Landkreis FreisingHilfe bei häuslicher Gewalt bleibt gesichert

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Eine Frau hält ihre Hände vor das Gesicht (Symbolbild).  Auch im Landkreis Freising nehmen die Fälle häuslicher Gewalt zu.
Eine Frau hält ihre Hände vor das Gesicht (Symbolbild).  Auch im Landkreis Freising nehmen die Fälle häuslicher Gewalt zu. Fabian Sommer/dpa
  • Der Landkreis Freising hält trotz wechselnder Zuständigkeiten ab 2027 an der Finanzierung des Frauenhauses und der Beratungsstelle „Hilda" fest.
  • Der Sozialausschuss beschloss einstimmig, etwaige Deckungslücken bei den Kosten zu übernehmen und damit Planungssicherheit zu schaffen.
  • Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt steigt bundesweit und im Landkreis Freising, wobei über 70 Prozent der Opfer Frauen sind.
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Der Landkreis Freising hält auch künftig trotz wechselnder Zuständigkeiten an der Finanzierung des Frauenhauses und der Beratungsstelle „Hilda“ fest. Damit soll der Schutz für von Gewalt betroffenen Frauen gesichert werden.

Von Gudrun Regelein, Freising

Bereits seit 2021 bezuschusst der Landkreis Freising das Frauenhaus und die Fachberatungsstelle „Hilda“ bei häuslicher und sexualisierter Gewalt.  Von 2027 an ist wegen einer Gesetzesänderung für Hilfsangebote für von Gewalt betroffenen Frauen der Freistaat Bayern zuständig.  Die Sorge der Diakonie als Träger um die Zukunft der beiden Angebote war deshalb zuletzt groß. Umso größer war die Erleichterung, als der Sozialausschuss des Landkreises in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschloss, die bestehenden Vereinbarungen nicht zu kündigen, sondern lediglich an die geänderte Aufgaben- und Ausgabenverantwortung des Freistaats anzupassen. Dabei werde entsprechend einem Vorschlag der Fraktion der Grünen sichergestellt, dass der Landkreis etwaige Deckungslücken bei den Kosten übernimmt.

„Wir befürchteten, dass es im kommenden Jahr zu finanziellen Engpässen oder sogar Lücken kommen könnte“, sagt Christina Mayer, Leiterin der Fachberatungs- und Interventionsstelle bei häuslicher und sexualisierter Gewalt. Zumal die Kommunen aufgefordert wurden, aus bestehenden Verträgen und der Finanzierung auszusteigen. „Bislang wissen wir ja auch noch nicht, wie viele Gelder der Freistaat im Haushalt 2027 für diese Angebote einstellen wird.“ Es gab keine Planungssicherheit, denn die bestehenden Verträge mit dem Landkreis sollten gekündigt werden, über die Anschlussfinanzierung aber herrschte Ungewissheit.

Eigentlich sei es zwar eine staatliche Aufgabe, hatte Landrat Helmut Petz im Sozialausschuss gesagt, aber: „Das Thema häusliche Gewalt –  die Fachberatungsstelle Hilda mit angeschlossener Interventionsstelle und das Frauenhaus – sind uns wirklich sehr wichtig.“ Die Übergangszeit brauche eine Planungssicherheit, Finanzierungslücken müssten kommunal gedeckt werden. „Wir sind dem Landkreis sehr dankbar“, betont Christina Mayer. Dass die Kommune trotz der angespannten Haushaltslage den Vertrag nicht kündige, sondern im Falle einer finanziellen Lücke einspringe, sei ein deutliches Bekenntnis. „Wir haben die Gewissheit, dass es weitergeht.“

Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt steigt

Bundesweit und auch im Landkreis Freising steigt die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland laut Bundeskriminalamt (BKA) 265 942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt, ein neuer Höchststand. Über 70 Prozent der Opfer sind Frauen. In der Region Freising bieten bislang das Frauenhaus und die Fachberatungsstelle Hilda mit angeschlossener Interventionsstelle den von Gewalt betroffenen Frauen Schutz und Hilfe. Die Anfragen steigen, berichtet Mayer. Schon sehr junge Menschen – ab 16 Jahren – erlebten immer häufiger sexualisierte Gewalt. Im Frauenhaus dagegen sind die Plätze knapp, immer wieder müsse man Frauen eine Absage erteilen.

„Eine Unterbrechung oder gar Aussetzung der Hilfeangebote steht und stand nie zur Debatte“, betonte Landrat Petz. Auch im Gremium herrschte darüber Einigkeit. Das entscheidende Wort hat jetzt der Kreisausschuss.

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