StandortsucheHallertau für Atommüll-Endlager ungeeignet

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„BGE Bundesgesellschaft für Endlagerung“ steht auf einem Geländewagen im ehemaligen Erkundungsbergwerk im Salzstock in Gorleben. 2011 kam die Wende, der Bundestag beschloss den Ausstieg aus der Atomenergie, auch andere mögliche Standorte sollen nun geprüft werden.
„BGE Bundesgesellschaft für Endlagerung“ steht auf einem Geländewagen im ehemaligen Erkundungsbergwerk im Salzstock in Gorleben. 2011 kam die Wende, der Bundestag beschloss den Ausstieg aus der Atomenergie, auch andere mögliche Standorte sollen nun geprüft werden. (Foto: Philipp Schulze)

2021 hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung das Hopfenanbaugebiet im Norden des Landkreises Freising als möglichen Standort ausgezeichnet. Eine neue Karte gibt wohl Entwarnung.

Von Kerstin Vogel, Au

Die Menschen in der Hallertau können aufatmen. Der Landkreis Freising ist bei der Suche nach einem atomaren Endlager wohl aus dem Rennen. Anfang November hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) neue Karten zu möglichen Standorten eines Depots für hoch radioaktiven Abfall veröffentlicht. Diesen zufolge liegen die Gebiete des Landkreises Freising nicht in untersuchten Bereichen oder fallen in „Kategorie C“ und wären damit aus geologischer Sicht nur von „geringer Eignung“.

Damit herrsche „nun Klarheit für unsere Region“, erklärt der zuständige Bundestagsabgeordnete Christian Moser (CSU):  „Mit dem aktuellen Arbeitsbericht der BGE wird klar, dass unsere Region für ein atomares Endlager nicht mehr in Frage kommt.“

Im Februar 2021 hatte der Freisinger Landrat Helmut Petz (FW) die Hallertau aufgeschreckt, als er im Kreisausschuss darüber informierte, dass acht Gemeinden im Landkreis-Norden für ein atomares Endlager infrage kämen. Zwar war da noch gar nicht klar, ob die geologischen Voraussetzungen dafür gegeben wären, Petz bezog sich auf einen Zwischenbericht zur Suche der BGE. Trotzdem formierte sich umgehend Widerstand. Betroffene Bürgermeister und Kreisräte waren sich einig: „Man sollte früh genug seine Meinung zu diesen Vorhaben anmelden.“

Die BGE soll bis 2027 mögliche Standortregionen zur weiteren Erkundung und Prüfung vorschlagen und veröffentlicht regelmäßig ihre Arbeitsstände. Diese dienen als wissenschaftliche Grundlage für einen künftigen Parlamentsbeschluss, liefern jedoch keine verbindliche Grundlage. Moser ist wegen der aktuellen geologischen Erkenntnisse trotzdem optimistisch. Der Granitanteil unter der Hallertau sei zu hoch. „Durch Risse im Granit kann Wasser zirkulieren und kontaminiert werden. Ein Endlager ist bei uns deshalb schlicht nicht möglich“, so Moser, der als Mitglied im Umweltausschuss die Suche nach einem Endlager begleitet.

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Auf die Euphorie-Bremse tritt der Grünen-Bundestagsabgeordnete Leon Eckert. Denn die Grünen halten die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle für eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das Thema betreffe jede Region und lasse sich nicht einfach wegschieben, so Eckert. Aktuell sei vielleicht kein Endlager in der Region zu erwarten, ausgeschlossen sei es aber auch nicht: „Wer Atomkraft fordert, muss auch ehrlich über die Lagerung des Atommülls sprechen und bereit sein, sie vor der eigenen Haustür zu akzeptieren“, fordert der Abgeordnete.

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