Gründung von Hallbergmoos:Mal schnell um zwei Jahre gealtert

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Gründung von Hallbergmoos: Im Foyer des Rathauses sind vergrößerte Abbildungen der Münzen zu sehen.

Im Foyer des Rathauses sind vergrößerte Abbildungen der Münzen zu sehen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Heimatforscher Karl-Heinz Zenker hat Belege dafür gefunden, dass Hallbergmoos schon 2028 sein 200-jähriges Bestehen feiern kann und nicht erst 2030.

Von Peter Becker, Hallbergmoos

Geht es nach Heimatforscher Karl-Heinz Zenker, dann kann Hallbergmoos schon 2028 sein 200-jähriges Bestehen feiern und nicht erst im Jahr 2030. Mit diesem Termin plant die Gemeinde selbst für ein Jubiläumsfest. Zenker hat laut eigenen Informationen in der Zeitung Bayerischer Eilbote nämlich einen weiteren Hinweis dafür gefunden, dass Freiherr Theodor von Hallberg-Broich die Siedlung schon 1828 gegründet hat. In der Ausgabe vom 20. Februar 1842 steht eine öffentliche Danksagung, veranlasst vom damaligen "Gemeindevorstand" Mathias Neumayr. Darin bedankt sich dieser stellvertretend für die damaligen Siedler für die vom Freiherrn erbrachten Leistungen.

Mit welcher Begründung man 1930 das Gründungsdatum von Hallbergmoos auf das Jahr 1830 gelegt und damals das 100-jährige Bestehen des Ortes gefeiert hat, kann heute niemand mehr so richtig nachvollziehen. "Eine 125-Jahr-Feier ist mir nicht bekannt", sagte Zenker schon vor fünf Jahren. In der Chronik zur 150-Jahr-Feier findet sich der Hinweis, dass Freiherr von Hallberg bereits 1828 den Plan für das neue Dorf am Rande des Moores fertig hatte, die ersten Siedler aber erst im Jahr 1830 nach Hallbergmoos gekommen sind. Der Gemeinderat hat dies akzeptiert, hält aber an 2030 als Datum für die 200-Jahr-Feier fest.

Urkunden und Münzen als Indizien

Gründung von Hallbergmoos: Im Foyer des Rathauses sind vergrößerte Abbildungen der Münzen zu sehen.

Im Foyer des Rathauses sind vergrößerte Abbildungen der Münzen zu sehen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Zenker hatte schon 2017 Indizien dafür gefunden, dass Hallbergmoos in Wirklichkeit zwei Jahre älter ist. Zuerst war er bei seinen Recherchen auf zwei Urkunden des bayerischen Innenministeriums gestoßen, die als Gründungsdatum des Ortes den 28. Mai 1828 nannten. Dann entdeckte er in einer Chronik von Wolter Egan-Krieger das Foto einer Gedenkmünze aus dem Jahr 1828 zu Ehren König Ludwigs I. Nach einem Zeitungsbericht meldete sich ein Mann, der im Besitz der Medaillen war. Dieser hat die Münzen der Gemeinde verkauft. In der kleinen Ausstellung zur Ortsgeschichte im Foyer des Rathauses sind vergrößerte Abbildungen der Medaillen zu sehen.

Weitere Recherchen führten Zenker zu der besagten Ausgabe des Bayerischen Eilboten. Besonders interessant in diesem Beitrag sei die Aussage auf der zweiten Seite im ersten Absatz "...gründete derselbe im Jahre 1828 eine Colonie ...", kommentiert dies Zenker. Das unterstütze das von ihm im Sammelblatt Nummer 55 vom 21. November 2017 mit der von König Ludwig II. am 21. Mai 1828 ausgefertigten Urkunde belegte Gründungsjahr 1828 für Hallbergmoos. Wer will, kann den Beitrag unter https://opacplus.bsb-muenchen.de im Internet nachlesen.

"Wir stehen zu unserem Alter"

Zenker geht davon aus, dass bei den "Colonisten" das Gründungsjahr zu dieser Zeit noch sehr präsent gewesen ist. "Denn sonst hätte es der Ortsvorstand Mathias Neumayr nicht explizit genannt", argumentiert Zenker. Er gehe davon aus, dass auch die ersten Siedler zu dieser Zeit ins Moos gekommen seien. Matrikelbücher geben zu seinem Bedauern darüber keine Auskunft, weil Hallbergmoos zu diesem Zeitpunkt noch keinen Pfarrer hatte, der sie hätte führen können. Möglicherweise können darüber die Bücher der Pfarrei St. Georg Aufschluss geben, das die Gemeinde im Moos damals seelsorgerisch betreute.

Laut Karl-Heinz Zenker gilt als Gründungsjahr einer Ortschaft normalerweise das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung. Und das sei für Hallbergmoos eben das Jahr 1828. "Wir sind älter als bisher angenommen, und wir stehen zu unserem Alter", betont er.

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