Immobilienpreise in Freising:Einfach immer teurer

Corona hat dem überhitzten Wohnungsmarkt in der Flughafenregion zwar einen kleinen Dämpfer versetzt, doch das hat die Preissteigerungen nur verlangsamt. Größere Sprünge gibt es allerdings im Süden des Landkreises

Von Petra Schnirch, Freising

Immobilienpreise in Freising: Vom Weihenstephaner Berg aus, eine der gefragtesten Wohnlagen in Freising, hat man einen schönen Blick über die Stadt.

Vom Weihenstephaner Berg aus, eine der gefragtesten Wohnlagen in Freising, hat man einen schönen Blick über die Stadt.

(Foto: Lukas Barth)

Immobilien im Landkreis Freising bleiben teuer, daran hat auch die Corona-Krise nichts geändert. In den vergangenen Monaten sind die Preise in der Stadt Freising erneut gestiegen, allerdings weniger deutlich als in den Kreisstädten der Nachbarlandkreise. Der ganze Flughafenbereich habe während der Pandemie "einen Dämpfer erfahren", sagt Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. Hinter stabilen Arbeitsplätzen stehe plötzlich teils "ein Fragezeichen". So mancher sei derzeit deshalb eher vorsichtig. Bemerkbar macht sich das offenkundig vor allem in Freising.

Dennoch bleibt die Nachfrage sehr hoch - bei einem zu geringen Angebot, wie es im aktuellen Bericht des Immobilienverbands Deutschland (IVD) für das Münchner Umland heißt. Noch einmal deutlich angezogen haben die Preise dagegen in Eching und Neufahrn - ausschlaggebend dürfte hier die Nähe zu München sein.

Einfamilienhäuser sind rar

Ein Blick in einschlägige Immobilienportale im Internet zeigt: Die Auswahl ist klein, für Häuser muss in der Kreisstadt Freising meist mehr als eine Million Euro hingeblättert werden. Besonders gesucht, weil rar, sind Einfamilienhäuser. Für Bestandsimmobilien in guter Lage werden derzeit im Schnitt laut IVD etwa 1,19 Millionen Euro gezahlt. Nach Starnberg, das "in einer eigenen Liga spielt", wie Kippes es ausdrückt, ist das wie schon im Herbst 2020 der zweithöchste Wert in der Region.

Bei Doppelhaushälften und Eigentumswohnungen im Bestand sieht dies dagegen anders aus. Hier liegt Freising mit 815 000 Euro beziehungsweise 4680 Euro pro Quadratmeter am Ende der Tabelle im Münchner Umland. Für Erding beispielsweise nennt der Immobilienverband im Frühjahr 2021 einen Quadratmeterpreis von 5350 Euro, im Vergleich zum Herbst 2020 ist das ein Plus von 3,9 Prozent. In Freising betrug der Anstieg in diesem Zeitraum weniger als ein Prozent.

Besonders gefragte Wohnlagen sind in der Stadt Freising neben dem Zentrum der

Lankesberg, der Weihenstephaner Berg sowie das nördliche und nordwestliche Stadtgebiet. Im Umland sind Kranzberg, Allershausen, Zolling, Marzling und Langenbach beliebte Wohnorte. In den Ortsteilen Attaching und Pulling ist die Nachfrage laut IVD-Bericht dagegen verhaltener. "Dies ist

auf die Nähe zum Flughafen und die damit verbundene Lärmsituation zurückzuführen", heißt es dort weiter. Abseits der Autobahnachsen sind Immobilien noch günstiger zu haben, wobei auch dort das Preisniveau in den vergangenen Jahren "markant gestiegen ist".

Auch wer auf der Suche nach einer Mietwohnung ist, hat es in Freising aufgrund eines deutlich zu geringen Angebots schwer. Die Mieten liegen, je nach Lage und Ausstattung, zwischen 11,50 und 16,30 Euro pro Quadratmeter, für Reihenmittelhäuser starten die Mieten bei 1360 Euro, für Doppelhaushälften fallen zwischen 1710 und 2130 Euro pro Objekt an.

Größere Bauvorhaben könnten den Markt entlasten

Positiv vermerkt der Immobilienbericht, dass einige größere Bauvorhaben in der Vorbereitung beziehungsweise Umsetzung sind, die den Markt möglicherweise etwas entspannen werden. Und die Analysten heben hervor, dass die Stadt es sich mit dem Freisinger Baulandmodell zum Ziel gesetzt hat, in Neubaugebieten auch bezahlbare Mietwohnungen zu errichten. Explizit erwähnt wird das neue Quartier an der Angerstraße.

Eigens aufgeführt wird in dem Marktbericht auch die Entwicklung in Eching und Neufahrn. Vor allem Baugrund für Einfamilienhäuser ist dort noch teurer als in Freising. In Neufahrn werden zwischen 1400 und 1750 Euro pro Quadratmeter verlangt, vor einem Jahr waren es noch 200 Euro weniger. Zum Vergleich: In der Kreisstadt Freising fallen laut IVD zwischen 935 und 1475 Euro an.

"Insbesondere Familien mit Kindern, denen die Stadt München zu teuer geworden ist, suchen nach Eigenheimen", heißt es zur Situation in Neufahrn. "Investoren fragen vor allem kleinere Wohnungen nach, die aufgrund der guten Infrastruktur sehr begehrt sind." Sowohl auf dem Kauf- als auch auf dem Mietmarkt gab es deshalb in den vergangenen Jahren "spürbare Preisanstiege". Erwähnt wird aber auch, dass die Gemeinde Neufahrn eigene kleine Wohnbauprojekte für Haushalte mit niedrigem Einkommen schafft.

© SZ vom 13.07.2021/beb
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