht oft genug appellieren; zwei Dutzend häufig gestellte Fragen auf der Kampagnen-Homepage des Landkreises (nicht zu verwechseln mit dem Onlineportal des Freistaats zur Impfanmeldung) hin oder her.

Wer kann es den Menschen verdenken? Man kennt das ja von Online-Bestellungen: Man registriert sich mit persönlichen Daten auf einem Portal, bekommt eine Bestätigung zugeschickt und hofft dann, über den Fortgang des Prozesses auf dem Laufenden gehalten zu werden. Man erwartet vielleicht einen Button zur Sendungsnachverfolgung, wie ihn Lieferdienste anbieten. Der könnte zu einer Statusseite führen, die dann so etwas ausspuckt wie: "Ihre Impfregistrierung wird gerade bearbeitet, der nächste freie Impftermin ist praktisch schon für Sie reserviert. Bitte haben Sie noch einige Monate Geduld. Schauen Sie doch bis dahin auf www.ein-stich.de vorbei und vertreiben sich die Zeit."

Vorschlag für eine Statusseite: "Bitte haben Sie noch einige Monate Geduld"

Im Ernst: Man kann beide Seiten irgendwo verstehen. Die ungeduldigen Impfwilligen, die sich nach einer Perspektive sehnen, genauso wie die Beschäftigten im Gesundheitsamt beziehungsweise dem Impfzentrum, die für eine kontinuierliche Betreuung des Fortgangs der Vergabe von Impfterminen vielleicht keine Kapazitäten frei haben. Wer Fragen hat, darf jederzeit mit den Zuständigen Kontakt aufnehmen, verlautet zudem aus dem Landratsamt. Vermutlich wird man jedoch hoffen, mit den jüngsten ausführlichen Erläuterungen der Informationssehnsucht vieler Menschen entgegengewirkt zu haben.

Womöglich wäre eine automatisierte Statusseite, wie sie Postlieferdienste anbieten, am Ende doch die entspanntere Variante für alle gewesen. Kommt vielleicht noch, in der nächsten Pandemie.

© SZ vom 12.03.2021/ilos
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