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Harte Probenarbeit zahlt sich aus:Broadway-Atmosphäre in der Hallertau

Insgesamt 90 Mitwirkende haben lange für die Premiere des Musicals "Big" in der Hopfenlandhalle geprobt - und am Freitag einen großen Erfolg gefeiert.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die "Auer Voices" begeistern bei der Premiere des Musicals "Big" in der Hopfenlandhalle, weil am Ende einfach alles passt.

Von Katharina Aurich, Au

Eine überwältigende Premiere des Musicals "Big" haben die Zuschauer am Freitagabend in der Auer Hopfenlandhalle erlebt. Musiker, Schauspieler, Sänger und Tänzer der "Auer Voices" - das ist der Jugendchor der Liedertafel Au - wuchsen über sich selbst hinaus und brachten den New Yorker Broadway in die Hallertau.

Monatelang hatten die rund 90 Mitwirkenden vor und hinter der Bühne geprobt. "Es war viel, viel Arbeit, wir waren zum Schluss Tag und Nacht in dieser Halle, aber die Premiere war dann total schön", freute sich Thomas Hofstetter am Samstag. Der Musiklehrer, der bereits in zahlreichen Musicals mitgewirkt hat, hält die Fäden des ganzen Projekts in den Händen und dirigiert das 16-köpfige Orchester hinter der Bühne. Insgesamt neun Mal ist das zweieinhalbstündige Musical in Au zu erleben. Die Überschüsse aus den Einnahmen gehen an das Projekt "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks und an das Umweltprojekt "Plant a Tree".

Die Geschichte des 1996 am Broadway uraufgeführten Stücks dreht sich um den Teenager Josh, der "groß" sein will und auf dem Jahrmarkt einen Magier (Florian Schwaiger) trifft, der ihm diesen Wunsch erfüllt. Den jungen Josh spielen Maximilian Meiler und Yaris Ingalls, da alle wichtigen Rollen doppelt besetzt wurden. Am Morgen nach dem Jahrmarktbesuch wacht Josh im Körper eines Erwachsenen auf, seine Mutter (Franziska Reimer, Katharina Schweigard) ist entsetzt und wähnt einen Einbrecher im Haus. Josh muss sein Zuhause verlassen, seinen Freund Billy (Louis Braun, Christian Scholz-Wittig) kann er jedoch überzeugen, dass er immer noch derselbe, aber im Körper eines Erwachsenen ist. Der "erwachsene" Josh (Stefan Hofstetter, Alexander Schachtner) muss eine Arbeit finden und landet in der Spielzeugfabrik von George MacMillan (Florian Schwaiger), der in ihm rasch den kreativen Ideengeber für neue Spielzeuge erkennt. Sehr zum Ärger von Mitarbeiter Paul Seymour (Timm Mannott), dessen langweilige Spielzeugkreationen nun im Müll landen.

Eine der besten und einfallsreichsten Szenen des Musicals ist der Tanz auf überdimensionalen Klaviertasten, auf denen Josh und der Spielzeugfabrikant hin und her springend ein Stück spielen, was die Zuschauer zu spontanem Szenenapplaus hinriss. Natürlich durfte auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen, Susan Lawrence (wunderbar gesungen von Katrin Fischer und Carina Raupach) verliebt sich in Josh, der mit seinem kindlichen Gemüt ihr Ansinnen aber nicht versteht. Und so nehmen die Verwirrungen ihren Lauf.

Die große Herausforderung, ein so vielschichtiges Musical auf die Beine zu stellen, sei die Koordination der verschiedenen Gruppen, der Tänzer, Sänger und Schauspieler, die dazu Kinder, Jugendliche und Erwachsene seien und daher auch ganz unterschiedliche Ansprüche an die Probenarbeit stellten, berichteten Hofstetter und Katrin Fischer, die den Kinderchor leitete und selbst während der Premiere die Hauptrolle der Susan sang.

Doch wie ein gut geöltes Räderwerk griffen am Ende alle Teile des Musicals ineinander: Die Einsätze der Musik kamen punktgenau, die bunten Strahler tauchten die Bühne, über die die Tänzer wirbelten, in ständig wechselnde, kräftige Farben. Dazu kam ein fantasievolles Bühnenbild, das die Szenen in der Spielzeugfabrik, auf dem Jahrmarkt und dem Schlaf- und Wohnzimmer der Hauptperson Josh wirkungsvoll in Szene setzt. Die Ideen dazu stammen von Timm Mannott, gemalt hat die Bühnenbilder Andrea Hofstetter, gebaut wurden sie vom Team um Michael Förg.

Weitere Aufführungstermine: Donnerstag, 31. Mai, Freitag, 1., Samstag, 2., Sonntag, 3., Freitag, 8., und Samstag, 9. Juni. Karten gibt es online https://shop.ticketpay.de/organizer, in der Sonnenapotheke in Au und an der Abendkasse.

© SZ vom 28.05.2018
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