Friedhofserweiterung in Au Mehr Einwohner, mehr Sterbefälle

Nur noch wenige freie Gräber gibt es im alten Teil des Auer Friedhofes. Ein neues Grabfeld und den Platz zwischen den beiden Urnenwänden soll Landschaftsarchitekt Albert Schneider überplanen.

(Foto: Lukas Barth)

Die Marktgemeinde Au muss ihren Friedhof vergrößern, auch den neuen Teil wird sie wohl auf traditionelle Weise mit Familien-, Einzel- und Urnengräbern gestalten. Die Bürger können aber noch Wünsche äußern

Von Peter Becker, Au

Prognosen sagen für die Hallertau in den kommenden Jahren einen gehörigen Bevölkerungszuwachs vorher. Das hat Konsequenzen für die Infrastruktur. Es gilt, Schulen und Kindertagesstätten zu bauen oder zu vergrößern. Und weil immer mehr Menschen in der Hallertau nicht nur leben, sondern auch sterben, müssen sich die Gemeinden Gedanken über die Gestaltung ihrer Friedhöfe machen. So auch die Marktgemeinde Au. Dort ist das aktuelle Begräbnisfeld am Ende seiner Kapazitäten. Ein neues steht zur Verfügung und der Marktgemeinderat tendiert dazu, es in traditioneller Weise zu gestalten. So wie es auf dem Land üblich ist.

Landschaftsarchitekt Albert Schneider hatte fünf Varianten vorgestellt. Je nach Gestaltungselementen ist Platz für 200 bis über 550 Begräbnisstätten. Das wiederum hängt von den gestalterischen Elementen ab. Die Bandbreite variiert in der Anzahl der Familien-, Einzel- oder Urnengräber. Schneider hatte in seine Vorschläge auch ein Begräbnisfeld mit einem Gedenkstein eingearbeitet, auf dem die Namen der Verstorbenen eingraviert werden könnten. Moderne Entwicklungen, wie die zunehmenden Urnenbestattungen in einem Grab oder einem Kolumbarium trägt er ebenfalls Rechnung. Marktrat Andreas Baumann (FWG), der selbst ein Bestattungsunternehmen in Au leitet, bestätigte, dass die Zahl der Urnenbestattungen auch auf dem Land zunimmt.

Konkret weiß natürlich niemand, wie sich die Zahl der Sterbefälle in den kommenden Jahren in Au entwickelt. Zehn freie Gräber gibt es noch auf dem alten Teil des Friedhofs, der aus den Achtzigerjahren stammt. Dort gebe es etwa 100 Familiengräber, berichtete Geschäftsführer Konrad Goldbrunner. Friedhofsreferent Heiner Barth (FWG) verwies auf das Seniorenheim in Au. Es sei damit zu rechnen, "dass viele hier zu ihrer letzten Ruhe kommen", meinte er. Bürgermeister Karl Ecker (FWG) berichtete von elf Sterbefällen im Altersheim in diesem Jahr. Ungewiss ist auch, was mit den Friedhöfen auf den Dörfern geschehen soll, die zur Marktgemeinde Au gehören.

Im Marktrat zeichnet sich jedenfalls eine Linie ab, der traditionellen Gestaltung des Friedhofes den Vorzug zu geben. Baumann plädiert dafür, das Begräbnisfeld nicht zu groß zu gestalten. Ebenso sollte die Zahl der Urnengräber eher klein gehalten werden. Bevorzugt Klaus Stuhlreiter (GOL) die "große Lösung" mit über 500 Gräbern, plädieren Franz Asbeck (FWG) und Josef Zellner (FWG) dafür, nicht zu sehr von alten Gewohnheiten abzuweichen. Asbeck stört sich vor allem an der möglichen Anonymität eines Begräbnisfeldes. "Es gibt doch Leute, die Abschied nehmen wollen", wandte er ein. Lieber solle man stattdessen die Zahl kleiner Urnengräber großzügiger bemessen. "Wir sollten den ländlichen Charakter des Friedhofes erhalten", fand Zellner. Das bedeutet, Einzel- und Familiengräber zu bevorzugen.

Der Marktgemeinderat nimmt die Vorschläge Schneiders zunächst zur Kenntnis. Die Markträte wollen indes ihre Ohren offen halten, um die Meinung der Bevölkerung zu erfahren. Anregungen sind durchaus erwünscht.

Einig ist sich der Marktrat in zwei Dingen. Die Planung soll so angelegt sein, dass auf Veränderungen bei den Bestattungswünschen reagiert werden kann. Und zwischen den Gräbern soll es aus Gründen der Barrierefreiheit keine reinen Rasenflächen mehr geben. Schneider macht sich auch Gedanken darüber, wie der Platz zwischen den Urnenwänden gestaltet werden könnte.