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Große Umwege:Ortsdurchfahrt wird Großbaustelle

Die Kranzberger sollen in Form einer App bei den Angelegenheiten ihrer Gemeinde mitbestimmen können, fordert die SPD.

(Foto: Marco Einfeldt)

Kreisstraße soll bis zur Amperbrücke saniert werden. Baubeginn ist spätestens 2022

Vermutlich im kommenden Jahr, spätestens aber 2022, wird die Ortsdurchfahrt in Kranzberg zur Großbaustelle, denn die Kreisstraße soll von der Hohenbachernstraße am Ortseingang bis zur Amperbrücke saniert werden. Die Autofahrer müssen sich dann auf größere Umwege einstellen. Im Zuge der Bauarbeiten wäre es "wahnsinnig wichtig" auch gleich die Ortsmitte ansprechender zu gestalten, sagte Andreas Adldinger (CSU) in der Gemeinderatssitzung am Dienstag - zum Beispiel mit mehr Grün oder einer Bank. Auf Vorschlag von Martin Oberprieler (KGL) soll möglichst schnell ein offener Arbeitskreis gegründet werden, der Vorschläge dazu unterbreitet.

Einen kleinen Eindruck, was die Verkehrsbehinderungen betrifft, bekommen die Kranzberger schon im kommenden Monat, wenn von Mitte Juni an der Kanal in der Oberen Dorfstraße saniert wird. Sie wird in dieser Zeit voll gesperrt, allerdings nur auf einer Länge von 150 Meter, die Baustelle beginnt kurz vor der Amperbrücke ortseinwärts. Wenn es sich zeitlich eintakten lässt, werden anschließend zwei Wochen lang die Wasserleitungen erneuert. Anfang August muss die Dorfstraße wieder frei sein, weil dann die Ortsdurchfahrt in Allershausen gesperrt wird und eine Umleitungsstrecke über Kranzberg führt.

Wann genau der Landkreis die Straßensanierung anpacken kann, ist laut Reinhard Bauer vom Landshuter Büro BBI Ingenieure noch unklar. Geplant sind die Arbeiten eigentlich für 2021, allerdings war der staatliche Fördertopf zuletzt nicht allzu gut gefüllt, so dass sich zahlreiche Projekte auch im Landkreis verzögerten. Die Kosten für die Straße, die Risse und Spurrillen aufweist und mittlerweile ein richtiger"Flickenteppich" ist, bezifferte Bauer mit etwa 1,05 Millionen Euro. Diesen Betrag übernimmt der Landkreis. Die Gemeinde muss die Erneuerung der Gehwege finanziell schultern, dafür veranschlagt der Planer etwa 750 000 Euro. Die Tendenz im Gemeinderat geht dahin, lediglich auf der südlichen Seite einen gepflasterten Gehweg anzulegen, der dafür aber bis zu 2,50 Meter breit wird - gerade auch zur Sicherheit der Kinder, die Richtung Schule unterwegs sind. Nur für diese Variante könnte die Gemeinde mit staatlichen Zuschüssen in Höhe von 40 bis 50 Prozent rechnen. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Für die Anwohner soll eine Versammlung stattfinden, "sonst spielen die Leute nicht mit", wie Sonja Kieslinger (FWG) sagte. Nur direkt in der Ortsmitte soll es auf beiden Seiten Gehwege geben.

Eine Lösung wird auch an der Einmündung der Kirchbergstraße gesucht. "Das ist ein grausliges Eck", sagte Zweiter Bürgermeister Anton Hierhager (SPD). Die Schulkinder stünden dort "ganz schon ratlos da", wenn sie die Straße überqueren wollten, weil offenkundig nur wenige Autofahrer am Zebrastreifen halten. Für eine Querungshilfe fehlt voraussichtlich der Platz. Georg Neumair (FWG) schlug eine Bedarfsampel vor, Konrad Neumair (KGL) einen anderen Fahrbahnbelag, etwa ein Pflaster. Das aber verursacht laut Reinhard Bauer mehr Lärm.

Das Gespräch suchen will die Gemeinde wegen der zwei Parkplätze im Kreuzungsbereich, die in Privatbesitz sind. Denn für eine Neugestaltung der Dorfmitte ist wenig Platz vorhanden.

© SZ vom 28.05.2020

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