Freisinger Sporthallen:Landkreis  kommt den Vereinen entgegen

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Mehrere Schulturnhallen stehen den Sportlern nun auch während der Ferien zur Verfügung. Die Entscheidung findet ein positives Echo, denn an der bisherigen Regelung hat es viel Kritik gegeben

Von Peter Becker

Freising - Es sind Schulferien, aber in den Sporthallen ist kein Trainingsbetrieb möglich: Für Vereine, die sich auf die Saison vorbereiten oder anderweitig im Wettkampfbetrieb befinden, ist das ärgerlich. Erleichterung verspricht deshalb der Beschluss des Schulausschusses des Kreistags, künftig zwei bis drei Sporthallen, die sich im Besitz des Landkreises befinden, während der Herbst-, Faschings- und Sommerferien für den Jugend- und Vereinssport zu öffnen. Die Kosten für die Reinigung, den Räum-, Streu- und Schließdienst legt das Landratsamt dann auf die jeweiligen Nutzer um. Bei Freisinger Vereinen findet diese Entscheidung ein positives Echo.

Bisher haben die Kommunen ihre Turnhallen in den Ferien eher verhalten für den Vereinssport geöffnet. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Beispielsweise werden nötige Reparaturen und Sanierungen vor allem in die unterrichtsfreie Zeit gelegt, um den Schulbetrieb nicht zu stören. Grundreinigungen durch Fremdfirmen finden meist zu Beginn und gegen Ende der Ferien statt. Hausmeister in Diensten des Landkreises stehen oft als Aufsichten nicht zur Verfügung, weil sie Urlaub nehmen oder Überstunden abbauen müssen. Aufsichten oder einen Schließdienst erachtet das Landratsamt aber bei der Vergabe der Sporthallen an Externe als zwingend notwendig. Mancherorts ist die Situation auch so, dass Schulgebäude über die Sporthalle betreten werden können. Entstehende Kosten werden auf die Nutzer umgelegt.

Im Sommer dieses Jahres hatte der Landkreis in den Ferien die Nutzung der Hallen an der Moosburger Realschule, an der Wippenhauser Straße in Freising sowie der Echinger Realschule gestattet. Daraus hat die Verwaltung erste Erkenntnisse gewonnen. Favorit bei den Anfragenden ist eindeutig die Freisinger Halle. Vier Vereine haben sich speziell nach einer Nutzung erkundigt. Aufgrund von Öffnungen während der Ferien ergebe sich ein erhöhter Personal- und Organisationsaufwand. Wegen der Heizungskosten sollten während der Weihnachtsferien die Schulsporthallen geschlossen bleiben.

Die Kreisräte im Ausschuss beurteilten den Antrag positiv. Samuel Fosso (FSM) sieht den Landkreis mit dieser Entscheidung auf dem richtigen Weg. Er wünschte sich, auch die Klassenräume während der Ferien zu öffnen, doch das sei noch "Zukunftsmusik". "Das tut uns gut", kommentierte Dieter Hillenbrand, Vorsitzender des SC Freising, diesen Beschluss. Der Sportclub hat Mannschaften wie die Volleyballer und Handballer im Wettkampfbetrieb. Diese Sportler müssen sich schon während der Sommerferien auf den Spielbetrieb in ihren Ligen vorbereiten. Diese Möglichkeit hatten sie dieses Jahr zum ersten Mal, weil der Landkreis seine Halle an der Wippenhauser Straße öffnete. Und Hillenbrand denkt auch an die Kinder. Denen tue es gut, wenn in den Ferien die Hallen geöffnet sind. "Dann können sie wenigstens ein bisschen Sport machen." Der SC Freising sei auch mit der Stadt in Verhandlung, ob diese ihre Sporthallen nicht ebenfalls während der Ferien öffnen könnte.

"Ich habe stark dafür gekämpft", sagte Franz Lupp, Vorsitzender des TSV Jahn Freising. Er war sogar bei Landrat Helmut Petz vorstellig geworden, um eine Hallenöffnung in den Sommerferien zu erreichen. Vor dem Hintergrund, dass von März an wegen des Lockdowns die Schulsporthallen geschlossen waren, hatte er darum gebeten, diese wenigstens während der Sommerferien zu öffnen. Aus den erhofften sechs Wochen waren dann nur drei geworden. Die Entscheidung dazu fiel kurzfristig, zwei Wochen vor den Sommerferien.

Lupp findet es nicht gut, pauschal zu sagen, die Hallen müssten wegen fälliger Reparaturarbeiten geschlossen bleiben. Wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, dann könne man darüber reden. Und letztlich seien die Hallen mit Steuergeld bezahlt, weshalb die Allgemeinheit einen Anspruch darauf habe, sie nutzen zu dürfen. Viele Mitglieder beschwerten sich darüber, dass sie keinen Sport treiben könnten, obwohl die Hallen leer stehen.

Die Stadt Freising weist auf Nachfrage darauf hin, dass sie bereits im vergangenen sowie in diesem Jahr während der Sommerferien Hallen für die Vereinsnutzung geöffnet hatte. 2020 war dies die Sporthalle in der Luitpoldanlage; 2021 die in der Mittelschule in Lerchenfeld. Dies sei als Ausgleich für die Wintermonate gedacht, teilte Pressesprecherin Christl Steinhart mit, als kein Hallensportbetrieb möglich gewesen sei. Unter Berücksichtigung anstehender Sanierungs- und Grundreinigungsarbeiten werde derzeit eine bedarfsabhängige Öffnung einzelner Hallen in den Ferien vorbereitet.

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