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Grillmeisterschaft in Freising:Anheizen bei Dauerregen

Die Bratwurstkreation "Freisinger Zöpferl" überzeugt bei der Grillmeisterschaft auf dem Weihenstephaner Campus.

Seit Tagen verfolgen sie den Wetterbericht, bis zum Vormittag steht nicht fest, ob die Grillteams zur diesjährigen Grillmeisterschaft auf dem Weihenstephaner Campus antreten können. Dann aber geht es doch los: Kisten, Körbe und Grillwerkzeug werden auf die große Rasenfläche geschleppt, ein kleiner Hund läuft aufgeregt zwischen den Wettkämpfern hin und her, und die Teams stärken sich schon einmal mit dem einen oder anderen Bier. Pünktlich um 18.30 Uhr wird angeheizt. Und pünktlich um 18.30 Uhr beginnt es wie aus Kübeln zu schütten, was sich den ganzen Abend über nicht mehr ändern wird.

Trotz Dauerregens wurde bei der Grillmeisterschaft auf dem Weihenstephaner Campus angeheizt was das Zeug hielt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Aber einen großen (Grill)-Geist stört das wenig. Auch im dritten Jahr haben sich wieder fünf Teams für die "Grillmeisterschaft 2010" gefunden. "Nur zwei Teams haben wegen des schlechten Wetters kurzfristig abgesagt", berichtet Organisator Reinhard Fiedler von "Prima leben und stereo". Die Griller irritiert der Regen also herzlich wenig. Trotz nasser Füße lassen sie ihre Augen nicht von der Glut. Drei Gerichte gilt es zuzubereiten - eine Bratwurstvariation, eine Geflügelvariation und ein vegetarisches Gericht. Gegrillt wird nach den Regeln der "World Barbecue Association".

Diese auf die fünf verschiedenen Teams anzuwenden, ist Aufgabe zweier unabhängiger Juroren. Natürlich geht es in erster Linie darum, die Grillspezialitäten zu testen, aber es "zählt auch der Unterhaltungswert eines jeden Teams", erklärt Tim Kugler, Gewinner von 2008. Das bedeutet, dass auch ein Team, das mit seinen Werken geschmacklich nicht überzeugt, dennoch weit kommen kann. Neben ihm sitzt Christian Kramer, der zweite Mann in der Jury. Da Kramer ebenfalls schon einmal auf Seiten der Griller mit am Start war, kennt auch er die Schwierigkeit dieser Aufgabe. Aber trotz aller Sympathien "müssen wir hart bleiben, es kann nur einer gewinnen."

In den Teams herrscht unterdessen ausgelassene Stimmung. Trotz Dauerregens wird gegrillt und gebrutzelt, was das Zeug hält. Die Grillmeister aus dem Jahr 2009, die fünf "Freisinger Grillpiraten" unter der Leitung von Patrick Romer, sind an Professionalität kaum zu übertreffen. Sie haben ihren eigenen großen Stand aufgebaut und sogar eine Palme aufgestellt. Ein besonderes Schmankerl: "Wir haben nur biologische, regionale Produkte verwendet", sagt Erwin Fischer. Das Straußenfleisch beispielsweise kommt von einer Farm in der Nähe von Attenkirchen."

Eine Hommage an die Stadt Freising

Dass es letztendlich für die Vorjahressieger nur für Platz zwei reicht, rechtfertigt die Jury mit einem "denkbar knappen Ergebnis". Katrin Rippel von den "Grillkatzen" berichtet, dass "meine beiden Männer" 2009 schon dabei waren. "Weil sie nicht gewonnen haben, bin ich dieses Jahr als weibliche Unterstützung mit dabei". Eine weise Entscheidung: Die "Grillkatzen" gewinnen und dürfen sich fortan "Grillmeister 2010" nennen.

Ihre ganz besondere Wurstkreation ist das "Freisinger Zöpferl". "Es ist als eine Hommage an die Stadt Freising zu verstehen", so Katrin Rippel. Drei Würste, ineinander verschlungen, symbolisieren die "drei Berge" Freisings: eine blasse Kalbsbratwurst den Domberg (Lehrberg), eine rustikale Schweinsbratwurst mit Dunkelbier den Weihenstephaner Berg (Nährberg) und eine deftig-scharfe Grillwurst den Wehrberg mit der Vimy-Kaserne.

© SZ vom 19.06.2010/juwe
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