Geförderte Neubauten Günstiger wohnen in Eching

Welche Wohnungen auf dem Gemeindegrundstück entstehen sollen, ist ebenso ungewiss wie ihre Form, nur dass sie günstig werden sollen, weiß man im Rathaus.

(Foto: Marco Einfeldt)

Das Ziel ist eigentlich klar. Doch hinter den Kulissen wird im Rathaus immer noch um die Kriterien und Modalitäten des geplanten Einheimischenmodells gerungen. Weit über 400 Vormerkungen liegen schon jetzt vor

Von Klaus Bachhuber, Eching

Einheimischenmodell, Baugenossenschaft oder Sozialwohnungen Die Bandbreite für vergünstigten Wohnraum in Eching wird immer größer, und auch die konkrete Ausweisung des ersten Neubaugebiets rückt jetzt näher. Hinter den Kulissen aber wird im Echinger Rathaus immer noch um die Kriterien und Modalitäten des geplanten Einheimischenmodells gerungen. Am Montag hat erneut der nicht öffentliche Arbeitskreis zur Neugestaltung der Baulandvergabe getagt. Am Dienstag dann informierte sich der Gemeinderat über ein Genossenschaftsmodell und andere staatliche Fördermodelle zum Bau vergünstigten Wohnraumes. Ergebnisse gab es aber keine, alles liegt zur weiteren Beratung auf Wiedervorlage.

Fest steht immerhin, wo das nächste Projekt für günstigeren Wohnraum entstehen soll: Im Neubaugebiet zwischen der Bahnlinie und den Einkaufsmärkten an der Böhmerwaldstraße nämlich, weil dort die Parzellen komplett im Eigentum der Gemeinde sind. Hier will das Echinger Rathaus großzügig vergünstigte Angebote auf den Markt bringen. Weit über 400 Vormerkungen alleine für das Einheimischenmodell liegen bereits im Rathaus vor. Doch zu Vergabekriterien hat sich der interne Arbeitskreis ein weiteres Mal nicht einigen können.

Diskutiert wird dem Vernehmen nach der Ansatz einer zuallererst sozialen Förderung und der Grundgedanken, jeden bauwilligen Einheimischen zu unterstützen, also auch diejenigen mit etwas dickeren Geldbeutel. Angesichts von weit über 100 Wohnungen, die auf dem Areal in Wohnblöcken entlang der Bahnlinie entstehen sollen, hat sich der Echinger Gemeinderat nun auch Optionen eröffnet, auf diesem Sektor initiativ zu werden. Bei der Bezirksregierung wurden die Konditionen für eigene Wohnbauprojekte abgeklopft. Und dem Gemeinderat hat Martin Okrslar von der "Maro Genossenschaft" ein sozial orientiertes Genossenschaftsmodell vorgestellt. Bürgermeister Sebastian Thaler (parteilos) hatte jüngst die unterschriftsreife Bauleitplanung für das Neubaugebiet stoppen lassen, um derartige Ansätze eventuell noch in das Plankonzept integrieren zu können.

Okrslar hatte vor einigen Monaten bereits an gleicher Stelle vor dem Verein "Älter werden in Eching" referiert, der seinerzeit die Initiative zu genossenschaftlich organisiertem Mehrgenerationenwohnen angestoßen hatte. Über Monate hinweg war der Vorschlag aber im Rathaus liegen geblieben, weil sich kein geeignetes Grundstück finden hatte lassen. Möglicherweise zeichnet sich für das Mehrgenerationenprojekt nun eine Parzelle im nächsten Neubaugebiet Eching-West an der Hollerner Straße ab. Der Arbeitskreis für die Kriterien der Grundstücksvergabe wird nun ein weiteres Mal tagen müssen, so dass an eine Verabschiedung der Modalitäten frühestens im März zu denken ist. Die dann festgeschriebenen Vergabekriterien werden auch für Eching-West und die beiden Neubaugebiete im Dietersheimer Süden gelten. Für das Quartier an der Böhmerwaldstraße muss der Gemeinderat parallel dann noch den Umgang mit den Wohnungen festlegen.