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Surfanlage in Hallbergmoos:Die perfekte Welle

Hallbergmoos plant deutschlandweit einmalige Surfanlage

So könnte die deutschlandweit einmalige Surfanlage aussehen. Sie soll Anwohner, Münchner und Gäste aus Deutschland und Europa anziehen. Visualisierung: obs/Munich Airport Business Park/Maisch Wolf Architekten

Die Investoren der Hallbergmooser Surfanlage stellen in der Bürgerversammlung ihr Projekt vor - es ist die erste ihrer Art in Deutschland.

Von Alexandra Vettori, Hallbergmoos

Es war eine besondere Bürgerversammlung am vergangenen Mittwoch. Genauer gesagt, waren es sogar zwei, eine nachmittags und eine abends, zwecks Entzerrung der Besucherströme. Die aber sind ohnehin überschaubar geblieben, viele Interessierte dürften den ersten Livestream in der Geschichte der Hallbergmooser Bürgerversammlungen im Internet verfolgt haben.

Eine gute Stunde lang hielt Bürgermeister Harald Reents (CSU) den Rückblick auf die Arbeit von Gemeinderat und Verwaltung. Arbeit gab und gibt es genug. Hallbergmoos wächst weiter, allein acht Bebauungspläne für Wohnen und Gewerbe sind gleichzeitig in der Mache, drei heuer schon abgeschlossen und weitere acht in Vorbereitung. Allerdings stimmte der Bürgermeister auf härtere Zeiten ein, in denen vielleicht nicht mehr all das möglich sei, was man bisher im Ort gewohnt war. Denn man werde in den nächsten Jahren nicht mehr so viel Gewerbesteuer einnehmen, so Reents. Umso wichtiger sei es, Hallbergmoos als Gewerbestandort attraktiv zu halten. Und damit war er bei einem Punkt, der ihm sichtliches Vergnügen bereitete.

Einer der in der Aufstellung befindlichen Bebauungspläne nämlich ist der für die Surfanlage "die Welle". Die soll im Gewerbegebiet Munich-Airport-Business-Park an der Ludwigstraße entstehen. Und sie wird, so wie es aussieht, nichts weniger als die erste deutsche Surfanlage mit einer 100 Meter langen stehenden Welle sein. Das jedenfalls kündigte Chris Boehm-Tettelbach, Gründer und Vorstand der Planworx AG an. Planworx tritt zusammen mit der Grünwalder Projektentwicklungsfirma Rock Capital Group als Investor auf. Weltweit entstünden derzeit solche Surfanlagen, die jüngste sei gerade in Südkorea eröffnet worden, so Boehm-Tettelbach.

400 Surfer sollen in der Anlage täglich Wellen reiten

170 mal 80 Meter groß wird das Wasserbecken, auf dem einmal 400 Surfer täglich ihre Bahnen ziehen sollen. Ein Wellengenerator erzeugt jede gewünschte Wellenhöhe von 30 Zentimetern für Anfänger und Kinder oder bis zu 2,5 Meter hohen Brechern für die Könner. Es sei ausdrücklich keine Anlage nur für Profis, betonte Boehm-Tettelbach, sondern auch für Bürger und Familien. Deshalb sind auch ein Spielplatz, Liegeflächen und Sitzmöglichkeiten, Beachvolleyballfelder, eine Kletterwand und ein Fitnessparcours geplant.

Wie die Bebauung aussieht, die das Wasserbecken im Norden flankieren wird, erklärte Stephan Rothenburg von der Rock Capital Group. Eine "interessante Architektur" versprach er für das Gebäude mit dem tragenden Namen "Hybrid One", das aus zusammengesetzten Modulen unterschiedlicher Höhen von drei bis fünf Stockwerken bestehen wird. Zugänglich ist der Komplex aus Bebauung und südlich gelegenem Wasserbecken von der Ludwigstraße her über Freitreppen. Das Erdgeschoss ist dabei für Gastronomie und Einzelhandel vorgesehen. Hier solle, so Rothenburg, "Interaktion zwischen Gebäude und Freiraum" stattfinden. In den Etagen darüber finden Büros, Dienstleiter, Werkstätten oder Labore Raum.

Für die Hallbergmooser Bevölkerung könnte die Welle, neben den angekündigten Vorzugspreisen, noch weiteren Nutzen bringen: Die Betreiber wollen das Gelände für gemeindliche Veranstaltungen wie Openair-Kinos oder Konzerte zur Verfügung stellen.

© SZ/nta
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