Eine neue E-Mail-Adresse gibt es schon und auch der Name macht die Veränderung deutlich: Die chirurgische Gemeinschaftspraxis Freising ist zum 1. Juli Teil des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Klinikum Freising geworden. Sie heißt jetzt entsprechend chirurgisches MVZ Klinikum Freising. Aktuell ist die von den Ärzten Rita Peller und Mark Bardenheuer geleitete Praxis noch an den Guten Ängern in Lerchenfeld zu finden. Der endgültige Umzug auf das Klinikgelände steht voraussichtlich Ende 2026, Anfang 2027 an. Mit dieser Neuerung schlagen das Klinikum und die beiden Ärzte nicht nur zwei Fliegen mit einer Klappe – sie weisen möglicherweise auch einen Weg in die Zukunft.
So wird sich für Peller und Bardenheuer die mühsame und bislang vergebliche Suche nach Nachfolgern für ihre Praxis erübrigen. Das Praxisteam kann unverändert weiter beschäftigt werden und auch das Versorgungsangebot für die Patientinnen und Patienten bleibt erhalten. Gleichzeitig bedeutet die Integration ins Klinikum dort eine erhebliche Erweiterung des Angebots in der ambulanten Versorgung – und erfüllt damit eine Forderung der Krankenhausreform.
Mit den beiden Arztsitzen für Chirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie, Arbeitsunfälle, endokrine Chirurgie und Schilddrüsenbehandlung erweitere sich das ambulante Spektrum des Klinikums Freising, das bis dato auf die Schmerztherapie spezialisiert war, umfangreich, heißt es aus dem Klinikum dazu. Zudem seien Peller und Bardenheuer Belegärzte im Klinikum, man sei also schon seit Längerem im Austausch miteinander.
„Für uns ist dieser Schritt eine wichtige strategische Entscheidung, um unsere ambulante Leistung erheblich zu stärken“, erklärt Christina Ertl, kaufmännische Leiterin des Klinikums. Die fachärztliche Versorgung der Menschen in Freising bleibe erhalten „und mit ihr das Lebenswerk, das über viele Jahre hinweg aufgebaut wurde“. Die beiden Mediziner werden ihre Tätigkeit wie gewohnt fortsetzen und neben den genannten Behandlungsfeldern auch weiterhin ambulante chirurgische Notfälle versorgen. Das bedeutet auch eine Entlastung der zentralen Notaufnahme im Freisinger Krankenhaus.

In der Juli-Sitzung des Freisinger Kreistags ist die Integration der chirurgischen Praxis in das Medizinische Versorgungszentrum auch als Schritt auf dem Weg zur langfristigen Sanierung der Krankenhausfinanzen dargestellt worden. Das Defizit des Freisinger Klinikums belief sich Ende 2024 auf 8,8 Millionen Euro. Man könne die chronische Unterfinanzierung der Krankenhauslandschaft nicht ändern, hieß es in dem Gremium. Der Trend gehe jedoch in Richtung einer Ambulantisierung, die dann auch eine Geldquelle darstelle. Mit Peller und Bardenheuer habe man bereits drei kassenärztliche Sitze unter einem Dach, sagte Maren Kreuzer, Geschäftsführerin des Klinikums, dazu erfreut.
Voraussichtlich Ende kommenden Jahres wird die chirurgische Praxis aus den Guten Ängern auch auf den Campus des Klinikums ziehen. Dazu werden aktuell im blauen Nebengebäude moderne neue Praxisräume und OP-Einheiten geschaffen. Bis dahin sind die Ärzte wie gewohnt zu erreichen – auch die alte E-Mail-Adresse ist natürlich noch gültig.

