KAB-Sekretär Rainer Forster Wieder in der Kritik

Rainer Forster muss sich wieder rechtfertigen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Diözesansekretär Rainer Forster organisiert erneut eine Veranstaltung mit umstrittenen Referenten

Von Mathias Weber, Freising/Erding

Erneut ist Rainer Forster, Diözesansekretär der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Freising, in die Kritik geraten, weil er eine Veranstaltung mit umstrittenen Referenten organisiert. Im Mai hatte er den Schweizer Historiker Daniele Ganser ins Kardinal-Döpfner-Haus eingeladen, der als Verschwörungstheoretiker gilt. Die Veranstaltung war kurzfristig abgesagt worden. Diesmal geht es um einen Diskussionsnachmittag in Altenerding am Sonntag.

"Trump, das US-Imperium und die Nato", so ist der "Infotag der KAB" überschrieben. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung "will (...) über die Zusammenhänge aufklären", heißt es in der Pressemitteilung dazu. Eingeladen hat Diözesansekretär Forster in Zusammenarbeit mit dem Erdinger KAB-Vorsitzenden Josef Aigner zwei "umstrittene" Personen, wie Forster selbst sagt. Manche nennen sie auch: Verschwörungstheoretiker. Am Nachmittag wird der Rapper Kilez More auftreten, um 19 Uhr ist dann ein Vortrag von Rainer Rothfuß mit dem Titel "Nato - Schutz oder Gefährdung Europas?" geplant. Vor dem Auftritt des Rappers wird zudem um 16 Uhr der Dokumentarfilm "Ramstein - Das letzte Gefecht" gezeigt. Der Wiener Rapper Kilez More hat Bekanntheit erreicht, weil er in seinen Texten den Klimawandel leugnet. "Der Klimawandel wurde nicht von Menschen gemacht, damit halten sie nur die Welt in Schach", heißt es in seinem Song "Klimawandel". Medienberichten zufolge hat sich Kilez More, der von Kritikern als "rechtsesoterisch" bezeichnet wird, auch im Umfeld von Montagsmahnwachen aufgehalten, bei denen antisemitische und rechtsextreme Tendenzen registriert wurden.

Der ehemalige CSU-Politiker und Hochschullehrer Rainer Rothfuß ist in diesem Jahr als Teilnehmer der sogenannten "Friedensfahrt" von Berlin nach Moskau bekannt geworden. Mit ihr wollten sich die Organisatoren, so hieß es damals, "im Namen des deutschen Volkes für unsere teilweise abgrundtief verlogenen Politiker und Medien" entschuldigen. Kritische Berichte über genannte Friedensfahrt bezeichnete Rothfuß als "widerlichen Journalismus", beim russischen Staatssender Russia Today (RT) hingegen kommentiert er und tritt als "geopolitischer Analyst" auf.

Die Kritik an diesen beiden Personen kann Forster teilweise nachvollziehen. Doch für ihn stehe die Auseinandersetzung mit den Inhalten im Vordergrund, und im Fall des Rappers "das Angebot an die Jugend". Nach Rothfuß' Vortrag sei eine Diskussion geplant, der Auftritt von Kilez More finde jedoch ohne inhaltliche Begleitung statt, bestätigt Diözesansekretär Forster. Er wolle sich aber mit dem Rapper im Vorfeld über die Auswahl der Songs unterhalten. Den Kontakt zu Rothfuß hat Forster selbst hergestellt, nachdem er ein Interview mit ihm gelesen hatte. Der Kontakt zu Kilez More entstand über eine Bekannte im Umfeld der KAB. Beide Gäste treten nicht kostenlos auf. Forster sagt, man finanziere die Gagen mithilfe von anderen Veranstaltungen.

Kritik an der Veranstaltung in Erding kommt auch diesmal wieder von den Moosburger "Erdlingen", einer politischen Gruppe, die immer wieder auf rechte Tendenzen in der Gesellschaft aufmerksam macht. Die "Erdlinge" hatten es bereits im Mai geschafft, dass Forster eine geplante Veranstaltung mit dem umstrittenen Historiker Daniele Ganser, der ebenfalls als Verschwörungstheoretiker gilt, absagte. Auch dieses Mal haben die "Erdlinge" die Hintergründe und Einstellungen der KAB-Gäste über Facebook publik gemacht. Auch die verschiedenen Ebenen des KAB-Verbandes hat die Kritik an der Veranstaltung erreicht. Der Geschäftsführer des KAB-Diözesanverbandes München und Freising, Wolfgang Pretzer, versichert, dass Rückmeldungen zu den Veranstaltungen ernst genommen würden, "alles andere wäre komplett daneben". Er bestätigt, dass intern ein "einheitliches Auftreten" für KAB-Veranstaltungen erarbeitet werden soll. Grundsätzliche Kritik an der Veranstaltung in Altenerding übt er aber nicht.