Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat offenbar zwei Castor-Transporte vom Forschungsreaktor FRM2 in Garching bei München ins Zwischenlager ins nordrhein-westfälische Zwischenlager Ahaus genehmigt. Die Container enthalten hochangereicherten radioaktiven Atommüll aus abgebrannten Brennstäben, heißt es in einer Mitteilung der Landtags-Grünen zu dem geplanten Transport.
Konkrete Termine und Fahrstrecken sind demnach geheim, doch die Route werde zwangsläufig den nördlichen Landkreis München und die Gemeinde Eching im Landkreis Freising betreffen – dicht besiedelte Gebiete, wie der in Eching lebende Bundestagsabgeordnete der Grünen, Leon Eckert ergänzt.
Er nennt die Transporte der Brennelemente „hochproblematisch“ und kritisiert die Staatsregierung: Anstatt eine Lösung für die sichere Bearbeitung und Endlagerfähigkeit zu entwickeln, werde das Problem über hunderte Kilometer und ohne Perspektive auf ein Endlager verschoben. Für die Menschen entlang der Strecke entstehe ein unkalkulierbares Risiko – und: „Geheimhaltung ersetzt hierbei keine Sicherheitskonzepte.“

Atommüll:Castor-Transport von Garching nach Ahaus rückt näher
Das zuständige Bundesamt stellt eine Genehmigung in Aussicht. Schon bald könnten abgebrannte Brennelementen aus hoch angereichertem Uran vom Forschungsreaktor ins Zwischenlager gebracht werden. Umweltschützer kritisieren die Pläne.
Die Grünen im Landtag erneuern unterdessen ihre grundsätzliche Kritik am Umgang mit den hoch angereicherten Brennelementen aus Garching. Das Material sei potenziell atomwaffenfähig und international geächtet. Der FRM2 sollte längst auf niedrig angereichertes Uran umgerüstet sein, was die TU München mit Rückendeckung der Staatsregierung viele Jahre lang verschleppt habe. Weil das Brennelemente-Lager am Standort Garching fast voll ist, solle das Material nun in eine andere Lagerhalle in NRW verschoben werden, so der Vorwurf.
Denn um den seit März 2020 still stehenden Reaktor wieder in Betrieb nehmen zu können, müsse das Lager für neuen Atommüll geleert werden. Statt die Brennelemente endlagerfähig zu machen, schiebe die TUM diese Aufgabe seit über 20 Jahren vor sich her. „Dabei wäre mit dem Radiochemie-Institut an der TU in München am ehesten die Kompetenz dafür vorhanden“, so die Landtagsabgeordnete Claudia Köhler. Und: „Uns fehlt weiterhin eine klare Zusage, wann der Reaktor mit niedrig angereichertem Uran umgerüstet ist.“
Alle potenziellen Anwohnerinnen und Anwohner der geheimen Transportroute von Garching nach Ahaus (NRW) können sich mit einer Einwendung an das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung wenden (Wegelystraße 8, 10623 Berlin, Deutschland; info@base.bund.de).

