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Gute Nachrichten für Schlittschuhläufer::Bald ein Dach über dem Kopf

Eine Eröffnung der Freisinger Eishalle noch in diesem Jahr hält OB Dieter Thalhammer für realistisch

Wenn alles so läuft, wie es sich Oberbürgermeister Dieter Thalhammer vorstellt, dann könnte mit dem Bau einer Eishalle in der Luitpoldanlage im März oder April dieses Jahres begonnen werden. Die Kosten dafür dürften sich auf etwa vier Millionen Euro summieren - bereitgestellt über einen noch zu beschließenden Nachtragshaushalt. Und: Wird der Zeitplan eingehalten, könnte tatsächlich schon im Dezember 2012 die Eröffnung der Halle gefeiert werden. Damit würde ein Schlussstrich unter eine Debatte gezogen, die in der Stadt Freising seit bald zwei Jahrzehnten geführt wird, stets mehr oder weniger verbissen - bislang aber immer ohne umsetzbares Ergebnis. Dass der 1996 in Betrieb genommene und 2010 mit neuer Technik ausgestattete Eislaufplatz eigentlich ein Dach braucht, hat dabei selten jemand geleugnet. Das gilt umso mehr, seit die neue Anlage installiert ist, weil die eigentlich nur mit einem Dach richtig funktionieren und dann auch Energie sparen kann. Und es ist auch nicht so, dass von der Investition in erster Linie ein Sportverein profitieren würde: Laut Bernhard Sittenauer, Eishockey-Abteilungsleiter beim SEF, nutzt der Verein die Eisfläche nur zu 22 Prozent, weitere 58 Prozent dienen dem öffentlichen Lauf. Doch der Schock kam im Herbst vergangenen Jahres, als sich herausstellte, dass die Halle nach dem Entwurf des beauftragten Architekten Walter Flad stolze 5,8 Millionen Euro kosten sollte. Das wollten selbst die hartnäckigsten Streiter für die Überdachung nicht investieren. Weil man so schnell aber keine Alternativplanung aus dem Hut zaubern konnte, verständigte sich der Stadtrat bei den Haushaltsberatungen für 2012 darauf, in Ruhe nach einer günstigeren Lösung suchen zu lassen und diese dann über einen Nachtragshaushalt zu finanzieren. Maximal vier Millionen Euro wolle man dafür ausgeben, hieß es - und genau auf diese Summe läuft es jetzt wohl auch hinaus, wie Thalhammer bestätigte. Bei der Planung, die zunächst dem Ältestenrat und dann dem Hauptausschuss vorgelegt werden soll, dürfte es sich nach den Worten des Oberbürgermeisters um eine Kombination aus der teuren Flad-Variante und einem Vorschlag von Sittenauer handeln. Wie berichtet, hatte der engagierte Abteilungsleiter im Dezember vergangenen Jahres einen Entwurf für die Einhausung des Eisplatzes vorgelegt, der faktisch einer Halle gleichkäme, aber deutlich weniger kosten würde, als die von Flad präsentierte Planung. Sittenauer sprach sogar von weitaus weniger als den vier Millionen, die der Stadtrat als Schmerzgrenze festgelegt hat, eine konkrete Zahl nannte er jedoch nicht. Wenn der Hauptausschuss zustimme, müsse neben der Finanzierung auch die Architektenfrage geklärt werden, sagte Thalhammer: "Flad hat schließlich den Auftrag von uns. Für alles, was auf seiner Planung aufbaut, hat er die Urheberrechte." Er gehe von einer kombinierten Lösung aus, die auf jeden Fall ein Dach mit geschlossenen Seiten, die gewünschte Tribüne, Umkleiden und Funktionsräume beinhalte. Thalhammer: "Ich bin zuversichtlich, dass wir eine einvernehmliche Lösung finden."

Modell Eisbahn nach Vorschlag SEF