Zwei Projekte in PlanungForschen und feiern am Flughafen

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In einem Science Center können Kinder, aber auch Erwachsene experimentieren. Die Initiatoren der Einrichtung, die am Lab-Campus des Flughafens geplant ist, hoffen auf Unterstützung aus der Wirtschaft. Erste Eindrücke gab es bei einem Aktionstag im November.
In einem Science Center können Kinder, aber auch Erwachsene experimentieren. Die Initiatoren der Einrichtung, die am Lab-Campus des Flughafens geplant ist, hoffen auf Unterstützung aus der Wirtschaft. Erste Eindrücke gab es bei einem Aktionstag im November. Marco Einfeldt

Der IHK-Regionalausschuss begrüßt die Planungen für das Science Center Curiocity, das Naturwissenschaften erlebbar machen will,  und eine große Konzerthalle am Airportgelände.

Von Petra Schnirch, Freising

Auch für Nicht-Flieger wächst das Angebot am Flughafen in den kommenden Jahren. Zwei Projekte stießen am Dienstag bei der jüngsten Sitzung des IHK-Regionalausschusses Erding-Freising im AOK-Gebäude in Freising auf großes Interesse. Anfang 2026 wird am Lab-Campus das Science Center Curiocity eröffnet, etwa fünf Jahre später soll auch die Event-Arena fertig sein und internationale Künstlerinnen und Künstler zu Konzerten in den Raum München holen.

Kim Ludwig-Petsch, einer der beiden Curiocity-Initiatoren, kam mit guten Nachrichten. Das Science Center kann im kommenden Jahr in jedem Fall starten. Die Finanzierung der Mindestausstattung sei gesichert, er hoffe aber auf weitere Unterstützung, auch aus der Wirtschaft, für die gemeinnützige GmbH, sagte er. Denn ihm und seiner Geschäftspartnerin Annika Strömmer schwebt ein möglichst umfassender „Spielplatz des Wissenschaft“ vor. Körperliches Erleben spiele eine wichtige Rolle für ein besseres Verständnis und könne zu einem Schlüsselerlebnis werden.

Am Lab-Campus des Flughafens erfüllt sich für Kim Ludwig-Petsch ein Traum: Dort wird Anfang 2026 das Science Center Curiocity eröffnet.
Am Lab-Campus des Flughafens erfüllt sich für Kim Ludwig-Petsch ein Traum: Dort wird Anfang 2026 das Science Center Curiocity eröffnet. Jana Islinger

Das Vorhaben unterstützen auch die Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und die TU München. Letztere stellt dem Science Center Curiocity in dem von ihr angemieteten Gebäude am Flughafen, dem Lab 48, im Erdgeschoss 1400 Quadratmeter zur Verfügung. Geplant sind dort eine Ausstellung, Werkstatt und ein Workshop-Bereich. „Wir wollen Themen der Region aufgreifen“, sagte Ludwig-Petsch, etwa aus den Bereich Ernährung, Wahrnehmung, Fliegen, Mathe, Künstliche Intelligenz und Energie. Es soll Spaß machen, naturwissenschaftliche Phänomene zu erkunden.

In Bayern gebe es bisher kein großes Science Center, sagte Kim Ludwig-Petsch. Zielgruppe sind Schulklassen, aber auch Familien. Die beiden Initiatoren rechnen mit bis zu 70 000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr. Um weitere Unterstützer zu finden, sind am Donnerstag, 22. Mai, und am Sonntag, 25. Mai, zwei Benefizveranstaltungen in der Freisinger Luitpoldhalle mit dem Titel „Sound of Science“ geplant. Denn je mehr Förderer das Science Center findet, desto größer wird es gleich in der Anfangsphase sein.

Er will internationale Stars für Konzerte nach Freising holen: Lorenz Schmid stellte den Planungsstand zum Bau einer Event-Arena am Flughafen vor.
Er will internationale Stars für Konzerte nach Freising holen: Lorenz Schmid stellte den Planungsstand zum Bau einer Event-Arena am Flughafen vor. Jana Islinger

Ein weiteres Projekt am Flughafen hat Anfang März im Freisinger Planungsausschuss eine große Hürde genommen. Der Planungsausschuss stimmte dem Vorentwurf mehrheitlich zu. Lorenz Schmid, Geschäftsführer der SWMunich Real Estate GmbH mit Sitz in Freising, stellte nun auch dem IHK-Regionalausschuss die Planungen für eine Event-Arena ganz im Westen des Airportgeländes vor. In der Präsentation hieß sie auch „Munich Arena“, im Planungsausschuss „Arena in the Meadows“. In fünf Jahren, so das Ziel, soll sie fertig sein. 2026, so hofft Lorenz Schmid, werde der Satzungsbeschluss für die endgültige Genehmigung erfolgen.

Der Fokus, das betonte er bei der IHK-Sitzung, liege klar auf der Nutzung als Konzerthalle, 120 bis 140 Show-Events seien im Jahr machbar. Ausgelegt sei sie auf 20 000 Besucher. Bisher habe der Raum München „zu wenige Kapazitäten für große Künstler“ und sei „sehr stark abgehängt worden“. In Bayern fehle eine Indoor-Arena für Konzerte. Die bestehenden Veranstaltungsorte wie Olympiahalle (13 500 Plätze), Zenith (5800), Tonhalle (2022) und Muffathalle (1200 Plätze) seien alles ehemalige Industriehallen. Die Bühne der neuen Arena werde ganz nah am Publikum sein. „Wir wollen Weltstars nach Freising holen“, so Schmid. Die Nachfrage nach solchen Hallen werde weiter steigen, prognostizierte er. Einnahmen durch Auftritte und Tourneen würden für die Künstler immer wichtiger, da sie am Streamen ihrer Musik fast nichts verdienten.

Das Vorhaben ist in der Region nicht unumstritten, weil es zusätzlichen Verkehr anziehen wird. In Planung ist ein 1400 Stellplätze umfassendes Parkhaus neben der Arena. Insgesamt würden 4500 Parkplätze benötigt, erklärte Schmid. Dafür stünden auch Mitarbeiterparkflächen des Flughafens zur Verfügung.

Mit bayerischem Rauten-Motiv – so soll die Event-Arena am Flughafen nach dem Entwurf des Büros Populous Architekten einmal aussehen.
Mit bayerischem Rauten-Motiv – so soll die Event-Arena am Flughafen nach dem Entwurf des Büros Populous Architekten einmal aussehen. SWMunich Real Estate GmbH/Populous Architects

Bei den IHK-Mitgliedern fand die Präsentation Anklang. Das sei ein Vorhaben, „das in die Region ausstrahlt“, sagte Otto Heinz, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses. Immobilienfachmann Martin Sperr aus Dorfen fand es „super“, dass ein solches Projekt angepackt werde, denn heutzutage traue sich keiner mehr etwas.

Auch bei der IHK selbst gibt es in diesem Jahr eine Neuerung: Erstmals veranstaltet sie in der Region einen Wirtschaftsempfang. Er wird am 21. Juli in den Rosenhof-Lichtspielen in Moosburg stattfinden, um „die Wirtschaft sichtbarer zu machen“. Zudem werden Kandidaten und Kandidatinnen für die IHK-Wahl im kommenden Jahr gesucht.

Tendenz fallend: Elke Christian von der IHK präsentierte Daten zur aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.
Tendenz fallend: Elke Christian von der IHK präsentierte Daten zur aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Jana Islinger

Elke Christian, Expertin für Wirtschaftspolitik der IHK für München und Oberbayern, war zu Beginn des Treffens auf die schwierige Wirtschaftslage eingegangen. Seit 2018 sei die Konjunktur im Trend absteigend, berichtete sie. Investitionen, Arbeitsvolumen und Produktivität müssten endlich wieder steigen. „Wir brauchen eine wettbewerbsfähige Unternehmensbesteuerung“, forderte sie. Die IHK sei in einem ständigen Austausch mit der Politik, es sei wichtig, dass die künftige Koalition „die richtigen Entscheidungen trifft“. Auch ein konsequenter Bürokratieabbau nach dem Vorbild Schwedens „birgt enormes Potenzial“.

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