Gelber Sack: Abfuhrtage sind im Internet nachzulesen.

Entsorger wirft Landratsamt mangelnde Information zur Abholung vor - Behörde weist die Kritik zurück

Von Petra Schnirch

Während im Rest Deutschlands über die Zukunft von Bundespräsident Wulff spekuliert wird, ist in vielen Haushalten des Landkreises derzeit der neue Abhol-Rhythmus für die Gelben Säcke Aufreger Nummer eins. Mit dem Wechsel des Entsorgungsunternehmens haben sich zu Jahresbeginn die Abfuhrzeiten geändert - nur viele Freisinger haben das nicht rechtzeitig mitbekommen. Entsprechend groß war das Chaos. Mit sechs Tonnen hatte die Firma Wurzer am 2. Januar bei ihrer ersten Tour im Freisinger Umland, die unter anderem durch Pulling und Tüntenhausen führte, gerechnet. 900 Kilogramm hätten die Fahrer zusammengebracht, sagt Daniel Hausner, der bei dem Eittinger Unternehmen für die Sammlung zuständig ist. Nach Anrufen von Anwohnern seien die Fahrer teilweise eine Stunde später zurückgekommen - "plötzlich standen über 100 Säcke auf der Straße". Am Donnerstag und zum Teil noch am Dreikönigstag türmten sich die Plastiksäcke in der Stadt Freising. Wegen des Sturms "haben die Fahrer sie nicht gesammelt, sondern eher gefangen", schildert Hausner. Sogar aus einem Bachbett zogen sie die Säcke. "Dadurch hat es nochmals Verzögerungen gegeben." Er glaubt aber, dass sich bald alles einpendeln wird. 20 Jahre lang war die Moosburger Firma Heinz für die Entsorgung zuständig, bei der jüngsten Ausschreibung erteilte die Redual GmbH nun der Wurzer Umwelt GmbH für drei Jahre den Zuschlag für die Landkreise Freising, Erding, Landshut und Mühldorf. 30 neue Mitarbeiter stellte die Firma ein, elf zusätzliche Fahrzeuge schaffte sie an. Die Informationen über die Touren habe der unterlegene Konkurrent verständlicherweise nicht herausgerückt, sagt Hausner. Deshalb sei man den Lastwagen der Firma Heinz sogar hinterhergefahren, dennoch habe man die Routen neu zusammenstellen müssen. Dies publik zu machen, sei Aufgabe des Landratsamtes, sagt Hausner, offenbar habe dies im Landkreis nicht funktioniert. Das Landratsamt weist die Kritik zurück: Die Informationen seien an die Zeitungen weitergegeben worden, die Behörde weise auf ihrer Homepage auf den Wechsel hin, auch an eine kostenlose Hotline könnten sich die Bürger wenden, sagt Pressesprecherin Eva Dörpinghaus. An den Ausgabestellen des Gelben Sacks, in der Regel sind das die Wertstoffhöfe, hängen Straßenlisten mit den geänderten Abfuhrtagen. Wurden die Säcke 20 Jahre lang stets am gleichen Tag abgeholt wie der Restmüll, müssen sich die Freisinger nun an unterschiedliche Termine gewöhnen. Dabei den Überblick zu behalten, ist nicht leicht: Die Toureneinteilung für die Gelben Säcke findet man im Internet unter www.wurzer-umwelt.de und dem Punkt "Zonenzuordnung". Wann die Papiertonne geleert wird, ist auf der Website www.heinz-entsorgung.de nachzulesen. Wann Restmüll- und Biotonne an der Reihe sind, ist für Neubürger bisher nur durch einen Anruf im Landratsamt oder über die Nachbarn zu erfahren. Künftig soll dies einfacher werden: Laut Dörpinghaus arbeitet der Landkreis an einem einheitlichen Kalender.