Hallbergmoos:Unsicherheit und Skepsis

Herbstferien: So klappt der Urlaub mit ungeimpften Kindern

Die Impfkommission empfiehlt, auch alle Zwölf- bis 17-Jährigen immunisieren zu lassen. Bei den Eltern stößt das auf Skepsis.

(Foto: David Young/dpa)

Eine Veranstaltung zum Thema Impfen für Kinder lässt die Teilnehmer ratlos zurück

Von Katharina Aurich, Hallbergmoos

Während es inzwischen für den überwiegenden Teil der Menschen unbestritten ist, dass eine Impfung gegen das Corona-Virus für Erwachsene sinnvoll ist, stößt die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), auch alle Zwölf- bis 17-Jährigen immunisieren zu lassen, bei den Eltern auf Unsicherheit und Skepsis. Auch eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema, zu der der CSU-Bundestagskandidat Erich Irlstorfer, der auch Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages ist, am Mittwoch eingeladen hatte, ließ die rund 25 Gäste eher ratlos zurück.

Die Diskussion drehte sich weniger um Kinder und Jugendliche, sondern um allgemeine Fragen zur Corona-Pandemie, die Erich Irlstorfer beantwortete. Vor allem das Thema "Antikörper" bewegte die Teilnehmer dieser Veranstaltung. Man war sich darüber einig, dass es wichtig sei, vor einer Impfung zu prüfen, ob der Betreffende bereits Antikörper gebildet habe. Allerdings gebe es keinen Richtwert, ab welcher Antikörperkonzentration eine Impfung sinnvoll sei, sagte Irlstorfer und wies einmal mehr auf das Dilemma hin, in dem sich Politiker befinden würden. Sie stützten sich bei ihren Entscheidungen auf wissenschaftliche Erkenntnisse, aber oftmals seien diese nicht eindeutig und es fehlten Erfahrungswerte. Er werde sich, wenn er wieder in den Bundestag gewählt werde, dafür einsetzen, dass der Antikörpertest als Kassenleistung zur Verfügung gestellt werde, um festzustellen, ob jemand schon Abwehrkräfte gegen das Virus habe und wie stark diese seien.

Eine Zuhörerin merkte dazu an, dass viele Bürger gar nicht wüssten, dass man vor einer Impfung einen Antikörpertest machen könne. Auch andere Gäste kritisierten immer wieder, dass sie sich nicht ausreichend informiert fühlten, aber auch die Impfung grundsätzlich nicht ausreichend erforscht sei. Auch Schwangere stünden vor der schwierigen Entscheidung, ob sie sich impfen lassen sollen, berichtete ein Zuhörer. Auch dafür gebe es keine einheitliche Empfehlung und noch zu wenig belastbare wissenschaftliche Daten, so Erich Irlstorfer. Betroffene sollten gemeinsam mit ihrem Arzt abwägen, ob eine Impfung sinnvoll sei oder nicht.

Besonders die Situation an Schulen erhitzte schließlich die Gemüter, nachdem eine Zuhörerin berichtete, dass in der Klasse ihrer Tochter die positiv getesteten Klassenkameraden für alle sichtbar nach Hause geschickt worden seien. Man sollte Kinder nicht auseinanderbringen oder stigmatisieren, dies löse psychische Schäden aus, kommentierte Irlstorfer diese Berichte. Ob nun Kinder und Jugendliche geimpft werden sollen, wie das Thema des Abends gelautet hatte, dass konnte auch nach zweieinhalb Stunden nicht eindeutig beantwortet werden. "Ich bin eine Mutter, die sich Sorgen macht" hatte eine Teilnehmerin zu Beginn der Veranstaltung gesagt. Die Entscheidung, ob sie ihre Kinder impfen lassen, müssen Eltern unter Abwägung aller Unwägbarkeiten trotz der Stiko-Empfehlung wohl alleine treffen.

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