Nach Berichten der Freisinger SZ über die plötzliche Schließung der einzigen kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis in Freising will Bundestagsabgeordneter Andreas Mehltretter (SPD) sich um den Verbleib einer Anlaufstelle für Betroffene im Landkreis kümmern. Das hat der Freisinger am Mittwoch in einem offiziellen Statement in den sozialen Medien angekündigt. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) habe ihm auf Anfrage mitgeteilt, dass "die Raumordnungsregion München, zu der auch der Landkreis Freising gehört, grundsätzlich ausreichend versorgt sei", so Mehltretter.
Geschlossene kinderpsychiatrische Praxis in Freising:Zumindest fragwürdige Methoden
Online-Rezensionen lassen erahnen, dass die Arbeitsmethoden der kürzlich geschlossenen kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis wohl ungewöhnlich waren. Nun melden sich auch Eltern von früheren Patienten zu Wort.
Die Schließung der einzigen kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis in Freising sei "eine Belastung für die Familien im Landkreis - gerade jetzt in der Corona-Zeit", findet hingegen der Abgeordnete. Es sei "für die Menschen in Freising enorm wichtig, dass der halbe Kassensitz für Kinder- und Jugendpsychiatrie hier im Landkreis bleibt und nicht beispielsweise nach München abwandert". Er werde sich hierzu zeitnah mit der KVB austauschen und klären, wie eine gute spezialisierte fachärztliche Versorgung auch vor Ort im Landkreis Freising sichergestellt werden könne. "Sollten die gesetzlichen Möglichkeiten dafür nicht ausreichen, werde ich mich auch auf Bundesebene dafür einsetzen, dass in Zukunft regionale Belange in der Bedarfsplanung mehr Beachtung finden."
Die kinder- und jugendpsychiatrische Praxis in der Freisinger Innenstadt sowie weitere Standorte in Landshut, Abensberg (Landkreis Kelheim) und Eggenfelden (Landkreis Rottal-Inn) waren zum Jahreswechsel überraschend und ungewöhnlich kurzfristig geschlossen worden. Entsprechende Einträge im Netz waren gelöscht worden. Nachbarn wussten zumindest in Freising nichts Genaueres über den Verbleib der Inhaber zu berichten. Anfragen blieben unbeantwortet. Frühere Patienten sowie auch durch die Schließung überlastete Psychotherapeutinnen berichteten von mindestens fragwürdigen Arbeitsmethoden nicht erst mit der Schließung.
