HaushaltsberatungEching investiert wieder kräftig

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Die Gemeinde Eching will im kommenden Jahr wieder kräftig investieren. Darunter sind 5,5 Millionen Euro für den Neubau der Tennishalle vorgesehen.
Die Gemeinde Eching will im kommenden Jahr wieder kräftig investieren. Darunter sind 5,5 Millionen Euro für den Neubau der Tennishalle vorgesehen.
Marco Einfeldt

Die Gewerbesteuer-Einnahmen sind während der Pandemie nicht wie befürchtet eingebrochen, im Etat für 2022 wird die Gemeinde deshalb trotz hoher Ausgaben ohne Neuverschuldung auskommen

Von Klaus Bachhuber, Eching

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Nach einem Jahr Ausgabensperre und einem weiteren Jahr höchster Vorsicht will das Echinger Rathaus 2022 liegen gebliebene Aufgaben anpacken. Der Verwaltungsetat wird daher um fast drei Millionen Euro höher angesetzt als im Vorjahr. Man müsse "ein bisschen Stau abbauen", sagte Gemeindekämmerin Andrea Jensen. Bisher ist die Gemeinde von Steuereinbrüchen durch die Pandemie weitgehend verschont geblieben, so dass die Einnahmen auch in den Jahren mit behutsamen Ausgaben weiter gesprudelt sind.

In dem für 2022 auf rund 58,8 Millionen Euro taxierten Haushalt sind knapp 17 Millionen Euro für Investitionen vorgesehen. Mittelfristig bis 2025 summieren sich die Ausgaben für neue Baugebiete und neue Infrastruktur auf fast 50 Millionen Euro. Bei der Abwicklung der Neubaugebiete wird das allerdings durch Einnahmen aus Grundstücksverkäufen von rund elf Millionen Euro und an Erschließungskosten von rund 8,5 Millionen Euro gespeist.

Der Etat 2022 wird erneut ohne Neuverschuldung auskommen. Die Schulden sollen durch reguläre Tilgung bis zum Jahresende 2022 auf 5,3 Millionen Euro reduziert werden. Aktuell hat die Gemeinde rund 5,6 Millionen Euro auf dem Konto, allerdings ist das Jahr 2021 noch nicht abgerechnet. Das dürfte die Rücklagen wohl weiter fluten, da Eching vermutlich deutlich mehr Gewerbesteuer eingenommen hat als wegen befürchteter Folgen der Pandemie angesetzt gewesen war. Für 2022 ist vorgesehen, 2,8 Millionen Euro aus der Rücklage zu entnehmen.

In der mittelfristigen Planung bis 2025 ist eine Neuverschuldung von knapp acht Millionen Euro vorgesehen. Abgesehen von spezifischen Förderkrediten für gemeindeeigenen Wohnungsbau, die auf jeden Fall abgerufen werden, ist der Kreditbedarf allerdings noch abhängig von der Rücklagenentwicklung, so dass auf weitere Schulden eventuell sogar verzichtet werden kann.

Die größte Investition ist die Fertigstellung der Tennishalle mit Gesamtbaukosten von 5,5 Millionen Euro inklusive Gymnastikhalle und Wohnungen, für die zwei Millionen Euro im Etat stehen. Die Millionensummen, die für die Neubaugebiete Eching-West und Dietersheim Süd-Ost den Etat aufblähen, sind großteils durchlaufende Posten.

Abgewickelt wird 2022 auch eine Generalsanierung der Garchinger Straße für 880 000 Euro, Sanierungsarbeiten am ASZ für rund 835 000 Euro, die Erschließungsstraße für die Feuerwehr Günzenhausen mit 680 000 Euro, die Sanierung der Blütenstraße mit 490 000 Euro, der Anbau an Feuerwehrhaus und Bürgersaal in Dietersheim mit 455 000 Euro (bei Gesamtkosten von 565 000 Euro), Sanierungsarbeiten am Dach der Dreifachsporthalle Dietersheimer Straße für 270 000 Euro, Stockbahnen und Freizeitplatz Günzenhausen mit 235 000 der erwarteten 375 000 Euro.

Im mittelfristigen Fahrplan sind dann neue größere Projekte vorgesehen. An erster Stelle das Feuerwehrhaus Günzenhausen, das mit 3,4 Millionen Euro angesetzt ist, die ersten Baumaßnahmen sind 2023 vorgesehen. Eine Umgestaltung des Bürgerplatzes ist von 2024 an mit rund 450 000 Euro angesetzt. Zusätzliche Kindergartenplätze sind für Eching-West und Dietersheim vorgesehen. Eine neue Kita im Neubaugebiet Eching-West steht von 2023 an mit gesamt 7,8 Millionen Euro im Etat, für Dietersheim, sei es durch Anbau an die Kita oder durch Umbau des alten Kindergartens, von 2024 an mit 5,4 Millionen Euro.

Und dann will die Gemeinde selbst wieder Wohnungen bauen. An der Böhmerwaldstraße soll es laut Etat 2023 losgehen, dafür sind Kosten von 6,1 Millionen Euro abzüglich staatlicher Zuschüsse von 1,8 Millionen angesetzt. Über der geplanten Kita in Eching-West sollen ebenfalls Wohnungen entstehen, geschätzte Kosten: 4,8 Millionen Euro.

Bei der Beratung des Etats im Finanzausschuss des Gemeinderats gab es die jährlich wiederkehrenden Scharmützel zwischen CSU-Sprecher Georg Bartl und Bürgermeister Sebastian Thaler; Bartl monierte wie jedes Jahr, dass der Verwaltungsetat im Ansatz nicht gedeckt sei, sondern zum Beispiel die Schuldentilgung aus den Rücklagen erfolgen müsse. Thaler hielt wie jedes Jahr dagegen, dass die Kalkulation sehr vorsichtig sei und am Jahresende die Ausgaben sehr wohl gedeckt sein würden, das habe so "noch immer sehr gut funktioniert". Schlussendlich wurde das Papier dem Gemeinderat einstimmig zur Verabschiedung empfohlen.

© SZ vom 12.11.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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