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Gelungene Premiere:Märchenhaftes Jubiläum

Peterchens Mondfahrt

Stephan Leitmeier erntete für seine packende Darstellung des Maikäfers Sumsemann Sonderapplaus vom Publikum.

(Foto: Lukas Barth)

Die Freisinger Laienbühne begeistert mit "Peterchens Mondfahrt" zum 30-Jährigen und zeigt: Der Nachwuchs ist gesichert.

Es muss nicht immer Ludwig Thoma sein. Die Freisinger Laienbühne kann auch mit einem Märchen brillieren, und wie. Peterchens Mondfahrt ist zwar ein Stück für Kinder, "wir hoffen aber, dass wir auch Erwachsene damit begeistern können", hatte Vorsitzende Angela Flohr eingangs gesagt. Das hat die Laienbühne, die heuer ihr 30-jähriges Bestehen feiert, geschafft.

Bis zu drei Generationen stehen auf der Bühne

Die Geschichte vom Maikäfer Sumsemann (Stephan Leitmeier), der ein Beinchen verloren hat und es nur mit zwei braven Kindern (Max-Emanuel Reisch und Myriam Forster) sowie einer Praktikanten-Fee (Sandra Giebfried) vom Mond zurückholen kann, wurde von Margot Riegler wunderbar und fantasievoll inszeniert. Bürgermeisterin Eva Bönig fasste das Spiel nach der Premiere so zusammen: "Es war ein absolut kurzweiliger, toller und rundum gelungener Abend.", lobte sie, "es war einfach schee". Schee war es auch zu sehen, dass den Laienspielern der Nachwuchs so schnell nicht ausgehen wird. Viele der bekannten Darsteller ließen nämlich unter der Aufsicht des Sandmanns (Wolfgang Schnetz) ihre Kinder als Sternputzer auf die Himmelswiese, teilweise standen drei Generationen auf den Brettern der Luitpoldhalle. Aber auch altbekannte Stars der Laienbühne, wie Franz Spitzenberger, Anton Wiesheu, Franz Kaindl, Elisabeth Reisch, Richard Brückl, Ludwig Kropp, Susanne Zandt und Stefanie Filipp, um nur einige zu nennen, waren als Teilnehmer eines Schlossfestes der Nachtfee (Angela Flohr) mit von der Partie.

So eine Fahrt zum Mond ist aufwendig. Dazu braucht es einen Sternenschlitten und eine Mondrakete, die vom Großen Bären (Tobias Mayer) bedient wird, vor allem aber braucht es Kulissenmaler, Kulissenbauer, Schneiderinnen, Maskenbildnerinnen, Licht- und Tontechniker und gute Musik. Für die sorgte Stefan Pellmaier, der einige Musikstücke geschrieben hat, "die wunderbar zu unserer Geschichte passen", wie Angela Flohr lobte. Da zeigte es sich wieder einmal, dass die Laienbühne nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne über ausgezeichnete Leute verfügt. Allein die Details nach der Landung auf dem Mond sind eine Leistung für sich. Denn auf dem Mond ist nicht nur der böse Holzdieb (Andreas Schwarz) daheim, der das sechste Beinchen des Sumsemanns mitgenommen hat, da steht auch die amerikanische Flagge und der Maikäfer darf den leicht abgewandelten Satz sagen: "Es war nur ein kleiner Schritt für mich, aber ein großer für alle Sumsemänner".

Regisseurin Margot Riegler hat eine Glanzleistung hingelegt

Dass am Ende der Mondfahrt der glänzend spielende Sumsemann sein Beinchen zurückbekommt, und Anna und Peter wieder wohlbehalten in ihren Betten schlummern, versteht sich. Märchen gehen meist gut aus, machen aber viel Arbeit. Dafür, das alles so gut geklappt hat, dankte die Vereinsvorsitzende - oder die Nachtfee - in erster Linie Regisseurin Margot Riegler, die mit Nerven, Kraft und Enthusiasmus die spannende und fantastische Geschichte so unterhaltsam umgesetzt hat. Und das ohne Unterstützung von Markus Söders Programm "Bavaria One". Eine Belohnung der besonderen Art hatte am Ende der Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer parat. Er lud die gesamte Truppe 2020 zur Grünen Woche nach Berlin ein. Bis dahin muss noch einige Male Peterchens Mondfahrt gespielt werden. Termine gibt es bis in den Dezember hinein, am Nachmittag und am Abend. Wann, ist bei der Touristinfo (Rindermarkt 20, 08161/5444333) zu erfahren.