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Genossenschaftsgründung in Neufahrn:Die Million geknackt

Rettung des "Metzgerwirts" in Giggenhausen rückt näher

Es sieht gut aus für die Rettung des "Metzgerwirts" in Giggenhausen: Weitere Unterstützer haben Absichtserklärungen unterschrieben und teilweise fünfstellige Summen für die Gründung einer Genossenschaft zugesagt, die das Dorfgasthaus dann kaufen würde. Insgesamt wird dafür nach neuestem Stand Eigenkapital von 1 012 622 Euro in Aussicht gestellt.

Damit hat die Interessengemeinschaft ihr selbst gestecktes Ziel erreicht und "die Million geknackt". Mitinitiator Christopher Aichinger spricht trotzdem noch von einem "Zwischenstand". Es kämen nach wie vor weitere Anfragen von Leuten, die mitmachen wollen. Ausgefüllte Formulare werden auch immer noch entgegengenommen. Allerdings können sie jetzt nicht mehr in eigens aufgestellte Wahlurnen geworfen werden.

In einer ersten Runde waren bereits 225 Absichtserklärungen über rund 750 000 Euro abgegeben worden. Die Frist wurde dann noch einmal bis zum vergangenen Sonntag verlängert. Darauf sind weitere 44 Erklärungen über die Urnen und 24 über das Online-Formular auf der Homepage www.giggenhausen.de eingegangen. Unterzeichnet waren sie größtenteils von Privatpersonen, in drei Fällen aber von den Vertretern von Firmen und eines Vereins.

Das Gesamtergebnis ist für die Interessengemeinschaft nun das Signal, die nächsten Aktivitäten in Angriff zu nehmen. Man werde jetzt in intensive Gespräche mit Banken, Brauereien und dem Genossenschaftsverband führen, kündigt Aichinger an. Gespräche mit potenziellen Pächtern gab es schon. Die Suche soll aber jetzt noch einmal ausgedehnt werden. Wichtig ist den Giggenhausenern dabei, dass an der Philosophie einer bayerischen Dorfgaststätte festgehalten wird.

Die derzeitige Wirtin und Eigentümerin Elisabeth Kratzer will aus gesundheitlichen Gründen aufhören und verkaufen. 2,5 Millionen Euro soll die Immobilie, zu der auch Fremdenzimmer und Wohnungen gehören, kosten. Als Interessenten meldeten sich in der Vergangenheit vor allem Immobilieninvestoren, und das wäre wohl das Ende des Gasthauses. Sowohl die Wirtin selbst als auch die Dorfgemeinschaft wollen das verhindern.

Die große Resonanz auf die Aktion mit den Absichtserklärungen sieht Aichinger nun als Beleg für das Vertrauen und den Rückhalt der Bevölkerung für das Vorhaben. Es sei eine "sehr, sehr positive Welle", sagt er, und darauf will man nun weiter aufbauen.

© SZ vom 30.06.2021 / bg
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