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Freisinger Stadtwerke:Baden gegangen

Parkhäuser sind in der Coronakrise weniger gefragt. Die Leute sollen ja zu Hause bleiben. Dies schlägt sich in der Jahresbilanz der Freisinger Stadtwerke nieder, welche die Parkhäuser betreibt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Corona-Krise schlägt sich finanziell im Jahresergebnis nieder. Nur die Versorgungs-GmbH liefert wie gewohnt Gewinne

Von Kerstin Vogel, Freising

Die Corona-Krise verschont auch die Freisinger Stadtwerke nicht. Die Auswirkungen der Pandemie drücken das Ergebnis für 2020, wie Werksleiter Andreas Voigt am Dienstag bei der Präsentation des Wirtschaftsplans und der Planzahlen für 2021 im Werkausschuss des Stadtrats mitgeteilt hat. Insbesondere in den Bereichen Badebetrieb sowie Parkhaus und Verkehr zeigten sich finanzielle Auswirkungen durch Corona, die das Ergebnis beeinflussen würden. Der Bereich Energieversorgung bleibe dagegen relativ stabil.

Insgesamt rechnen die Freisinger Stadtwerke Voigt zufolge im aktuellen Jahr mit einem Verlust von 516 000 Euro und im kommenden Wirtschaftsjahr mit einem Verlust von 393 300 Euro. Den größten "Erfolgsbeitrag" liefert für 2021 die Gewinnabführung der Stadtwerke Versorgungs-GmbH mit 4 266 600 Euro.

Der Trinkwasserabsatz und die entsprechenden Umsatzerlöse sind 2020 relativ konstant geblieben, wie Voigt weiter ausführte. Hier werde für 2021 mit einem Ergebnis von 6900 Euro gerechnet. Aktuell werde eine Überprüfung der Trinkwasserpreise durchgeführt, ein Ergebnis stehe jedoch noch aus und sei nicht im Plan berücksichtigt. Im Bereich der Wohnimmobilien, die sich im Besitz der Freisinger Stadtwerke befinden, soll dem Bericht zufolge ein Ergebnis von 262 700 Euro erzielt werden.

Für den Badebetrieb rechnet der Plan mit einem Verlust von 3 919 300 Euro, bei geplanten Erträgen in Höhe von 1 591 300 und Aufwendungen von 5 507 600 Euro. Man hofft für 2021 auf eine durchgängige Saison, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, und erwartet dann um die 300 000 Bade- und Saunagästen im Hallen- und Freibad "Fresch". Die Zahl der Mitarbeiter in den Freisinger Bädern hat sich von 41 im Juni 2019 auf 46 im Juni 2020 erhöht. Im Juni 2021 sollen es dann 47 sein, wie Voigt sagte.

Das notwendige Investitionsvolumen liegt entsprechend der Planung der Freisinger Stadtwerke bei 4 835 000 Euro. Der Großteil davon soll der Unternehmensspitze zufolge in den Trinkwasserbereich fließen. So sind für Investitionen in das Trinkwassernetz, die Sicherung der Trinkwassergewinnung und Vorbereitungen für das neue Trinkwassergewinnungsgebiet im Kranzberger Forst insgesamt 3 825 000 Euro vorgesehen.

Nachdem das neue Freisinger Erlebnisschwimmbad fertiggestellt ist, sind nur noch letzte Schlussrechnungen offen, so dass die Investitionen hierfür den Stadtwerken zufolge mit geplanten 1 010 000 Euro merklich abnehmen werden. Für die Aufwendungen zur Instandhaltung in den Bereichen Trinkwasser, Badebetrieb und Immobilien sind 2 066 000 Euro geplant.

Erfreulich nannte es Voigt, dass für die Beteiligung an der Fernwärmeversorgung Freising GmbH eine Gewinnausschüttung erwartet werde, die sich mit 1 499 500 Euro positiv auf das Ergebnis auswirke. Wie auch die Gewinnabführung der Freisinger Stadtwerke Versorgungs-GmbH fließe zudem die Verlustübernahme der Freisinger Stadtwerke Parkhaus und Verkehrs-GmbH in Höhe von 2 512 600 Euro in das Ergebnis ein.

Der Werkausschuss nahm den Bericht nach kleineren Nachfragen zur Kenntnis. ÖDP-Stadtrat Ulrich Vogl nannte es allerdings "erstaunlich", dass man hier nun "auf einen Millionenverlust zusteuert" und warnte, dass dieses Minus den städtischen Haushalt belasten werde.

© SZ vom 05.11.2020
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